TISCHTENNIS: BUNDESLIGA

Bastian Steger behält die Nerven

Tischtennis

Bundesliga TTBL TTC Schwalbe Bergneustadt – TSV Bad Königshofen 1:3

Nach vier Monaten erstmals wieder in Bestbesetzung angetreten, zeigte der TSV Bad Königshofen am Freitagabend gleich wieder sein wahres Gesicht. Die Mannschaft blieb in dieser Besetzung (Steger/Ort/Oikawa) ungeschlagen und besiegte den TTC Schwalbe Bergneustadt, Play-Off-Teilnehmer der vergangenen Saison, mit 3:1. Es war der erste Sieg nach drei Niederlagen hintereinander. Dabei hatten die drei TSV-Spieler nicht nur gegen drei sehr starke und faire Sportsmänner zu kämpfen, sondern auch mit mehreren kaum nachvollziehbaren Schiedsrichterentscheidungen.

Kritik an den Schiedsrichtern

So war Bad Königshofens Manager Andy Albert selbst einige Zeit nach dem allerletzten Ballwechsel noch nicht ganz entspannt: „Sie haben angeblich falsche Aufschläge immer erst bei engem Spielstand kurz vor Satzende moniert.“ Und Bastian Steger, den es am häufigsten, allein mit drei Punktabzügen (Bergneustadt insgesamt null) erwischte, berichtete über eine relativ lange Diskussion während seines Spiels: „Ich habe ihn gefragt, warum er, wenn überhaupt etwas zu beanstanden ist, das nicht am Anfang sagt. Ich habe doch schon überall auf der Welt gespielt. Meine Aufschläge waren nie ein Thema.“

Dass die erste Partie der beiden Nationalspieler und Konkurrenten um den einen freien Platz für Olympia 2020, Benedikt Duda und Kilian Ort, auf Augenhöhe ablaufen würde, das war vorher nicht unbedingt zu erwarten. Viereinhalb Sätze lang war Ort ein ebenbürtiger Gegner. Dass er am Ende, wie schon in Neu-Ulm, im fünften Satz unterlag, ändert nichts an der Feststellung, dass er fast wieder ganz der Alte ist. 

Oikawa in Bestform

Da stand es aber bereits 1:1, weil Bastian Steger alles im Griff und für jedes Problem eine Lösung hatte gegen den Spanier Alvaro Robles, immerhin aktueller Vizeweltmeister im Doppel. Was für eine Vorstellung im ersten Satz (11:3), wenn auch der zweite und dritte sich etwas enger zuspitzen sollten. Ebenfalls mit einer guten Form kam Mizuki Oikawa zurück in die Bundesliga. Die WM-Teilnahme für Japan hatte er wegen eines weniger erzielten Siegs (gegen Morizono) verpasst. Wie eine Springmaus fegte er durch die Box und seinen Gegner aus derselben. Und der war keiner der Sorte Laufkundschaft, sondern Paul Drinkhall, der nach der Saison nach Frankreich wechselt. Seine Körpersprache verriet es: Der Engländer war bis unter die Haarspitzen motiviert. Aber Oikawa gab ihm zu viele Rätsel auf und besorgte die 2:1-Führung für die Grabfelder.

Steger behält die Nerven

Wenn es denn ein Auswärts-Sieg werden sollte, dann musste Steger gegen Duda das Einser-Duell gewinnen. Denn das Gastgeber-Schluss-Doppel Robles/Drinkhall ist das erfolgreichste der TTBL. Und Duda der erfolgreichste Einzelspieler. Bis am Tag, als Steger kam: Duda gewann die klaren Sätze (11:7/11:2), Steger die engen (11:9/12:10/12:10). Stegers Leistung war komplexerer Art als sonst. Er war nicht nur besser als der heimliche Spitzenreiter der sieben DTTB-Aspiranten auf ein Olympia-Ticket. Er steckte auch die Punktabzüge des Schiedsrichters mit all seiner Routine weg, die ihn eher noch mehr zu motivieren schienen.„Es hat ja eh keinen Sinn, sich aufzuregen und mit Wut im Bauch zu reagieren. Man muss ja weiter spielen“, sagte er. Dabei ließ Steger sich auch von einer 2:11-Klatsche im vierten Satz nicht beirren und zog sich gegen alles Unbill selbst aus dem Tief. (rd)

Ergebnisse

Benedikt Duda – Kilian Ort 3:2 (9:11, 11:7, 11:5, 7:11, 11:3)

Alvaro Robles – Bastian Steger 0:3 (3:11, 9:11, 8:11)

Paul Drinkhall – Mizuki Oikawa 1:3 (7:11, 11:9, 8:11, 1:11)

Benedikt Duda – Bastian Steger 2:3 (9:11, 11:7, 10:12, 11:2, 10:12)

Zuschauer: 230.

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