TISCHTENNIS: BUNDESLIGA MÄNNER

Mehr als eine Nummer zu groß

Kilian Ort verfehlte sein Ziel „Sieg“. Er musste sich seinem Bremer Kontrahenten Kirill Gerassimenko glatt in drei Sätzen geschlagen geben. Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

Bundesliga Männer

 

1. FC Saarbrücken – TTC Neu Ulm 3:0  
Post SV Mühlhausen – TTC Fulda Maberzell 3:0  
Borussia Düsseldorf – TTC Zugbrücke Grenzau 3:1  
TTC Schw. Bergneustadt – ASV Grünwettersbach 3:0  
TSV Bad Königshofen – SV Werder Bremen 0:3  

 

 

1. (1.) 1. FC Saarbrücken 15 12 0 3 41 : 18 24 : 6  
2. (2.) SV Werder Bremen 15 12 0 3 40 : 21 24 : 6  
3. (4.) Borussia Düsseldorf 15 11 0 4 38 : 22 22 : 8  
4. (3.) TTF Ochsenhausen 15 11 0 4 37 : 21 22 : 8  
5. (5.) TTC Schw. Bergneustadt 15 10 0 5 36 : 25 20 : 10  
6. (8.) Post SV Mühlhausen 15 8 0 7 29 : 27 16 : 14  
7. (6.) ASV Grünwettersbach 15 8 0 7 29 : 31 16 : 14  
8. (7.) TSV Bad Königshofen 15 7 0 8 29 : 30 14 : 16  
9. (9.) TTC Neu Ulm 15 5 0 10 29 : 36 10 : 20  
10. (10.) TTC Fulda Maberzell 15 5 0 10 26 : 36 10 : 20  
11. (11.) TTC indeland Jülich 15 1 0 14 10 : 42 2 : 28  
12. (12.) TTC Zugbrücke Grenzau 15 0 0 15 10 : 45 0 : 30  

 

TSV Bad Königshofen – SV Werder Bremen 0:3

Das Trio des TSV Bad Königshofen, Steger/Zeljko/Ort, hätte zu gern seinem treuen Publikum ein schönes Weihnachtsgeschenk in Form eines Sieges gegen diese Spitzenmannschaft gemacht. Jenem Publikum, von dem es das ganze Jahr mit Unterstützung verwöhnt wurde. Doch die Gastgeber mussten sich vorgekommen sein, wie wenn man mit zu wenig Geld in der Tasche zum Einkaufen von Geschenken geht. Der SV Werder Bremen, den die Bad Königshöfer in den letzten fünf Begegnungen in der TTBL drei Mal im Griff hatten, war diesmal etwas mehr als eine Nummer zu groß. Schließlich hatte er vor der Saison seine Mannschaft zu drei Vierteln neu besetzt. Mit dem Rumänen Hunor Szöcs saß das vierte Viertel, der einzige Verbliebene, für das eventuelle Schlussdoppel geplant, auf der Bank. Doch dazu kam es nicht annähernd.

Bastian Steger total unzufrieden

Nach ihrem jeweiligen Einzel und als die Halle schon fast leer war, saßen die TSV-Recken geknickt auf der Bank, nicht fähig, den Trost all derer an sich ran zu lassen, die ihnen sagen wollten: „He, das kann mal vorkommen. Ihr habt insgesamt eine sensationelles Jahr gespielt und Tischtennis in der Region Event-fähig gemacht.“ Gewiss hatte jeder der drei unterschiedliche Ziele und nur eines gemeinsam: Gewinnen. Genau dazu war – wieder einmal – die Nummer eins Bastian Steger verurteilt. Für ihn gab es deshalb nur dieses eine. „Ich bin so was von unzufrieden mit mir, weil ich heute einfach schlecht gespielt habe.“ Das „ausgerechnet heute“ wollte er nicht gelten lassen. Immerhin war er nach sechs Jahren von der Weser an die Saale gewechselt.

Erst recht wenn Mizuki Oikawa fehlt und sein Gegner in Reichweite ist, dann ist sein Auftrag klar definiert: „Wenn nicht Bastian, wer dann?“ Bisher lieferte er ja auch fast immer, was man von ihm erwartete – Bilanz 16:6. Aber dieser quirlige Italiener Marcelo Aguirre hatte einen Sahnetag. Und wenn?s eng wurde, führte ihm Glücksgöttin Fortuna die Hand. Stegers 0:3-Niederlage sieht zunächst deutlich aus. Die Satz-Ergebnisse von 9:11, 10:12 und 14:16 nach Abwehr von vier Matchbällen und eigenen zwei Satzbällen relativieren und belegen, wie eng diese 37 Minuten Kampf auf Augenhöhe und hohem Niveau waren – 0:1.

David gegen Goliath

Jetzt hatte also Filip Zeljko, zehn Mal Ort-Ersatz, diesmal Oikawa-Ersatz, die Ehre, gegen Bremens Nummer 1, den schwedischen Vizeweltmeister von Budapest 2019, Mattias Falck, anzutreten: Die Nr. 342 der Weltrangliste gegen die Nr. 9 (vor Boll und Ovtcharov). Eine unlösbare Aufgabe des David gegen Goliath. Im ersten Satz konnte Zeljko bis zum 8:8 gegenhalten. Dann ging's steil bergab mit ihm, es wurde die klarste Niederlage in den viereinhalb Jahren beim TSV. Er gewann nur noch sechs Bälle. Der Analyst an der Tischtennis-Börse Shakehands-Arena und Hallensprecher Jürgen Halbig hatte noch nie so daneben gelegen wie diesmal zum Seitenwechsel: „Er hat ihn drauf. Da geht noch was.“ Zeljko versuchte alles, kämpfte wie immer, aber den Quantensprung und das Ziel „wenigstens gut aussehen“ schaffte er nicht – 0:2.

