TISCHTENNIS: POKAL/BUNDESLIGA

Bad Königshofen: Traum vom Final-Four ist ausgeträumt

Bastian Steger ist mit dem TSV Bad Königshofen am Dienstag im Spitzenspiel der Tischtennis-Bundesliga bei seinem ehemaligen Verein SV Werder Bremen zu Gast. Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

DTTB-Pokal Achtelfinale

TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell – TSV Bad Königshofen 3:2

In der Wilmington-Halle in der Washingtonallee war die Chance für den TSV Bad Königshofen riesengroß, zum ersten Mal die bislang uneinnehmbare Festung zu stürmen. Aber gleich am Anfang kam der Schock. Kilian Ort kam an der Leiste verletzt vom Bundeswehr-Lehrgang in Sonthofen angereist und wird voraussichtlich zwei bis drei Wochen ausfallen. Da war umso mehr die 60:40-Zuschauer-Überzahl der TSV-Fans gefragt. Und die Back-Up-Qualitäten von Filip Zeljko. Der „spielte sein bestes Spiel im Königshöfer Trikot“, bestätigte ihm der genervte Manager Andy Albert, unterlag aber seinem kroatischen Landsmann Tomislav Pucar mit 0:3. Richtig spannend machte er es erst im dritten Satz, als er endlich das Rezept gefunden zu haben schien, vier Matchbälle abwehrte, selber Satzball hatte, aber mit 13:15 verlor.

Oikawa erfüllt seine Pflicht

Mizuki Oikawa erfüllte seine Pflicht und machte kurzen Prozess beim klaren 3:0-Sieg gegen Fan Bo Meng. Nach der Pause folgte ein Riesen-Tischtennisspiel zwischen den zwei Ex-Nationalspielern Ruwen Filus und Bastian Steger. Das bei 2:0-Führung Filus fast schon gelaufen schien. Doch Steger ist ein Kämpfer vor dem Herrn, Filus aber auch. Der Abwehrkünstler spielt nicht nur mit grundverschiedenen Belägen, lange Außennoppen und Schwamm, er dreht diese auch noch während des Ballwechsels zum Rotationswechsel. Wahnsinn, was der aus diesem Repertoire abrief und sich Steger wie eine Gummi-Wand entgegenstellte.

Wie bei „Dinner for one“ Sir James immer wieder über dasselbe Hindernis stolpert, kann der Ball noch so hoch und abschussreif in der Luft stehen und der Angreifer bringt ihn doch nicht unter. Doch Steger, mit „Basti-Basti“-Rufen unermüdlich von Josef Webers Fan-Gemeinde angefeuert, wehrte bei 9:10 einen Matchball ab, bei 12:13 noch einen und gewann mit 15:13. Den vierten Satz holte er sich mit 11:7 und im fünften war bei 9:9 alles möglich. Die Waage des Glücks neigte sich zu Filus rüber – 11:9 für ihn und 1:2-Rückstand für den TSV. Den Mizuki Oikawa im Duell David gegen Goliath, 161 gegen 197 cm, mit einer überragenden Vorstellung wieder egalisierte.

Spannung im Schlussdoppel

Also doch Entscheidung im Doppel, für das beide gepokert hatten. Steger war auf 3 gerückt und musste deshalb gegen das Rechts-Linkshänder-Doppel Filus/Meng ran. Gleichbedeutend für beide Kombinationen: Führungsspieler plus Mitspieler. Wer zieht wen am besten mit, welcher Mitspieler macht weniger Fehler, welcher Führungsspieler übernimmt mehr Verantwortung. Es war ein Doppel, in dem erst die Fuldaer, dann die Gäste fast schon im Viertelfinale standen, das von der Spannung lebte, das Spannendste bot, was Tischtennis so attraktiv macht – und das Fulda leztlich doch mit 11:9 im fünften Satz gewann.

Ergebnisse

Tomislav Pucar – Filip Zeljko 3:0 (11:7, 11:7/15:13 )

Fan Bo Meng – Mizuki Oikawa 0:3 (3:11, 12:14, 1:11)

Ruwen Filus – Bastian Steger 3:2

(11:5, 11:9, 13:15, 7:11, 9:11 )

Tomilsav Pucar – Mizuki Oikawa 0:3

(10:12, 7:11, 8:11)

Filus/Meng – Steger/Zeljko 3:2

(11:9, 11:1, 4:11, 7:11, 11:9)

Zuschauer: 115.

