TISCHTENNIS: TTBL

Bad Königshofen wie in Trance

Mizuki Oikawa (vorne) und Filip Zeljko holten in einem begeisternden Doppel den Siegpunkt für den TSV Bad Königshofen gegen den TTC Neu-Ulm. Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

Bundesliga Männer

 

1. FC Saarbrücken – TTC Fulda Maberzell 3:1  
TSV Bad Königshofen – TTC Neu Ulm 3:2  
TTC Schw. Bergneustadt – SV Werder Bremen 3:2  
Borussia Düsseldorf – TTC indeland Jülich 3:0  
Post SV Mühlhausen – TTC Zugbrücke Grenzau 3:0  

 

 

1. (2.) 1. FC Saarbrücken 5 4 0 1 14 : 6 8 : 2  
2. (3.) TSV Bad Königshofen 5 4 0 1 13 : 6 8 : 2  
2. (3.) TTC Schw. Bergneustadt 5 4 0 1 13 : 6 8 : 2  
4. (1.) SV Werder Bremen 5 4 0 1 14 : 8 8 : 2  
5. (5.) Borussia Düsseldorf 5 4 0 1 12 : 8 8 : 2  
6. (7.) Post SV Mühlhausen 5 3 0 2 12 : 8 6 : 4  
7. (6.) TTF Ochsenhausen 5 3 0 2 10 : 8 6 : 4  
8. (8.) ASV Grünwettersbach 5 2 0 3 9 : 12 4 : 6  
9. (9.) TTC Neu Ulm 5 1 0 4 10 : 14 2 : 8  
10. (10.) TTC Fulda Maberzell 5 1 0 4 7 : 13 2 : 8  
11. (11.) TTC Zugbrücke Grenzau 5 0 0 5 3 : 15 0 : 10  
12. (12.) TTC indeland Jülich 5 0 0 5 2 : 15 0 : 10  

 

Die nächsten Spiele, Sonntag, 15 Uhr: Neu Ulm – Fulda, Grenzau – Saarbrücken, Jülich – Mühlhausen, Grünwettersbach – Düsseldorf, Bad Königshofen – Bergneustadt

Der TSV Bad Königshofen hat sein Highglight-Spiel gegen den Emporkömmling TTC Neu-Ulm mit 3:2 gewonnen und sich im punktgleichen Spitzenquintett etabliert. Dass man ohne den verletzten Lokalmatador Kilian Ort würde gewinnen können, war im Vorfeld stark bezweifelt worden. Und als es gar ins entscheidende Schlussdoppel ging, noch mehr, weil die Rechts-Linkshänder-Kombination Salifou/Tsuboi besser eingespielt und im Paket vermeintlich stärker besetzt schien. Als es dann auch noch 1:2 nach Sätzen stand, wuchs die Skepsis noch ein Stück. Doch am Ende waren, und das ist das Schöne bei Dreierteams, alle drei Spieler am Punktesammeln beteiligt. Mizuki Oikawa, im Doppel mit Filip Zeljko der Matchwinner, gleich zwei Mal.

Steger liefert gegen Tsuboi

In der ersten Partie des Tages traf Bastian Steger auf seinen vorjährigen Teamkollegen Gustavo Tsuboi (in Bremen). Trotz der wesentlich besseren Weltranglistenplatzierung des Brasilianers war Steger der erste Punkt als Auftrag angedacht worden. Diesen erledigte der TSV-Neuzugang auch zuverlässig, als das Taktieren im ersten Satz durch war, sogar mit Bravour – 1:0-Führung, kurz vor 15.30 Uhr. Und kurz vor 16 Uhr das ebenfalls hochgerechnete 1:1, als Filip Zeljko, nach dem WM-Zweiten Mattias Falck in Bremen, auch hier gegen den WM-Dritten Tiago Apolonia unten durch war.

Jetzt stand der taktische Dreier Mizuki Oikawa gegen den Franzosen Abdel-Kader Salifou unter Zugzwang, seine Mannschaft erneut in Führung zu bringen. Aber was für ein Felsen war das, der hierbei aus dem Weg zu räumen war. Der Franzose verlangte dem Japaner alles, aber auch alles ab, gewann schon mal den ersten Satz mit 11:7. Besonders markant war, wie er jeweils seinen Aufschlag vorbereitet. Während fast alle anderen sich auf sich selber konzentrieren, sucht er aufreizend lange den Augenkontakt zum Gegner.

Langes Zeremoniell

Ein spezielles Ritual als psychisches Druckmittel seiner Wettkampfführung. Aber Oikawa stiert ebenso stoisch nur auf den Ball in der Hand des Gegners, weshalb sich dieses Zeremoniell ungewöhnlich in die Länge zog. Oikawa nahm den Fight unbeeindruckt an, gewann den zweiten Satz mit 11:6 und den dritten mit 11:2. Doch dann schlug Salifou zurück, 7:11, also rein in den fünften Satz. In dem der Franzose den Psycho-Stil steigerte, als er einen Kantenball, von beiden Schiedsrichtern nicht gesehen, für sich reklamierte. Seine Blicke durchdrangen Oikawa so lange, bis der schwach oder doch ganz stark wurde. Er ging ganz ruhig zu Schiedsrichter Nils Dünninger – aus Goßmannsdorf, in seinem ersten Bundesligaspiel –, flüsterte ihm ins Ohr und der klappte die Zähltafeln von 7:7 auf 6:8 gegen ihn um.

