FUßBALL:

In Althausen und Aub reifen Titelträume

Diemar Kuhn (Mitte) mit seinen Söhnen Kilian (links) und Julian (rechts). Foto: Rudi Dümpert

Kilian Kuhn aus Aub, 26 Jahre jung, von Beruf Zerspanungsmechaniker, ist seit drei Jahren Spielertrainer der SpVgg Althausen/Aub. Er war mal eine Nachwuchshoffnung des TSV Aubstadt als A-Junior, durfte bei Josef Francic mit trainieren, in der Bayernliga auf der Bank sitzen, hatte schon zwei Kurzeinsätze. Einer aus Aub hätte Aubstadt gut gestanden. Dann nahm er Abstand von der großen Fußball-Bühne, noch ehe er sie richtig betreten hatte und wechselte zurück zu seinem Heimatverein SpVgg Althausen/Aub. Eine schwere Verletzung setzte ihn insgesamt eineinhalb Jahre außer Gefecht. Seine sportlichen Ansprüche schraubte er danach sehr weit herunter.

Fast immer in der untersten Klasse

Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt sind es, die ihn anspornen, sich zu engagieren. Und die Selbstständigkeit des Vereins zu erhalten, der 1964 gegründet wurde, als von SG noch nirgendwo die Rede war. Bei einem Verein, der nur zwei der 55 Jahre seines Bestehens nicht in der untersten Klasse spielte. 1979/80 wurde er Meister der C-Klasse 16, spielte zwei Jahre in der B-Klasse. „Der Roland Schneider war schuld, dass wir wieder abgestiegen sind“, erinnert sich Bruno Waldsachs, seit 41 Jahren Vorstandsmitglied, seit 32 Jahren 1. Vorsitzender. „Im Spaß, es war aber so: Sulzdorf war zur Winterpause weit abgeschlagen. Dann haben sie den Schneider als Trainer geholt, er hat sie so gepusht, dass sie uns noch überholt haben.“

„Wir haben Leut' genug“

Während man überall die Zeichen der Zeit (Spielermangel) erkannte und Partner für eine Fusion oder SG suchte, ehe man zu spät kommt, lehnte die SpVgg alle Angebote ab. „Wir haben Leut' genug“, gab Waldsachs stets die Stimmung in der Mannschaft und im Verein nach außen weiter. Und Kilian Kuhn hatte immer nur einen Wunsch, als Spieler und als Spielertrainer: „Irgendwann mal Relegation vor vielen Zuschauern um den Aufstieg spielen.“

„Es reichte halt immer nur zum dritten oder vierten Platz“, erklärt Waldsachs. „Wir waren immer oben dabei. Aber wenn es galt, haben wir die entscheidenden Spiele verdummt, sogar gegen hintere Mannschaften.“ Doch momentan sieht es verdächtig danach aus, dass es wieder nichts wird für Kilian Kuhn mit der Relegation. Warum? Weil es in dieser Saison gar keine gibt und weil die zwei Ersten aufsteigen. Seine Mannschaft führt die Tabelle der B-Klasse Rhön 4 (flexible Mannschaften) nach 15 Spielen mit 14 Siegen und einem Unentschieden, 43 Punkten und der Torquote 77:14 ganz deutlich an vor der SG Wargolshausen/Wülfershausen II (32, plus ein Spiel) und der SG Trappstadt II/Gabolshausen/Untereßfeld/Alsleben (32).

Als Meister in die A-Klasse?

Wenn es keinen totalen Einbruch im Frühjahr in den restlichen neun Spielen gibt, steigt Althausen/Aub sogar als Meister auf: Der einzige Verein in der B 4, der keine SG ist und keine zweite Mannschaft stellt. Das einzige Spiel, das nur unentschieden endete, war das 1:1 in Wargolshausen in einem Freitag-Spiel. „Es war eines der besten unserer Mannschaft seit Jahren“, erinnert sich Bruno Waldsachs. Wenn ihn etwas stört in dieser Runde, sind es zwei Dinge. „Man weiß nie, in welcher Besetzung man den Gegner antrifft, ob Spieler der ersten Mannschaft dabei sind oder nicht. Und die Regel, flexibel auch zu neunt zu spielen, wird missbraucht. Da rufen einen Gegner an, sie könnten nur zu neunt spielen und kommen dann mit zwölf angereist. Ob's taktische Gründe sind, ich weiß es nicht. So war das jedenfalls auch nicht gedacht.“ Wenn aber das Rückspiel gegen Wargolshausen am 29. März gewonnen oder wenigstens nicht verloren wird, dann dürfte ihn auch das nicht mehr stören.