Ein glücklicher Moment für Ort

Kilian Ort, hatte sein persönliches Ziel sehr hoch gehängt. Zu hoch für seine Vorgeschichte der letzten 13 Wochen. Freilich hatte er seinen Gegner Kirill Gerassimenko in den letzten vier Begegnungen immer geschlagen. Aber der Ex-Grenzauer spielt zurzeit in der Form seines Lebens und Ort kommt aus einer langen Verletzungspause mit riesigem Trainingsrückstand. Dass er ohne Anschlussverletzung aus dieser Partie kam und wieder ein Stück Wettkampfpraxis gesammelt hatte, konnte er nicht hören, nicht einmal zum Trost.

„Ob ich zufrieden bin? Ich wollte gewinnen.“ Einen einzigen glücklichen Moment hatte Kilian Ort beim Punkt zum 6:10 im dritten Satz. Da holte er einen Ball ganz tief unten von knapp über dem Boden und drehte ihn mit einem wuchtigen Vorhand-Topspin am Netzpfosten vorbei auf die Seite des Gegners, der ihn nicht erreichte. Da lachte er hinüber zu Koji Itagaki und seinen Kollegen, als wolle er sagen: „He Jungs, Publikum, bitte nicht missverstehen, aber ich kann?s doch noch.“

Die Statistik des Spiels

TSV Bad Königshofen – SV Werder Bremen 0:3

Bastian Steger – Marcelo Aguirre 0:3 (9:11, 10:12, 14:16)

Filip Zeljko – Mattias Falck 0:3 (8:11, 2:11, 4:11)

Kilian Ort – Kirill Gerassimenko 0:3 (7:11, 6:11, 6:11)

Schiedsrichter: Trautwein (Uettingen).

Zuschauer: 495.

Rückblick

  1. Tischtennis: Was den geistlichen Beistand beim Sport bewegt
  2. Alles ist möglich
  3. Düsseldorf besiegt Bad Königshofen: Eine große Show von Timo Boll und Bastian Steger
  4. Ein Heimspiel für Bad Königshofens Bastian Steger
  5. Kilian Ort verletzt sich und muss aufgeben
  6. Bad Königshofen spekuliert auf Auswärtsspiel mit Heimvorteil
  7. Highlights im Sekundentakt: Wer spielte den Ballwechsel 2019
  8. An Dramatik kaum zu überbieten: TSV Bad Königshofen und Ochsenhausen liefern sich packendes Spiel
  9. Bastian Steger behält die Nerven
  10. Highlight-Spiel gegen den Meister
  11. Bad Königshofen: TSV-Quartett ist wieder vereint
  12. Karten für das erste Heimspiel des Jahres zu gewinnen
  13. Steger vergibt drei Matchbälle
  14. Mehr als eine Nummer zu groß
  15. Ein Vize-Weltmeister schlägt auf
  16. Es fehlt das Quäntchen Glück
  17. Bad Königshofen in der Bredouille
  18. Max Keller hat alles im Blick
  19. Wie Josef van Eckert zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz kam
  20. Filip Zeljko lässt die Halle beben
  21. Bad Königshofen: Bereit zum entscheidenden Schritt
  22. Karten für Bad Königshofen gegen Jülich zu gewinnen
  23. Bad Königshofen: Am Rand eines tiefen Lochs
  24. Wiederholung erwünscht
  25. Fulda düpiert Bad Königshofen
  26. Bad Königshofen: Eine Frage der Taktik
  27. Tischtennis: Was den Ex-Clubberer Dittwar nach Königshofen zieht
  28. Der Vizemeister ist eine Nummer zu groß für Bad Königshofen
  29. Erneut Weltklasse zu Gast in Bad Königshofen
  30. Bad Königshofen gegen Saarbrücken: Karten zu gewinnen
  31. Eine echte Abfuhr für Bad Königshofen
  32. Bad Königshofen: Dieses Spiel weist die Richtung
  33. Timo Boll kam mit dem Wohnmobil nach Bad Königshofen
  34. Timo Boll im Grabfeld: Jürgen Halbig grüßt Onkel Horst in Kiel
  35. Bad Königshofen: Timo Boll gewinnt den Kampf der Giganten
  36. Bad Königshofen: Ohne zwei gegen Bolls Düsseldorfer
  37. Sportstudio-Gastgeber Jochen Breyer moderiert Spiel des TSV Bad Königshofen
  38. Die Boll-Frage treibt Bad Königshofen um
  39. Bad Königshofen: Kampf auf Biegen und Brechen
  40. Prüfung in drei Akten für Bad Königshofen
  41. Bad Königshofen bricht den Bann
  42. Bad Königshofen: Keine guten Erinnerungen
  43. Bad Königshofen wie in Trance
  44. Bad Königshofen freut sich auf seine Fans
  45. Bad Königshofen hat es erwischt
  46. Bad Königshofen: Traum vom Final-Four ist ausgeträumt
  47. Bad Königshofen: Nur noch zwei Erfolge bis zum Final Four
  48. Bad Königshofen: Ein Sieg, der den Kopf schmerzen lässt
  49. Bad Königshofen hat noch eine Rechnung offen
  50. Bastian Steger hat geheiratet

Schlagworte

  • Bad Königshofen
  • 1. FC Saarbrücken
  • Grünwettersbach
  • Happy smiley
  • Kilian Ort
  • Maberzell
  • Personen aus Rumänien
  • Saale
  • TSV Bad Königshofen
  • Werder Bremen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!