HANDBALL: 3. LIGA MITTE

HSC Bad Neustadt verteilt zu viele Geschenke

Handball

Dritte Liga Mitte

HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II – HSC Bad Neustadt 20:17 (10:7)

„Über unsere Spiele kann man im Prinzip eine Schablone legen“, meinte Coach Frank Ihl nach einer weiteren Niederlage des HSC Bad Neustadt, der zwölften im 13. Spiel. Die bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen II war vermeidbar. „Der Gegner war nicht stärker als wir, hat aber von unseren Fehlern gelebt und diese letztlich zum Sieg genutzt“, sagte Ihl. In dieser Partie dominierten die Abwehrreihen, vor allem die Torhüter Adnan Suljakovic (HSG) und Felix Schmidl („Er war der beste meines Teams“, Ihl), so dass die faire Auseinandersetzung torarm verlief.

Das deutete sich schnell an. Nach fünf Minuten hatte nur Krisztian Galli, „der gegenüber der Vorwoche formverbessert war und konzentriert agierte“, per Siebenmeter eingenetzt. Den Ausgleich verhinderte Schmidl, er parierte einen Siebenmeter von Ian Weber. Weber war dann allerdings bis zur 20. Minute nicht mehr zu halten und war neben dem auf der Spielmacherposition eingesetzten Lukas Gümbel ein wichtiger Leistungsträger der Gastgeber. Diese setzten sich erst nach dem 5:5, das auf das Konto des eifrigen und auffälligen Franziskus Gerr ging, ab.

Viel Sand im Getriebe

Dabei nutzten die Gastgeber u. a. eine Zeitstrafe für Galli zur 8:5-Führung, versiebten in Überzahl wieder einen Siebenmeter, diesmal scheiterte Jan Waldgenbach an Schmidl. Als Gary Hines mit einem Strafwurf auf 7:9 (20.) verkürzte, war für den HSC noch alles drin. Was die Zuschauer in der gut gefüllten Dutenhofener Sporthalle dann bis zum Seitenwechsel erlebten, ließ nicht nur sie den Kopf schütteln. Die Fehlerquote sowie die Anzahl der Fehlwürfe stieg auf beiden Seiten. Beginnend mit einem parierten Siebenmeter von Hines, der diesmal im Rückraum eingesetzt wurde, aber wenig Durchschlagskraft zeigte, die auch Linksaußen Martin Bieger nicht aufs Parkett brachte, prallten die Offensivkräfte regelrecht ab. Das galt auch für Maximilian Drude, der im Vergleich zur Vorwoche einen schwarzen Tag erwischt hatte und trotz vieler Versuche ohne Treffer aus dem Match ging.

Insgesamt schwächelte der HSC-Rückraum, auch Max Bauer und Vilim Leskovec mangelte es am richtigen Visier. Aber auch die Akteure von Tobias Weber brachten im letzten Drittel der ersten Halbzeit außer einem Treffer von Lukas Gümbel nichts Nennenswertes zustande. Das Tor zum 10:7 fiel bezeichnenderweise, als der HSG'ler Okpara eine Zeitstrafe absaß.

14 Minuten ohne Torjubel

Gümbel legte gleich nach dem Seitenwechsel nach, den ersten Treffer für Bad Neustadt erzielte nach 14 Minuten ohne Torjubel Benjamin Trautvetter zum 8:12. Trautvetter bildete zusammen mit Gerr und Jure Fistonic, der hauptsächlich in der Deckung eingesetzt wurde, ein richtiges Bollwerk am eigenen Kreis, sie konnten in der Offensive aber auch nicht für eine Wende sorgen. Die Heim-Sieben, die ihr zunächst offensives Deckungsystem auf ein 6:0 umstellte, agierte im Angriff nun variabler und baute den Vorsprung auf fünf Treffer aus. Einen höheren Rückstand der Rotmilane verhinderte Vilim Leskovec mit einem Doppelpack.

Fünf Tore aufzuholen galt es für die Saalestädter auch noch zu Beginn der letzten Viertelstunde beim Stand von 16:11. Doch entscheidend schmolz er nicht, „weil wir uns in jeder Hinsicht beim Spielaufbau und bei den Würfen zu viele Fehler leisteten, um den Gegner aus der Fassung zu bringen“, so Ihl. Dieser ließ nun mit einem siebten Feldspieler agieren und schöpfte drei Minuten vor Spielende doch wieder leise Hoffnung, als nach mehreren Schmidl-Paraden und Treffern von Galli, Gerr und Ioannis Fraggis der Vorsprung der HSG nur noch zwei Tore (19:17) betrug.

Rückstand wächst weiter

Doch der Anschlusstreffer gelang nicht, weil die Gäste bei einer 7:6-Situation den Ball verloren und Torben Waldgenbach die Kugel zum Endstand ins verwaiste Tor warf. „Danach lief uns die Zeit weg“, so ein frustrierter HSC-Trainer. „Es ist schade, dass wir zu große Formschwankungen zeigen. Auffällig ist, dass wir bei vielen eigenen Treffern in der Abwehr nicht funktionieren. Steht die Abwehr gut, gelingt in der Offensive wenig.“ (ba)

Dutenhofen/Münchholzhausen II: Suljakovic, Fischer – Gümbel 4, Lindenstruth 1, Weber 5/1, Bremond 1, Kunzendorf 1, Lauer 2, Werth, J. Waldgenbach 3, Klimpke, Okpara, T. Waldgenbach 3, Geffert. Bad Neustadt: Schmidl, Weber (n. e.) – Fraggis 1, Hines 1/1, Bieger, Trautvetter 1, Fistonic, Drude, Kalliske, Gerr 4, Leskovec 2, Bauer 2, Galli 6/2.

Schiedsrichter: Schek (Eckbachtal)/Witemann (Weilenbach). Zuschauer: 610. Siebenmeter: 4/1 – 4/3. Zeitstrafen: 4 – 6 Minuten. Spielfilm: 3:2 (10.), 9:7 (20.), 10:7 (30.) – 14:10 (40.), 17:13 (50.), 20:17 (60.).

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