FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

Ein Ende zum Niederknien

Der Siegeswille des TSV Aubstadt wurde belohnt: In der Nachspielzeit markierte Christoph Schmidt (von rechts) den Treffer zum 2:1 im Spiel gegen die Würzburger Kickers II und lässt sich von Martin Thomann und Steffen Behr feiern.
Der Siegeswille des TSV Aubstadt wurde belohnt: In der Nachspielzeit markierte Christoph Schmidt (von rechts) den Treffer zum 2:1 im Spiel gegen die Würzburger Kickers II und lässt sich von Martin Thomann und Steffen Behr feiern. Foto: Rudi Dümpert

Der TSV Aubstadt hat mit einem 2:1-(0:0)-Sieg gegen die Würzburger Kickers II in der Bayernliga Nord wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden. Es war Dramatik pur, die sich im Schulstadion abspielte. Der achte Sieg des TSV im elften Saisonspiel war ein überaus hart erkämpfter, ein glücklicher, aber auch ein verdienter. Die statistische Dominanz macht diesen Erfolg zu einem glücklichen, weil der Sieger bis zur 89. Minute wie der Verlierer aussah und doch noch den Dreier schaffte.

Mit zwei Traumtoren: Einen Traum von Freistoß und einen Treffer, von dem man kaum zu träumen wagt. Verdient war er, weil diese zwischen den Strafräumen ausgezeichnet agierende, blutjunge Würzburger Mannschaft, außer ihrem Führungstreffer, im TSV-Strafraum abgemeldet war. Einem Tor, bei dem die Aubstädter gleich ein Paket aller Fehler schnürten, die sie sich in der Defensive insgesamt erlaubten.

Davor und danach gab es kein Durchkommen und kaum Arbeit für den Torhüter Nummer drei beim TSV, Benedikt Stöcker. Der war in die Startelf gerutscht, weil sich Stammkeeper Christian Mack beim Aufwärmen verletzte. Verdient war der Sieg auch deshalb, weil die Aubstädter noch zwei Mal durch Martin Thomann Latte (39.) und Pfosten (73.) trafen und durch Jens Trunk und Michael Dellinger zwei Riesenchancen vergaben.

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Aubstadt - Würzburger Kickers II

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Lupfer auf das Netz

Vielleicht wäre alles anders, etwas einfacher für den TSV gelaufen, hätte Jens Trunk, insgesamt herausragend, in der 16. Minute seinen Alleingang mit dem 1:0 gekrönt. „Ich hätte vielleicht noch etwas weiter laufen sollen, sah aber, dass der Keeper zu weit vor seinem Tor stand und habe es mit einem Lupfer versucht“, der sich ins Netz von oberhalb der Latte aus senkte. Oder wenn Martin Thomann sein Solo nicht mit einem Schuss an die Latte, sondern etwas tiefer abgeschlossen hätte. Diesen Möglichkeiten würde man noch nachtrauern, war zu befürchten.

Erst recht, wenn diese sehr schnelle und taktisch disziplinierte Kickers-Mannschaft mit dem erfahrenen Dennis Schmitt vor der Abwehr einmal in Führung gehen würde. Was sie auch Anfangs der zweiten Halbzeit tat. Dass es in Folge eines Standards geschah, brachte Josef Francic hinterher noch in Rage. „Wie das 1:0 in Gebenbach“, wetterte er. Bei einem Diagonalfreistoß „schlafen wir am langen Pfosten und beim zweiten Ball schlafen wir wieder. Und aus dem Nichts führt der Gegner 1:0.“ Die Freistoßflanke köpfte Alex Beier an die Latte und Ioannis Kiakos nickte den Abpraller über die Linie.

So fielen die Hausherrn für eine bedenklich lange Phase in ein Loch, während der Jugendstil der Kickers nachsetzen und den Sack zumachen vorsah. Teil eins schafften die Gäste, mit Zumachen war nichts. Aber sie hatten das Ergebnis, mit dem so jungen Spielern Flügel wachsen. Für Aubstadt wuchs der Hügel von Aufgabe zu einem schier unüberwindlichen Berg. „Aber dann“, so Francic, „hat meine Mannschaft Moral bewiesen und sie ist für ihre Einstellung belohnt worden.“

Grandioser Endspurt

Was folgte, waren in der Schlussviertelstunde, auch durch die Einwechslungen von Schmidt und Poznic, erst ein paar Halbchancen der Aubstädter, dann die Großchancen (Dellinger/Thomann) und schließlich dieser grandiose Endspurt. Schmidt wühlte vor dem Strafraum einen Freistoß heraus. Trunk nahm sich der Aufgabe an und löste sie: „Ich dachte einfach, jetzt liegt er da, jetzt hau ich ihn rein.“ 1:1, noch eine Minute plus die Nachspielzeit.

„Man kann sie bestrafen, wenn sie Fehler machen“, hatte Francic vorher bei allem Respekt behauptet. Jetzt waren die Gäste mit ihrem Fehlerpaket an der Reihe. Eine Rückgabe stoppte Kickers-Keeper Humpenöder. „Ich habe den Tormann angelaufen, weil nur noch wenig Zeit war“, sagte Christoph Schmidt, der Mann für die außergewöhnlichen Tore. Der reagierte vielleicht etwas panisch, rutschte aus, der Ball wurde frei und Schmidt schob ihn ins leere Tor. Und Christian Demirtas, der Kickers-Trainer, seufzte: „Mir fehlen die Worte, dass wir dieses Spiel noch aus der Hand geben. Für den Jungen ist dieses Fast-Eigentor ärgerlich. Es darf nicht passieren, kommt aber vor. Wir hätten gegen diese Top-Mannschaft gewinnen können.“

Die Statistik des Spiels

Bayernliga Nord TSV Aubstadt –

FC Würzburger Kickers 2:1 (0:0)

Aubstadt: Stöcker – Hümmer, Köttler, Benkenstein, Grader – Behr – Dellinger (80. Poznic), Trunk, Kleinhenz (60. Schmidt), Thomann – Grell (80. Schebak).

Würzburg: Humpenöder – Seifert, Koller, Beier (88. Burghard), Wagner – Schmitt, Lotzen – Meisel (70., Jeni), Kiakos, Langhans – Peci (80. Kutzop).

Schiedsrichter: Fleischmann (Kreith/Pittersberg).

Zuschauer: 220.

Tore: 0:1 Kiakos (55.), 1:1 Trunk (89.), 2:1 Schmidt (90.+2).

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