TISCHTENNIS: BUNDESLIGA

An Dramatik kaum zu überbieten: TSV Bad Königshofen und Ochsenhausen liefern sich packendes Spiel

Mizuki Oikawa holte bei der 1:3-Niederlage gegen die TTF Liebherr Ochsenhausen den einzigen Punkt für den TSV Bad Königshofen. Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

Bundesliga Männer

TTC Fulda Maberzell – TTC Neu Ulm 2:3
1. FC Saarbrücken – TTC Zugbrücke Grenzau 3:2
Post SV Mühlhausen – TTC indeland Jülich 3:0
Borussia Düsseldorf – ASV Grünwettersbach 3:0
TTF Ochsenhausen – SV Werder Bremen 2:3
TTC Schw. Bergneustadt – TSV Bad Königshofen 1:3
TTC Neu Ulm – TTC Schw. Bergneustadt 3:2
TSV Bad Königshofen – TTF Ochsenhausen 1:3
SV Werder Bremen – Borussia Düsseldorf 1:3
ASV Grünwettersbach – Post SV Mühlhausen 0:3
1. FC Saarbrücken – TTC indeland Jülich 3:0
TTC Zugbrücke Grenzau – TTC Fulda Maberzell 3:0

1. (1.) 1. FC Saarbrücken 18 15 0 3 50 : 21 30 : 6
2. (2.) Borussia Düsseldorf 18 14 0 4 47 : 23 28 : 8
3. (3.) TTF Ochsenhausen 18 13 0 5 45 : 25 26 : 10
4. (4.) SV Werder Bremen 18 13 0 5 45 : 29 26 : 10
5. (5.) TTC Schw. Bergneustadt 18 11 0 7 42 : 32 22 : 14
6. (6.) Post SV Mühlhausen 18 11 0 7 38 : 28 22 : 14
7. (9.) TTC Neu Ulm 18 8 0 10 38 : 40 16 : 20
8. (8.) TSV Bad Königshofen 18 8 0 10 33 : 37 16 : 20
9. (7.) ASV Grünwettersbach 18 8 0 10 29 : 40 16 : 20
10. (10.) TTC Fulda Maberzell 18 5 0 13 29 : 45 10 : 26
11. (12.) TTC Zugbrücke Grenzau 18 1 0 17 16 : 51 2 : 34
12. (11.) TTC indeland Jülich 18 1 0 17 10 : 51 2 : 34

So viel vorweg: Dieses mitreißende Spiel bot Weltklasse-Sport und hätte zwei Sieger verdient gehabt. Kaum zu glauben, aber Bad Königshofen hätte es auch 3:0 gewinnen können, weil alle vier Matches über fünf Sätze gingen und alle vier fünften Sätze zwischen 9:11 und 11:13 endeten. Es waren also My-Entscheidungen, die drei Mal zugunsten des amtierenden Deutschen Meisters TTF Liebherr Ochsenhausen und nur ein Mal für die Gastgeber ausfielen. Ein Spiel auf Augenhöhe – selten hat ein Bildwort besser gepasst als hier. Am Ende aber hielt die Serie der Oberschwaben: Sie bleiben gegen die Grabfelder weiterhin ungeschlagen.

Steger und Ort ohne Glück

Weil die Gäste auf den verletzten Hugo Calderano verzichten mussten, hatte sich mancher in der ausverkauften Halle eine Überraschung ausgerechnet. Eine Voraussetzung hierfür war Bastian Stegers Punkt gegen den überraschend statt Stefan Fegerl aufgebotenen 17-jährigen Russen Vladimir Sidorenko. Doch es dauerte nicht lange und jeder wusste, warum dieses Riesentalent, weniger als halb so alt wie Steger, ran durfte. Er ist in Bombenform und bringt schon alles mit, das darauf schließen lässt, dass er einmal ein ganz Großer werden könnte. Durch nichts, aber auch gar nichts ließ er sich beeindrucken, hat bereits jeden Kniff auf Lager, den es in dieser Sportart gibt. Und so scherte ihn auch nicht das 6:11 gegen Steger im ersten Satz, ebenso wenig das 7:11 im dritten. Seine stärkste Waffe war eigentlich die von Basti Steger: Die Rückhand. Im fünften Satz kam Steger nach 6:9 noch einmal heran, hatte bei 11:10 selber Matchball. Die nächsten drei Bälle gingen aber an Sidorenko – in einem Riesen-Spiel.

