Tischtennis: Bundesliga

Bad Königshofen: Keine guten Erinnerungen

Filip Zeljko (im Bild) hofft, dass ihm im Heimspiel gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt sein erster Einzelsieg in dieser Saison gelingt. Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

Bundesliga Männer TSV Bad Königshofen – TTC Schwalbe Bergneustadt (Sonntag, 15 Uhr, Shakehands-Arena)

Die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) ist in dieser Saison so ausgeglichen und stark wie nie. Dies lässt jedenfalls der Blick auf die vordere Tabellenhälfte zu, in der die ersten Fünf mit 8:2 Zählern punktgleich sind. Tabellenführer ist der 1. FC Saarbrücken mit dem besten Spielverhältnis von 14:6. Dann folgen schon diese beiden Mannschaften, der TSV Bad Königshofen als Zweiter (13:6) und der TTC Schwalbe Bergneustadt, ebenfalls Zweiter mit derselben Spielequote, im Topspiel des sechsten Spieltags. Gründe, weshalb die Gäste als Favorit in diese Partie gehen, gibt es mehrere.

Noch kein Spiel gewonnen

Der erste: In fünf Vergleichen, in Liga und Pokal, noch dazu in Bestbesetzung, gingen die Bergneustädter jeweils als Sieger aus der Box. Der zweite: Die Gäste haben ihre vier Liga-Siege gegen vermeintlich stärkere Gegner geholt als die Bad Königshöfer. Der dritte: Sie haben am vergangenen Sonntag den SV Werder Bremen 3:2 geschlagen, gegen den der TSV am vierten Spieltag 1:3 unterlegen war. Der vierte: Ihre Nummer 1, Nationalspieler Benedikt Duda, Eigengewächs des Vereins ebenso wie Kilian Ort, beide die einzigen der zwölf Vereine, hat noch nie ein Spiel gegen den TSV verloren, weder im Einzel noch im Doppel. Und er hat in der Hackordnung des DTTB dem Bad Königshöfer Neuzugang Bastian Steger den Rang abgelaufen, liegt dort auch vor Kilian Ort. Schließlich der fünfte: Kilian Ort laborierte in den letzten Tagen immer noch an einer Leistenzerrung, wusste auch unter der Woche noch nicht, ob er wieder einsteigen kann. Wenn ja, ist gerade er einer, der seine Trainingseinheiten braucht, um Topleistungen, wie er sie im letzten Spiel vor der Verletzung bei der Bundeswehr hatte, abrufen zu können.

Ort holt die Vergangenheit ein

Nach seinem Sieg gegen den Grünwettersbacher Xi Wang schien Ort an einem neuen Top-Level angekommen zu sein. Und prompt holte ihn seine Vergangenheit ein. Immer dann, wenn er eine nächste Stufe erreicht hatte, kam eine Verletzung dazwischen. Das begann in der 2. Bundesliga, als man ihn aus taktischen Gründen mit auf den Spielbericht nehmen und seine Punkte kampflos abgeben konnte. Gar nicht so einfach, damit umzugehen, für einen jungen, top-motivierten Leistungssportler. Zumal die medizinische und therapeutische Betreuung von Tischtennis-Profis nicht mit jenen von Fußballern bis herunter in die Regionalliga zu vergleichen ist. Und im mentalen Bereich, im Tischtennis so wichtig, ist eh jeder sein eigener Therapeut.

Undankbare Aufgabe für Zeljko

Ohne Kilian Ort gingen die Spiele im Pokal in Fulda (2:3) und in der Liga in Bremen (1:3) verloren. Aber am vergangenen Sonntag wurde im Heimspiel gegen den TTC Neu-Ulm ein Bann gebrochen. Der TSV Bad Königshofen konnte ohne Kilian Ort, an seiner Stelle mit Filip Zeljko, in der TTBL zum ersten Mal ein Spiel gewinnen. Die Aufgabe des 22-jährigen Kroaten ist eh eine denkbar undankbare. In Fulda musste er gegen seinen Landsmann Tomislav Pucar ran, hatte keine reelle Gewinnchance. In Bremen traf er auf den frisch gebackenen Vizeweltmeister Mattias Falck. Und gegen Neu-Ulm musste er gegen den EM-Dritten Tiago Apolonia ran – wieder nichts drin. Aber im Doppel sprang er über seinen Schatten, fand in der entscheidenden Schlussphase des fünften Satzes zu der Leistung, deretwegen er als Ersatzmann weiter verpflichtet wurde und nun seine fünfte Saison beim TSV bestreitet. Seine Doppelqualitäten waren das entscheidende Argument.

Wieder ins Schlussdoppel?

Was hat der TTC Schwalbe Bergneustadt zu bieten? Vier Siege in der TTBL, Viertelfinale im DTTB-Pokal gegen Saarbrücken nach 3:0-Sieg in Jülich. Eine mit den Königshöfern und Kilian Ort vergleichbare Motivation, das Wagnis TTBL einzugehen, indem um den Lokalmatador Duda eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut wurde. Die seit Jahren so zusammen spielt und viel Erfahrung einbringt: Deutschlands Nummer 4 Benedikt Duda, der Engländer Paul Drinkhall, der Spanier Alvaro Robles und der Ecuadorianer Alberto Mino. Vor einer kniffligen taktischen Aufgabe steht wieder der TSV-Coach Koji Itagaki. Wenn wenigstens ein Sieg gegen Duda gelänge, wäre das die halbe Miete zum Sieg. Oder das Schlussdoppel muss sich wieder in Trance spielen. (rd)

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