Bundesliga Männer

 

TTC Neu Ulm – 1. FC Saarbrücken 3:2  
TTC Fulda Maberzell – Post SV Mühlhausen 1:3  
TTC Zugbrücke Grenzau – Borussia Düsseldorf 2:3  
TTC indeland Jülich – TTF Ochsenhausen 0:3  
ASV Grünwettersbach – TTC Schw. Bergneustadt 3:1  

 

 

1. (1.) TSV Bad Königshofen 3 3 0 0 9 : 1 6 : 0  
2. (4.) SV Werder Bremen 3 3 0 0 9 : 4 6 : 0  
3. (3.) 1. FC Saarbrücken 4 3 0 1 11 : 5 6 : 2  
4. (1.) TTC Schw. Bergneustadt 4 3 0 1 10 : 4 6 : 2  
5. (5.) Borussia Düsseldorf 4 3 0 1 9 : 8 6 : 2  
6. (6.) Post SV Mühlhausen 4 2 0 2 9 : 8 4 : 4  
7. (9.) TTF Ochsenhausen 4 2 0 2 7 : 7 4 : 4  
8. (8.) ASV Grünwettersbach 4 2 0 2 8 : 9 4 : 4  
9. (10.) TTC Neu Ulm 4 1 0 3 8 : 11 2 : 6  
10. (7.) TTC Fulda Maberzell 4 1 0 3 6 : 10 2 : 6  
11. (12.) TTC Zugbrücke Grenzau 4 0 0 4 3 : 12 0 : 8  
12. (11.) TTC indeland Jülich 4 0 0 4 2 : 12 0 : 8  

 

SV Werder Bremen – TSV Bad Königshofen (Dienstag, 19 Uhr, Klaus-Dieter-Fischer Halle)

Nach dem Spiel war 49 Stunden vor dem Spiel. Für die Bad Königshöfer steht bereits am Dienstag das Topspiel des vierten Spieltags in der Tischtennis-Bundesliga an. Dabei müssen sie beim ebenfalls mit drei Siegen gestarteten SV Werder Bremen zum Spitzen-Duell antreten. Wer hier gewinnt, sollte zunächst der Spitzengruppe der Liga angehören. Dabei war Bremen stets ein gutes Pflaster für die Itagaki-Truppe. Beide Auswärtsspiele konnten dort gewonnen werden – aber eben mit Kilian Ort. Doch bei den Werderanern ist fast alles neu nach der, trotz der Finalteilnahme im DTTB-Pokal, misslungenen letzten Saison, in der sie Vorletzter wurden. Nur Hunor Szöcs (WR 112) blieb. Bastian Steger, und das macht die Partie emotional besonders reizvoll, wechselte nach Bad Königshofen. Er konnte trotz zweitbester Einzelbilanz der Liga das Abrutschen der Mannschaft nicht aufhalten. Fünf Jahre („Es war eine schöne Zeit“) verbrachte er an der Weser.

Auch Gustavo Tsuboi und Florent Lambiet gingen, aber eingekauft hat man weltmeisterlich. Rechtzeitig vor der WM in Budapest sicherte man sich die Dienste des Schweden Mattias Falck (WR 9), der dort Vizeweltmeister im Einzel wurde. Mit dem Kasachen Kirill Gerassimenko (WR 72) und dem Italiener Marcelo Aguirre (WR 54) kamen zwei weitere Top-100-Athleten, wovon der TSV nur einen mit Mizuki Oikawa (96) im Aufgebot hat. Aber diese Weltrangliste entlarvten Ort und Co schon öfter als ein statistisches Gebilde. (rd)

Gewinnspiel

Keine Zeit zum Durchatmen bleibt den Spielern des TSV Bad Königshofen in diesen Tagen. Nur zwei Tage nach dem Pokal-Achtelfinale in Fulda steht an diesem Dienstag schon das nächste Bundesliga-Spiel beim SV Werder Bremen auf dem Programm, ehe am kommenden Sonntag, 29. September, um 15 Uhr der TTC Neu-Ulm in der Shakehands-Arena zu Gast ist. Für das Heimspiel gegen den Bundesliga-Neuling verlosen wir 3x2 Eintrittskarten. Um an der Verlosung teilzunehmen, schicken Sie eine E-Mail mit dem Betreff Neu-Ulm an: red.neustadt-sport@mainpost.de. Einsendeschluss ist Donnerstag, 26. September, 12 Uhr. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Rückblick

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  3. Filip Zeljko lässt die Halle beben
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  35. Bad Königshofen: Oikawa und sein Olympiatraum
  36. Bad Königshofen trotzt auch besonderen Bedingungen
  37. TSV Bad Königshofen in der Favoritenrolle
  38. Oikawa, Ort und Zeljko scheitern in der Qualifikation
  39. Bad Königshofen: Das Team hat sich gesucht und gefunden
  40. Wer beim Tischtennis-Saisonauftakt alles begeistert war
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  42. Bad Königshofen geht optimistisch ins dritte Bundesligajahr
  43. Für Kilian Ort wird es schwer
  44. Weltcup-Sieg für Kilian Ort
  45. Karten zu gewinnen für Heimauftakt des TSV Bad Königshofen
  46. Bad Königshofen: Steger sieht sich noch nicht am Zenit
  47. Heimspiel zum Saisonauftakt
  48. Mit Gold im Gepäck nach Doha
  49. TSV Bad Königshofen freut sich über Überraschungsgäste
  50. Oikawa stürzt das Denkmal Timo Boll

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