Kilian Ort hatte Polens und Ochsenhausens Nummer 1 Jakub Dyjas fast schon am Boden. 11:4 und 11:9 gewann er den ersten und vierten Satz. Das Glück war den Bad Königshöfern in diesem denkwürdigen Spiel aber nicht hold. Am Ende warf Ort wieder nach dem letzten Ballwechsel enttäuscht den Kopf in den Nacken. Zum dritten Mal hintereinander verlor er nach der Rückkehr aus seiner langen Verletzung ein Spiel im fünften Satz, diesmal mit 9:11. Was aber erfreulich war für die Zukunft: Er ist wieder da und nicht nur auf einem guten Weg. Ein bisschen weniger an Schwankungen in seinem Spiel, etwas mehr Selbstvertrauen und vielleicht hätte der Unglücksrabe auch einmal ein bisschen Glück verdient. Das macht aber weiterhin einen großen Bogen um ihn herum.

Oikawa macht es spannend

Dafür sah es im dritten Einzel erst sehr vielversprechend aus, als Mizuki Oikawa mit 2:0 Sätzen gegen Frankreichs Nummer 1 Simon Gauzy führte. Doch dann kam der Franzose zurück wie Phönix aus der Asche. Man fühlte sich, als wäre man nach der Pause in den falschen Kinosaal gegangen. Gauzy gewann die Durchgänge drei und vier – zum dritten Mal ein fünfter Satz. In dem es ganz psychologisch wurde: Nie mehr als zwei Bälle Vorsprung bis 9:9 – und dann der überfällige erste Sieg (11:9) für die Gastgeber, nach zweieinhalb Stunden für drei Spiele. Die Hochrechnungen hätten einen neuen Spielzeit-Rekord ergeben, denn das vierte Spiel ging ja wieder in den Entscheidungssatz. Womit aber nach den ersten beiden Sätzen nicht wirklich zu rechnen war. Da hatte sich mancher Zuschauer schon Nachschub an der Verpflegungsstation für einen langen Abend geholt.

Nasenbluten bei Steger

Bastian Steger im Duell der beiden Einser gegen Jakub Dyjas. Nach 5:1-Führung ließ der Oberpfälzer den Polen bis auf 9:8 herankommen und brachte den ersten Satz mit 11:9 heim. Konnte er schon nicht der Türöffner für einen Sieg in seinem ersten Spiel sein, wollte er doch nicht auch noch die Tür hinter einer Niederlage zumachen. Den zweiten Satz gewann er nach ständig anwachsenden Vorsprüngen mit 11:6. Also nur noch ein Satzgewinn und die Überstunden wären fix gewesen. Doch nicht einmal Stegers 4:0 und 6:2 konnten Dyjas klein kriegen. 11:8 für den Polen und 11:6 im vierten Satz zum 2:2-Ausgleich. Bei 2:3 im fünften, das passte zu diesem verrückten Spiel, verschwand Steger zusammen mit dem Mannschaftsarzt für zehn Minuten in der Kabine. Dr. Köth konnte sein plötzlich einsetzendes Nasenbluten stoppen, und fast schien es, als könne jetzt Steger auch Dyjas stoppen, ging 6:4 in Führung. Symptomatisch für den ganzen Spielverlauf war beim Stand von 8:9 ein Netzroller von Dyjas. Den Steger ja noch bekommen hätte, wäre er nicht auch noch unerreichbar von der Tischkante abgeprallt zum 8:10. Mit 9:11 und der dritten Fünf-Satz-Niederlage nach dreieinhalb Stunden musste sich der TSV schließlich doch geschlagen ergeben.

Die Statistik des Spiels

Tischtennis, Bundesliga

TSV Bad Königshofen – TTF Liebherr Ochsenhausen 1:3 Bastian Steger – Vladimir Sidorenko 2:3 (11:6, 8:11, 11:7, 6:11, 11:13)

Kilian Ort – Jakub Dyjas 2:3 (11:4, 7:11, 8:11, 11:9, 9:11)

Mizuki Oikawa – Simon Gauzy 3:2 (11:9, 11:7, 9:11, 6:11, 11:9)

Bastian Steger – Jakub Dyjas 2:3 (11:8, 11:6, 8:11, 6:11, 9:11)

Zuschauer: 807.

Rückblick

  1. Bad Königshofens Aussprache zeigt Wirkung
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  9. An Dramatik kaum zu überbieten: TSV Bad Königshofen und Ochsenhausen liefern sich packendes Spiel
  10. Bastian Steger behält die Nerven
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  39. Die Boll-Frage treibt Bad Königshofen um
  40. Bad Königshofen: Kampf auf Biegen und Brechen
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  45. Bad Königshofen freut sich auf seine Fans
  46. Bad Königshofen hat es erwischt
  47. Bad Königshofen: Traum vom Final-Four ist ausgeträumt
  48. Bad Königshofen: Nur noch zwei Erfolge bis zum Final Four
  49. Bad Königshofen: Ein Sieg, der den Kopf schmerzen lässt
  50. Bad Königshofen hat noch eine Rechnung offen

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