HANDBALL: 3. LIGA MITTE

HSC: Neuer Kreisläufer, altbekanntes Resultat

Der neue Rotmilan: Der ehemalige Erstliga-Spieler Benjamin Trautvetter verstärkt den HSC Bad Neustadt als Co-Trainer und Spieler.
Der neue Rotmilan: Der ehemalige Erstliga-Spieler Benjamin Trautvetter verstärkt den HSC Bad Neustadt als Co-Trainer und Spieler. Foto: HSC Bad Neustadt/Felix Schmidl

Handball

Dritte Liga Mitte

TV Großsachsen – HSC Bad Neustadt 31:28 (14:14). Mit der zehnten Saisonniederlage im Gepäck kehrte der HSC Bad Neustadt vom Auswärtsspiel beim TV Großsachsen zurück, „wobei wir in der ersten Halbzeit ordentlich gespielt und bis zur 50. Minute auch ergebnismäßig mitgehalten haben“, bilanzierte HSC-Trainer Frank Ihl. Mit seinem alten Bekannten Benjamin Trautvetter, beide waren in der letzten Saison beim Oberligisten HSV Apolda aktiv, hatte er den Gastgebern dabei einen Überraschungsgast vor die Nase gesetzt.

Der 34-jährige Trautvetter, einst für den ThSV Eisenach in der Bundesliga am Ball, ist bei den Rotmilanen als spielender Co-Trainer vorgesehen. Das erklärte Dieter Schulz, Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH, in einer Mitteilung des Klubs: „Uns fehlt in der momentanen Situation ein Charakter, ein Kopf im Team, der auch einmal Einfluss nehmen kann“, wird Schulz zitiert. Die Verpflichtung von Benjamin Trautvetter sei laut Dieter Schulz ein erster Schritt in einem größeren Umbruchprozess. „Das Gesicht der Mannschaft wird sich deutlich verändern“, so Schulz.

Trautvetter für Mjanowski

Igor Mjanowski saß in Großsachsen das letzte Mal als Co-Trainer auf der Bank des HSC Bad Neustadt. Mjanowski sei immer da gewesen, wenn ihn der HSC gebraucht habe, sagte Schulz. Auf ihn habe man man sich in der nicht immer leichten jüngeren Vergangenheit hundertprozentig verlassen können. „Igor wird im Rahmen des kommenden Heimspiels gegen Leipzig gebührend verabschiedet“, sagte Schulz.

Zudem ließ Frank Ihl mit einer für HSC-Verhältnisse überraschenden Variante agieren: „Um unsere Durchschlagskraft in der Offensive zu erhöhen, habe ich mit Beginn der letzten Woche auf die Taktik siebter Feldspieler umgestellt und diese intensiv eingeübt.“ Dies machte sich durchaus bezahlt, denn so wurde die Deckung der Hausherren auseinandergezogen, woraus sich Anspiele an den Kreis auf Franziskus Gerr und Trautvetter, der bei seiner Premiere nicht nur fünf Treffer erzielte, sondern auch einige Strafwürfe herausholte, ergaben. Diese verwandelte Gary Hines, zunächst im Rückraum und später auf Linksaußen eingesetzt, alle erfolgreich.

Ins leere Tor

Auffällig bei den Einheimischen und ihr erfolgreichster Schütze war Kreisläufer Philipp Ulrich, der bei der Hälfte seiner Treffer bei abgefangenen Bällen vom verwaisten HSC-Tor profitierte. Der variable Rückraum der Rotmilane lebte insbesondere von der Treffsicherheit von Vilim Leskovec, der wieder einmal einen Glanztag erwischt hatte. Die Unterstützung durch Maximilian Drude wurde dagegen schon Ende der ersten Halbzeit abrupt gestoppt. „Nach einem Foul zeigten ihm die Unparteiischen die rote Karte, was nicht nur meiner Meinung nach eine überzogene Entscheidung war“, sagte Ihl, der in der aufregenden Schlussphase selbst die gelbe Karte sah.

Unentschieden zur Pause

Mit einem hoffungsvollen Halbzeitstand gingen die Saalestädter in die Kabine, weil ihr Rechtsaußen Max Bauer mit der Sirene in Überzahl den 14:14-Ausgleich erzielte. TV-Keeper Pascal Boudgoust brachte seine Farben gleich nach Wiederanpfiff mit einem Weitwurf in Führung, die Schulz und Hildebrandt kurzfristig auf 17:15 ausbauten. Als dann Jan Triebskorn mit einem Siebenmeter an Nick Weber scheiterte, war dies das Signal für die Rot-Weißen zu konzentrierten Offensivaktionen. Als wenig später auch Patrick Buschsieper bei einem Strafwurf an Weber scheiterte, gingen die Gäste durch Hines in Führung (18:19).

In den letzten 15 Minuten legten die Hausherren aber wieder einen Zahn zu. Als Hildebrandt in Unterzahl zwei Minuten vor dem Abpfiff zum 30:26 einnetzte, war die faire Auseinandersetzung entschieden. „Es ist zwar schade, dass ich mich von Spiel zu Spiel wiederholen muss, aber auch in Großsachsen wäre mehr möglich gewesen. Der Auftritt der Mannschaft macht jedoch immer noch Hoffnung auf den Klassenerhalt“, gibts sich Ihl kämpferisch. (ba)

Großsachsen: Boudgoust 1, Richter – Kernaja, Meiser, Triebskorn 6/3, Schulz 6, Schneider, Kadel, Straub, Kehlenbach, Reisig 2, Buschsieper 5, Hildebrandt 4, Ulrich 7. Bad Neustadt: Weber (bis 50.), Schmidl – Fraggis 1, Hines 6/5, Bieger, Trautvetter 5, Fistonic, Drude 1, Kalliske, Gerr 2, Leskovec 7, Bauer 4, Galli 2. Schiedsrichter: Bernhardt (Edigheim)/Zick (Mundenheim). Zuschauer: 320. Siebenmeter: 5/3:5/5. Zeitstrafen: 4:2 Minuten. Disqualifikation: Maximilian Drude (Bad Neustadt, 27., Foulspiel).

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