Tore wie am Fließband

Woran liegt es denn nun, dass in dieser Runde der Knoten zu platzen scheint und die SpVgg Althausen/Aub mal wieder aus der untersten Spielklasse herauskommt? Da sind sich Waldsachs und Kuhn einig:„Wir sind nicht schlechter als die letzten zwei Jahre, aber auch nicht wesentlich besser. Wir schießen Tore wie am Fließband und hinten werden nicht mehr so viele entscheidende Fehler gemacht. Da sind wir stabiler geworden. Aber es liegt auch daran, dass fleißig trainiert wird. Da könnte sich manche Kreisliga- oder Kreisklasse-Mannschaft eine Scheibe von abschneiden. Am Dienstag kommen meistens zehn oder mehr und am Freitag sind meistens alle 15 oder 16 da, mehr haben wir nicht.“

Mehr Laufbereitschaft und Tempo

Hoch begabte Spieler habe man nicht. „Wenn wir zwei hätten, wären wir schon lange aufgestiegen.“ Schließlich, so nennt Waldsachs einen Hauptgrund für den Aufschwung bei der SpVgg: „Der Kilian bewegt was, macht wirklich eine sehr gute Arbeit, macht Pläne, kommt eine Stunde vor Trainingsbeginn an den Platz und baut alles auf, geht in allem voran und spielt selber sehr gut.“ Kilian Kuhn reicht das Kompliment weiter, an seine Co-Trainer Richard Ruck und an seinen Vater Dietmar, der sogar selber noch, wenn?s ganz eng wird, als Ersatzmann auf der Bank sitzt. Und an seinen Torwart-Trainer Philipp Beyer.

Kuhn sieht aber schon einige andere Gründe: „Wir haben in der Offensive etwas umgestellt, spielen mit mehr Laufbereitschaft und Tempo über die Außen nach vorne. Umschaltspiel möchte ich das nicht nennen, weil wir ja meistens eh im Ballbesitz sind.“ Am Zweikampfverhalten müsse man noch arbeiten. Und wir haben zwei neue Spieler, Lukas Seufert und den Torwart Christoph Weber, dazu bekommen, die ideal zu uns passen. Florian Arrighy und Weber tauschen regelmäßig die Torwarthandschuhe, als Notnagel würde Lukas Lurz aushelfen. Vier Spieler des Kaders sind Althäuser, sieben sind „Draarer“, aus Aub. Die restlichen kommen aus Großbardorf und Bad Königshofen.

Keine größeren Verletzungen

Kilian Kuhn selber spielt „Zehner oder Sechser oder auf der Bank, je nach dem, wie viel Leute wir haben.“ 17 der 77 Tore hat er dennoch selber geschossen, Philip Ruck 24, Kilians Bruder Julian und Johannes Arrighy je acht. Von größeren Verletzungen ist die Mannschaft verschont geblieben. Im Training selber habe sich niemand verletzt. „Da achten wir auch darauf, so gut es eben geht.“ Die üblichen Urlaubsausfälle wie andere hatte man anfangs auch. Jugend-Training findet in Althausen nicht statt. Der Nachwuchs spielt in Aubstadt (1) und Bad Königshofen (2). Auf die Relegation kann Kilian Kuhn also verzichten, „Meister wäre schön.“ Ob er daran glaube? „Es wäre schlecht, wenn nicht. Mit dieser Ausgangsposition muss es das Ziel jetzt schon sein.“

Tabelle 1979/80

So sah damals die Abschlusstabelle in der C-Klasse Gruppe 16 aus (damals noch mit der Zwei-Punkte-Regelung):

SpVgg Althausen-Aub 24 58:19 39:9

TSV Waltershausen 24 57:24 35:13

TSV Hollstadt 24 50:32 31:17

SV Alsleben 24 47:22 30:18

TSV Saal 24 47:29 30:18

TSV Großeibstadt 24 52:32 27:21

SV Leinach 24 27:35 21:27

TSV Rappershausen 24 40:56 19:29

FC Hendungen 24 27:45 19:29

SV Untereßfeld 24 38:58 19:29

ASV Eyershausen 24 32:57 17:31

DJK Kleineibstadt 24 28:66 13:35

DJK Wargolshausen 24 22:50 12:36

Schlagworte

  • Althausen
  • Aub
  • B-Klasse Rhön 4
  • Christoph Weber
  • DJK Kleineibstadt
  • Josef Francic
  • Kleineibstadt
  • Rappershausen
  • SV Alsleben
  • Spielertrainer
  • TSV Aubstadt
  • TSV Großeibstadt
  • TSV Rappershausen
  • TSV Waltershausen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!