Beifall des Publikums, keine Frage, für diese faire Geste. Oikawa aber konnte sich darauf verlassen, dass Ehrlichkeit am längsten währt. Bei 9:10 war es zwar genau fünf Minuten vor 17 Uhr, aber nicht fünf vor zwölf. Das Spiel nahm noch eine Wende. Oikawa wehrte den Matchball ab und gewann mit 12:10. Die Stimmung war am Siedepunkt in der Shakehands-Arena – dachte man. 2:1 für den TSV. Es kam noch toller.

Aber erst schlimmer. Denn Bastian Steger musste sich nach dem Vizeweltmeister Falck am Dienstag auch dem WM-Dritten Apolonia beugen. Doch was war das für ein Fight, trotz 0:3, bei dem am Ende der ersten zwei Sätze Fortuna rein gar nichts mit Steger zu tun haben wollte. Netzroller zum 10:11 im ersten, dann 10:12, Tischkante zum 8:11 statt 9:10 im zweiten Satz. Und erst im dritten Satz dieses Spiels auf Weltklasse-Niveau setzte sich der Portugiese normal mit 11:9 durch – 2:2 und das erste Schlussdoppel in dieser Saison für den TSV, das dritte für Neu-Ulm.

Fans im Freudentaumel

Den ersten Satz spielten die zwei 22-Jährigen Bad Königshöfer Mizuki Oikawa/Filip Zeljko wie in Trance, gewannen mit 11:3. Da waren nicht nur die Ping-Pong-Ultras, der TSV-Fanclub, aus dem Häuschen. Wofür die beiden im zweiten Satz büßen mussten, 8:11, und im dritten, 7:11. Also doch wieder mal Satz mit x? Im Gegenteil: Die Bad Königshöfer holten sich den vierten Satz mit 11:9 und den entscheidenden nach 5:6-Rückstand mit 11:6. Danach lagen sie sich so lange in den Armen wie nie zuvor und die Zuschauer in der Halle waren im Freudentaumel.

Bereits am Sonntag, 6. Oktober, 15 Uhr, hat der TSV Bad Königshofen sein nächstes Heimspiel. Zu Gast in der Shakehands-Arena ist dann der TTC Schwalbe Bergneustadt. Für diese Begegnung sind 3x2 Eintrittskarten zu gewinnen. Um an der Verlosung teilzunehmen, schreiben Sie bis Donnerstag, 3. Oktober, 12 Uhr, eine E-Mail an red.neustadt-sport@mainpost.de, Betreff Bergneustadt. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Statistik des Spiels

Tischtennis Bundesliga

TSV Bad Königshofen –

TTC Neu-Ulm 3:2

Bastian Steger – Gustavo Tsuboi 3:0 (11:8, 11:6, 11:8)

Filip Zeljko – Tiago Apolonia 0:3 (9:11, 5:11, 6:11)

Mizuki Oikawa – Abdel-K. Salifou 3:2 (7:11, 11:6, 11:2, 7:11, 12:10)

Steger – Apolonia 0:3 (10:12, 8:11, 9:11)

Oikawa/Zeljko – Tsuboi/Salifou 3:2 (11:3, 8:11, 7:11, 11:9, 11:6)

Oberschiedsrichter: Joachim Car (Langendorf). Zuschauer: 433.

Rückblick

  1. Max Keller hat alles im Blick
  2. Wie Josef van Eckert zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz kam
  3. Filip Zeljko lässt die Halle beben
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  5. Karten für Bad Königshofen gegen Jülich zu gewinnen
  6. Bad Königshofen: Am Rand eines tiefen Lochs
  7. Wiederholung erwünscht
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  9. Bad Königshofen: Eine Frage der Taktik
  10. Tischtennis: Was den Ex-Clubberer Dittwar nach Königshofen zieht
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  13. Bad Königshofen gegen Saarbrücken: Karten zu gewinnen
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  35. Bad Königshofen: Oikawa und sein Olympiatraum
  36. Bad Königshofen trotzt auch besonderen Bedingungen
  37. TSV Bad Königshofen in der Favoritenrolle
  38. Oikawa, Ort und Zeljko scheitern in der Qualifikation
  39. Bad Königshofen: Das Team hat sich gesucht und gefunden
  40. Wer beim Tischtennis-Saisonauftakt alles begeistert war
  41. Vorfreude auf die besondere Atmosphäre
  42. Bad Königshofen geht optimistisch ins dritte Bundesligajahr
  43. Für Kilian Ort wird es schwer
  44. Weltcup-Sieg für Kilian Ort
  45. Karten zu gewinnen für Heimauftakt des TSV Bad Königshofen
  46. Bad Königshofen: Steger sieht sich noch nicht am Zenit
  47. Heimspiel zum Saisonauftakt
  48. Mit Gold im Gepäck nach Doha
  49. TSV Bad Königshofen freut sich über Überraschungsgäste
  50. Oikawa stürzt das Denkmal Timo Boll

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