TISCHTENNIS: BUNDESLIGA

Düsseldorf besiegt Bad Königshofen: Eine große Show von Timo Boll und Bastian Steger

Bastian Steger holte in seiner oberpfälzischen Heimat den einzigen Punkt für den TSV Bad Königshofen im Spiel gegen Borussia Düsseldorf.
Bastian Steger holte in seiner oberpfälzischen Heimat den einzigen Punkt für den TSV Bad Königshofen im Spiel gegen Borussia Düsseldorf. Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

Bundesliga Männer

TTC Fulda Maberzell – TTC indeland Jülich 3:1
1. FC Saarbrücken – ASV Grünwettersbach 3:0
Post SV Mühlhausen – SV Werder Bremen 3:0
TTF Ochsenhausen – TTC Schw. Bergneustadt 3:0
Borussia Düsseldorf – TSV Bad Königshofen 3:1
TTC Zugbrücke Grenzau – TTC Neu Ulm 3:2

1. (1.) 1. FC Saarbrücken 19 16 0 3 53 : 21 32 : 6
2. (2.) Borussia Düsseldorf 19 15 0 4 50 : 24 30 : 8
3. (4.) TTF Ochsenhausen 19 14 0 5 48 : 25 28 : 10
4. (3.) SV Werder Bremen 19 13 0 6 45 : 32 26 : 12
5. (6.) Post SV Mühlhausen 19 12 0 7 41 : 28 24 : 14
6. (5.) TTC Schw. Bergneustadt 19 11 0 8 42 : 35 22 : 16
7. (9.) TTC Neu Ulm 19 8 0 11 40 : 43 16 : 22
8. (7.) TSV Bad Königshofen 19 8 0 11 34 : 40 16 : 22
9. (8.) ASV Grünwettersbach 19 8 0 11 29 : 43 16 : 22
10. (10.) TTC Fulda Maberzell 19 6 0 13 32 : 46 12 : 26
11. (12.) TTC Zugbrücke Grenzau 19 2 0 17 19 : 53 4 : 34
12. (11.) TTC indeland Jülich 19 1 0 18 11 : 54 2 : 36
Die nächsten Spiele, Sonntag, 23. Februar, 15 Uhr: TTF Ochsenhausen – TTC Neu Ulm, TSV Bad Königshofen – Post SV Mühlhausen, SV Werder Bremen – 1. FC Saarbrücken, ASV Grünwettersbach – TTC Fulda Maberzell, TTC Zugbrücke Grenzau – TTC indeland Jülich, TTC Schw. Bergneustadt – Borussia Düsseldorf

Borussia Düsseldorf – TSV Bad Königshofen 3:1

Der letzte Ballwechsel dieses Spiels zwischen Borussia Düsseldorf und dem TSV Bad Königshofen in der Stadthalle von Maxhütte-Haidhof, jener zwischen Timo Boll und Bastian Steger, war symptomatisch für dieses Spiel und die Qualität beider Mannschaften. Bei 14:13 Vorteil Boll eine sensationelle Rallye mit Ballon-Abwehr Steger: Hohe Tischtennis-Kunst der beiden Altmeister und das bessere Ende für Boll. Zwei Teams auf Augenhöhe, die Wimpern des Siegers einen Tick höher. 3:1 für Boll, 3:1 für Düsseldorf, alles wie im Hinspiel. Aber die Serie von Düsseldorfs Heimniederlagen gegen die Grabfelder durchbrochen: Das Spiel fand ja auch nicht in Nordrhein-Westfalen, sondern in der Oberpfalz statt.

Die 1300 Zuschauer kommen aus dem Staunen nicht heraus

1300 Zuschauer, zwar nicht alle so euphorisiert und emotional wie die rund 70 aus Bad Königshofen, kamen mitunter aus dem Staunen nicht heraus. Man spürte halt doch einen Hauch von Diaspora in Sachen Tischtennis auf diesem Niveau. Und gleich im ersten Duell die dreimalige Nummer eins der Weltrangliste (WR) Timo Boll gegen den zurzeit in Topform auftrumpfenden Mizuki Oikawa, seit kurzem die Nummer 61. Dessen Schlüssel zum Erfolg, wenn denn überhaupt: Bolls Aufschlag-Rückschlag-Spiel in den Griff bekommen. In der Summe der Vorteile machte es dann doch den Unterschied. Boll hat ja nicht immer gespielt diese Runde. Aber wenn er spielte, hat er immer gewonnen und somit eine 11:0-Bilanz.

