TISCHTENNIS: BUNDESLIGA

TSV Bad Königshofen in der Favoritenrolle

Tischtennis

Bundesliga TTBL TTC indeland Jülich – TSV Bad Königshofen (Sonntag, 15 Uhr, Nordhalle)

So eine Höchststrafe, ein 3:0 nach Spielen und 9:0 nach Sätzen, wie der TSV Bad Königshofen sein Auftaktmatch in seine dritte TTBL-Saison gegen den TTC Grenzau gewann, ist in dieser Liga nicht alltäglich. Für den TSV war es der höchste Sieg in der Eliteliga. Wie aussagekräftig er ist, wird möglicherweise auch das zweite Spiel, auswärts beim TTC indeland Jülich, nicht schlüssig beantworten können. Der Vorjahres-Aufsteiger bekam in seinem ersten Spiel beim SV Werder Bremen ebenfalls mit 0:3 (1:9) das Fell über die Ohren gezogen. Dennoch will jedes Spiel erst gespielt sein. Und das mit Bastian Steger veredelte Königshöfer Trio ist Sportler und Profi genug, um mit der gebotenen Einstellung in die Partie zu gehen. Am Selbstvertrauen zumindest sollte es nicht fehlen nach der grandiosen Vorstellung im ersten Heimspiel. Trainer Koji Itagaki wird sie nicht daran erinnern müssen, dass ein paar Prozent weniger an Konzentration fatale Folgen haben können.

Weltcup-Turnier in Tschechien

Zum Abheben war nach dem Spiel eh keine Möglichkeit, weil es am Montag mit dem Auto gleich weiter ging zu den Czech Open, einem Weltcup-Turnier der ITTF-World Tour in Olmütz. Als Letzter des TSV-Quartettes musste dort Bastian Steger in der Hauptrunde nach einem 2:4 gegen den Japaner Jun Mizutani, Olympiadritter in Rio 2016, die Segel streichen. Von Tschechien ging es wieder westwärts nach Düsseldorf, dem gemeinsamen Wohn- und Trainings-Mittelpunkt. Und von dort aus ist die Anreise von 40 Minuten kaum schwieriger als bei einem Heimspiel. Gleiches gilt für die großen TSV-Fans, die Familien Piechotta und Köber aus Köln, die in der vergangenen Saison bei jedem Heim- und Auswärtsspiel waren und Selbiges heuer wieder vorhaben.

Der TTC indeland Jülich hat in der vorigen Saison nur Prügel bezogen. 0:40 Punkte und 9:60 Spiele wollen erst einmal schadlos überstanden sein. In der zweiten Saison will man „den nächsten Schritt tun, um sich dem Niveau der TTBL anzunähern. Zwei bis drei Siege“ peilt der Präsident Michael Küven an und hat dafür den Kader etwas umgebaut. Martin Allegro ging, der Belgier Robin Devos (WR 92) und Dennis Klein (WR 227) blieben, der Holländer Ewout Oostwouder (WR 131) und der Slowene Deni Kozul (WR 89) kamen, womit man auf vier etwa gleich starke Spieler und entsprechende taktische Möglichkeiten zurückgreifen kann. Kilian Ort schätzt den Gegner „stärker als in der letzten Saison“ ein. „Deni Kozul ist auf jeden Fall ein sehr gefährlicher Spieler. Er ist nicht gerade ein Bomben-Einser, aber an einem guten Tag kann er jedem Gegner gefährlich werden und hat zum Beispiel Bastian Steger schon einmal geschlagen.“ Steger weiß es konkreter: „Es war bei der Mannschafts-WM 2018.“ Und Ort: „Kozul spielt sehr risikoreich und ist deshalb sehr schwer auszurechnen.“ Ähnliches gilt für Robin Devos. Er hat letztes Jahr gegen Mizuki Oikawa gewonnen. „Es ist bei den Bedingungen in Jülich nicht einfach zu spielen“ erinnert sich Kilian Ort. „Wir werden sie auf keinen Fall unterschätzen.“

Bad Königshofen ist gewarnt

Natürlich wolle man dieses Spiel gewinnen und die Tabellenspitze verteidigen. „Unsere Fans rechnen sicher mit den zwei Punkten“, vermutet Ort, „aber das war im letzten Jahr auch so und man hat gesehen, wie eng (3:2) es am Ende war.“ Man dürfe keine voreiligen Schlüsse aus Ergebnissen ziehen. „Sie haben zwar 0:3 in Bremen verloren. Das muss man aber relativ sehen. Genau so wie der Kanak Jha, was der gegen mich am Samstag gezeigt hat. Der kann auch deutlich besser spielen, der Grieche Sgouropoulos ebenfalls. Und für den Kozul war es auch das erste Bundesligaspiel in Deutschland. Die werden alle noch besser.“ (rd)

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