FUßBALL: TOTO-POKAL

Gewagte Prognose in der Nobel-Spielbank

Welch eine Freude, welch ein Jubel beim SV Burgwallbach/Bad Neustadt, als der Ex-Bundesligist FC Ingolstadt als Pokalgegner in der 1. Hauptrunde auf bayerischer Ebene feststand. Foto: SV Burgwallbach

„Alea iacta est“, sagten die Römer, wenn der Würfel gefallen, etwas entschieden war. Am Freitagabend in der Spielbank des Nobel-Kurorts Bad Wiessee am Tegernsee hieß es wohl eher „Rien ne va plus“, nichts geht mehr, als die 22 Kugeln aus der Schale gezogen waren. Die Spielbank war gewiss eine passende Kulisse für die Auslosung, ist doch Lotto Bayern ein Partner des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV).

Julian Ziegler, ein in München berufstätiger Burgwallbacher, war im Auftrag des Sportvereins dort, um zu sagen, wer der Wunschgegner des Rhöner Kreissiegers sei. Zuhause in der Rhön hatten sie ihm eine Liste mitgegeben, in welcher Reihenfolge er seinen Wunsch äußern solle.

Gespannt vor dem Laptop

Und daheim saß die Mannschaft am Freitagabend vor dem Training vor dem Laptop und verfolgte dieses Prozedere in Bad Wiessee live auf Facebook. Um 18.16 Uhr war es so weit, hatte Ziegler als Dritter von 22 bayerischen Kreissiegern seinen Wunsch äußern dürfen und brachte seinen Zweitwunsch durch. Nur einer der 22 Kreispokalsieger hatte seiner Aussage nach keinen Vertreter hin geschickt und musste nehmen, was übrig blieb.

Erste Wahl hatte die FT Schweinfurt, die sich natürlich den TSV 1860 München griff. Als zweiter Großverein ging die SpVgg Bayreuth an den TSV Mönchröden weg, womit drei Drittligisten (Ingolstadt, Unterhaching und Würzburg), zwölf Regionalligisten und elf Bayernligisten für Ziegler übrig blieben. Der Gegner und Gast des SV Burgwallbach/Bad Neustadt wurde aber sein Wunschgegner Nummer 2, der Topfavorit der Dritten Liga, FC Ingolstadt. Der vor drei Jahren noch in der Bundesliga spielte und in den letzten zwei in der 2. Bundesliga.

Planen und organisieren

Jetzt geht natürlich sofort das Planen und Organisieren los für das Spiel, das laut BFV für Dienstag, 6. August, um 18.30 Uhr in Burgwallbach angesetzt ist. Rund um den Vereins-Laptop brach großer Jubel aus, als Ziegler als Dritter gezogen wurde. Und noch einmal, als Mönchröden nicht zu einem Drittligisten griff, sondern zum Oberfranken-Derby gegen die SpVgg Bayreuth.

Schlagfertige Antwort

Schmunzeln mussten die Burgwallbacher Kicker, als Julian Ziegler zum Interview gebeten und gefragt wurde, wo denn Burgwallbach liege und mit wie vielen Zuschauern er rechne. Für ihn schien das eine typische Spielcasino-Frage zu sein. Er antwortete aber ganz schlagfertig und setzte mal auf „etwa 1000 bis 5000.“ Hauptgesprächsthema beim anschließenden Training war ausnahmsweise mal weniger die Kreisliga als der FC Ingolstadt.

Für Julian Ziegler war das eine ganz neue Erfahrung. Und seinem Heimatverein hatte er einen großen Gefallen getan. Wer kann schon an einem Freitag, letzter Schultag und stauträchtiger Reisetag zudem, einfach mal schnell an den Tegernsee fahren. Anschauen will er sich das Spiel „auf jeden Fall. Da nehme ich eins, zwei Tage Urlaub und fahre extra mal wieder heim.“ Und Trainer Alexander Leicht wird die rechte Balance finden müssen zwischen der Konzentration auf das vorrangige Ziel in der Kreisliga („Diesmal bis zum Ende um die Aufstiegsplätze mitspielen“) und auf dieses „Laufbahn-Highlight für meine Spieler und für mich natürlich auch.“

Und zur Auslosung an sich sagte er: „Das ging ja Schlag auf Schlag. Ich hätte nicht gedacht, dass die das so schnell durchboxen. Meine Spieler waren natürlich schon alle aus dem Häuschen, als ich kam. Es ist schon ein feines Los. Die Sechziger wären uns zwar lieber gewesen. Aber Ingolstadt ist auch eine Hausnummer.“ Jetzt stehen die Burgwallbacher vor dem Problem, so kurzfristig die Auflagen mit Rundum-Bande, zwei Eingängen und sämtlichen Sicherheitsbestimmungen in Absprache mit der Polizei und Rettungsdiensten zu erfüllen. Welche dies wären, wurde dem Verein ein paar Tage vorher bereits per E-Mail zugestellt. „Am liebsten würden wir natürlich in Burgwallbach spielen.“

Freude auf das Spiel

Alexander Leicht freut sich nicht nur auf das Spiel selber, sondern auch auf das Danach. „Natürlich ist man als junger Trainer froh, sich mit einem erfahrenen, namhaften Trainer austauschen zu können.“ Ingolstadts Trainer heißt seit dieser Saison Jeff Saibene mit Luxemburger und Schweizer Staatsbürgerschaft und der UEFA-Lizenz. Er hat zuvor drei Jahre beim Zweitligisten Arminia Bielefeld, davor in der Schweizer Nationalliga (Aarau, Thun, St. Gallen) und als Luxemburger U-21-Trainer gearbeitet.

Aubstadt und Bardorf auswärts

Die beiden Aushängeschilder des Kreises Rhön-Grabfeld müssen auswärts ran: Regionalligist TSV Aubstadt beim Würzburger FV (Mittwoch, 7. August, 18.30 Uhr), Bayernliga-Spitzenreiter TSV Großbardorf beim Liga-Konkurrenten ATSV Erlangen (Mittwoch, 7. August, 18.30 Uhr).

3. Runde Kreis Rhön

Donnerstag, 15. August, 16 Uhr:

DJK Waldberg – SV Burgwallbach/Bad Neustadt

FC WMP Lauertal I – Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen I (in Weichtungen)

SV Machtilshausen – FC Thulba

FC Reichenbach – SV Riedenberg

DJK Wülfershausen – SG Urspringen-Sondheim/Rh.

Dienstag, 20. August, 18.30 Uhr:

SG Ginolfs I/Weisbach I/Unterweißenbrunn/Frankenheim II – SV Rödelmaier

(in Ginolfs)

SG Sandberg I/Waldberg II – FC Westheim

(in Sandberg)

SV Garitz – SV Ramsthal

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