TISCHTENNIS: BUNDESLIGA

Bad Königshofen freut sich auf seine Fans

In Bremen kassierte der Bad Königshöfer Mizuki Oikawa (im Bild) seine erste Einzel-Niederlage in dieser Saison. Im dritten Heimspiel gegen den Liga-Neuling TTC Neu-Ulm will er die TSV-Fans am Sonntag wieder jubeln lassen. Foto: Rudi Dümpert

Tischtennis

Bundesliga TTBL TSV Bad Königshofen – TTC Neu-Ulm (Sonntag, 15 Uhr, Shakehands-Arena)

Die ersten vier Spiele in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) sowie das Pokal-Aus am Sonntag in Fulda haben es knallhart bestätigt: wie zerbrechlich die TSV-Hoffnungen für die komplette Saison sind und wie abhängig der Erfolg von der Vollzähligkeit des Stammtrios Ort-Steger-Oikawa ist. Wenn sie fit sind, können sie im vorderen Drittel mitspielen, müssen keinen Gegner fürchten. Weil Ort und Oikawa noch besser geworden sind. Und weil Bastian Steger als Stabilisator selber noch internationale Klasse hat und als Rückhalt beiden Kraft im Kopf gibt. Wenn aber auch nur ein Teil aus diesem dreiteiligen Puzzle herausbricht, hat der TSV Bad Königshofen mit dem Mittelmaß zu kämpfen. Zu stark besetzt sind die meisten Kader, als dass man mit nur zwei zuverlässigen Punktesammlern über die Runden käme.

Traumhafter Saisonstart

Gewiss, bis vergangenen Sonntag ist alles traumhaft gut gelaufen für die Königshöfer. Die Zuschauer waren begeistert, wurden geradezu euphorisiert, ließen sich mitreißen vom herzerfrischenden, spannenden Spitzen-Sport in der Arena. Sie hatten sich landauf landab Respekt erworben und wurden ernst genommen. Selbst als sie in Fulda zum Pokalspiel ohne den verletzten Kilian Ort antraten, wurde ihnen vom Gastgeber die Favoritenrolle zugeschoben. Nur zwei lumpige Pünktchen in vielleicht fünf oder zehn Sekunden entschieden dann im Schlussdoppel im entscheidenden fünften Satz (9:11) über Sieg und Niederlage.

Im Urlaub gelitten

Und auf einmal spielten am Dienstag in Bremen ein Szöcs und ein Gerassimenko, man möchte fast sagen respektlos auf, wie man sie noch nie gesehen hatte. Schließlich hatten die ja den Vizeweltmeister Mattias Falck neben sich, der zwei Einzelpunkte lieferte. Den Königshöfern fehlte aber nicht nur ihr Kilian Ort, sondern auch ihre Fans. In der Shakehands-Arena um die 600, in Fulda noch 60, sonst bei jedem Auswärtsspiel mindestens sechs. „In Bremen haben sie zum ersten Mal ganz alleine gespielt“, erkannte Manager Andy Albert. „Ich denke, man hat?s in den entscheidenden Momenten gespürt.“

Er habe im Urlaub im Zillertal „ganz schön gelitten, als ich mir das Spiel ansah“, und spricht viel im Konkunktiv: „Mensch, wenn ich überlege, wo wir stehen könnten, wenn Kilian fit wäre: Im Viertelfinale mit einem Heimspiel gegen Düsseldorf und in der Tabelle ganz oben vor diesem Highlight-Spiel gegen Neu-Ulm.“ Die TTBL lässt sich schon vor der Saison ein so genanntes Highlight-Spiel von jedem Verein benennen. Dieses Spiel müsse mit besonderen Aktionen zusätzlicher Art ausgestattet sein, wovon sich die TSV-Verantwortlichen allerhand haben einfallen lassen. Als Einlaufkinder kommen von der Grundschule Milzgrund aus Aubstadt zwölf Kinder. Charly Hilpert und sein BR-Kamera-Team haben sich angemeldet. Es gibt ein großes Gewinnspiel mit attraktiven Preisen von Originaltrikots bis hin zu einem Einzeltraining mit Headcoach Koji Itagaki.

Und dann ist der Gegner an sich schon ein besonderes Highlight. Das Startrecht in der TTBL bekam der neu gegründete TTC Neu-Ulm über eine Wild-Card, was die Satzung der TTBL ermöglicht und der die Gesellschafter, sprich die Vereine, zugestimmt haben. Sie erhoffen sich durch das Engagement des Unternehmers Florian Ebner neue Impulse für den Tischtennissport. Ebner ist Geschäftsführer der weltweit tätigen Ebner-Media-Group, Gründer, Präsident und Mäzen des TTC Neu-Ulm.

Der Marketing-Leiter des TSV Bad Königshofen Bernd Knahn erfuhr von ihm in einem Interview: „Wenn ich den Namen Bad Königshofen höre, denke ich an einen unserer Gegner mit der wohl besten Stimmung in Deutschlands Tischtennis-Arenen.“ Sein mit Weltklasse-Spielern gespickter Kader (insgesamt 8 Spieler, u.a. der WM-Dritte 2019 Tiago Apolonia sowie drei Chinesen) konnte bisher die Erwartungen nur teilweise erfüllen, ist Neunter mit 2:6 Punkten. Der 3:2-Sieg gegen den Final-Four-Teilnehmer Saarbrücken ließ aber schon aufhorchen.

Ort weiterhin verletzt

Ebner, in den 90er-Jahren Präsident des damaligen Fußball-Bundesligisten SSV Ulm 1846,will persönlich vor Ort die Live-Atmosphäre in der Shakehands-Arena schnuppern, die er bei daheim vor für ihn enttäuschenden 300 Zuschauern noch vermisst. Beim TSV fehlt weiterhin der verletzte Lokalmatador Kilian Ort. Für ihn kommt wieder Filip Zeljko zum Einsatz. (rd)

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