Nur im zweiten Satz (11:6) drückte Oikawa dem Spiel den Stempel auf. In den drei anderen war der Altmeister der Souverän, obwohl es immer auf des Messers Schneide stand– 0:1. Jetzt kam der Lokalmatador Bastian Steger in die Box gegen Kristian Karlsson, den WR-28. Endlich hatte er sein Heimspiel und die Heimat ihren Basti live. Der Bad Königshöfer war insgesamt (42:28 Bälle) der Dominator über die schwedische Nummer zwei und glich zum 1:1 aus.

Kilian Ort fehlt das nötige Selbstvertrauen

Wie stand es um die Verfassung von Kilian Ort im ersten Spiel nach seiner Bänderverletzung? Der erste Satz war ein Tanz, in dem Ort führte – 11:8 für ihn gegen Ricardo Walther. Aber in der Pause beim Coaching von Koji Itagaki schüttelte er unzufrieden mit sich selber den Kopf: Alles, nur kein Brust-raus-Gehabe. Es muss doch eine Frage des Selbstbewusstseins sein, wenn er dann den zweiten Satz 0:10 hinten liegt. Im dritten und vierten demonstrierte er, welch großartiges Tischtennis er doch spielen kann. Doch Walther, der wesentlich Passivere, entwickelt sein Spiel über Platzieren und dann Agieren oder Warten auf Fehler des Gegners. Während Ort eher auf aggressive Offensive setzte. Mit 9:11 und 10:12 wurde er aber unangemessen ungerecht abgestraft – 1:2.

Nervenschlacht im Duell zwischen Timo Boll und Bastian Steger

Nun kam es also zum erhofften Einser-Duell zweier Legenden, die anderthalb Dekaden lang internationale Tischtennis-Erfolge für Deutschland geprägt haben: Timo Boll und Bastian Steger. Zwei Sandkasten-Freunde, beide demnächst 39, die sich seit ihrem neunten Lebensjahr national und international begleiten und zugleich bekämpfen. Die vier Sätze, die die 1300 Zuschauer geboten bekamen, waren das Eintrittsgeld schon alleine wert. Beide spielten groß auf, eine Show auf höchstem Niveau. TSV-Manager Andy Albert haderte hinterher: „Kilians Spiel war der Knackpunkt. Wenn das im dritten Satz bei 9:9 oder im vierten bei 10:10 nicht kippt, geht?s ins Doppel. Und da wollte ich Karlsson/Walther gegen Oikawa/Ort erst mal sehen.“

In diesem Spiel war jedenfalls alles drin, was die Sportart so schön macht. Beispiel erster Satz, der Ball zum 6:6. Den spielte Linkshänder Boll per Schlägerwechsel von der linken mit der rechten Hand: Absolut perfekt - unerreichbar. Und beim 7:6 spielte Steger den Ball aus der tiefen Rückhand um den Netzpfosten herum auf den Tisch - unerreichbar. Im dritten gipfelte die Nervenschlacht in zwei Satzbällen für Steger, doch Boll gewann ihn 15:13. Insgesamt 156:146 Bälle für die Borussia: Maxhütte, Düsseldorf und sogar Bad Königshofen konnten zufrieden sein mit dieser Werbung für den Tischtennissport. (rd)

Ergebnisse

Timo Boll – Mizuki Oikawa 3:1 (11:8, 6:11, 11:5, 11:8)

Kristian Karlsson – Bastian Steger 1:3 (6:11, 8:11, 11:9, 3:11)

Ricardo Walther – Kilian Ort 3:1 (8:11, 11:2, 11:9, 12:10)

Timo Boll – Bastian Steger 3:1 (11:19, 10:12, 15:13, 11:6)

Zuschauer: 1.300 (ausverkauft).

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