Fußball: Regionalliga Bayern

Allen Rückschlägen zum Trotz: Jannik Fippl hat sein Ziel beim TSV Aubstadt längst nicht aus den Augen verloren

Von einer großen Aufgabe spricht Victor Kleinhenz, der Trainer des TSV Aubstadt, vor dem Spiel beim VfB Eichstätt. Worauf es dort ankommt und wer fehlt.
Jannik Fippl (vorne) ist einen Schritt weiter, sich beim Fußball-Regionalligisten TSV Aubstadt zu etablieren. Im Auswärtsspiel beim VfB Eichstätt hofft er erneut auf einen Einsatz.
Foto: Rudi Dümpert | Jannik Fippl (vorne) ist einen Schritt weiter, sich beim Fußball-Regionalligisten TSV Aubstadt zu etablieren. Im Auswärtsspiel beim VfB Eichstätt hofft er erneut auf einen Einsatz.

Noch drei Spiele hat der TSV Aubstadt in der Fußball-Regionalliga Bayern vor der Winterpause zu bestreiten. Alle gegen Teams, die momentan hinter dem Tabellensechsten platziert sind. Diesen Samstag geht die Reise ins nördliche Oberbayern zum VfB Eichstätt (Spielbeginn: 14 Uhr), dem Tabellen-15., notiert auf einem Relegationsplatz.

Dieser ist jene Markierung, die Aubstadts Trainer Victor Kleinhenz beim Abstecken seines primären Saisonziels im Auge hat. Zum Zurücklehnen nach dem glücklichen 1:0-Sieg gegen FC Pipinsried gibt es nicht den geringsten Grund. Diese Partie bietet, wenn auch ohne den allergrößten Druck, die Möglichkeit, mit einem Erfolg den Vorsprung auf diesem Gegner von acht auf elf Punkte auszubauen.

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Die Eichstätter haben sich mit einer Serie von drei Siegen und einem Unentschieden aus noch tieferen Kellerregionen heraus gearbeitet, bezogen aber zuletzt in Fürth wieder mal eine Niederlage (1:3). So glücklich Aubstadts Arbeitssieg gegen Pipinsried war, so sehr überraschte, dass die bisher unverzichtbar scheinenden Stammkräfte am weitesten von ihrer Topform entfernt waren, dagegen bisherige Bankdrücker auf sich aufmerksam machten. Auf seinen Einsatz als Einwechselspieler verzichtet hätte am liebsten im Nachhinein Patrick Hofmann, der sich in der allerletzten Sekunde des Spiels eine schwere Verletzung, den Riss der Patellasehne, zuzog. Für ihn dürfte die Saison beendet sein.

Der Siegtreffer gegen den FC Pipinsried könnte für Jannik Fippl ein Schlüsselerlebnis gewesen sein

Für Neuzugang Jannik Fippl, der bisher im Vergleich zur letzten Saison in Pipinsried (33 Einsätze) in Aubstadt erst achtmal ran durfte, davon nur drei Mal in der Startelf, könnten diese 90 Minuten ein Schlüsselerlebnis gewesen sein. Nicht nur wegen seines Siegtreffers, sondern seiner tadellosen Leistung insgesamt. So richtig glücklich ist so ein ambitionierter, junger Spieler natürlich nicht, wenn er alles auf Fußball setzt, alles investiert, "verletzungsfrei jahrelang keine Trainingseinheit verpasst" und dann im 21. Spiel zum ersten Mal durchspielen darf. "Ich bin schon nach Aubstadt gekommen, um Stammspieler zu sein", bekennt er freimütig, "obwohl ich wusste, dass es eine erfahrene, eingespielte Mannschaft ist".

Fippl, 22 Jahre jung, defensiver Linksfuß, flexibel einsetzbar, am liebsten Innenverteidiger, hat in seinem Fußballerleben "fast alle Positionen ausprobiert, war in der C-Jugend noch Stürmer". Kein Fehler, wenn in einem Verteidiger auch etwas Stürmerblut fließt, wie jenes 1:0 beweist. "Ich bekam eine Woche vorher in Nürnberg in der letzten Minute exakt an dieser Stelle den Ball auf den rechten Fuß und verzog ihn. Diesmal hat es gepasst. Das war schon Wahnsinn. Ich habe mich riesig gefreut, es war nämlich bisher eine schwere Zeit für mich in Aubstadt, mit vielen Rückschlägen. Aber ich habe nicht aufgegeben und wurde jetzt dafür belohnt." Womit er ein dickes Ausrufezeichen gesetzt hat, nach dem Motto: He, mich gibt es auch noch, ihr könnt euch auf mich verlassen.

Jannik Fippl wuchs in der Nähe von Coburg und in der Nähe von Augsburg auf

Jannik Fippl wuchs im ganz kleinen Dörfchen Bodelstadt bei Coburg auf. Als Bub begann er in Rossach mit Fußball, wechselte bald nach Ebern und zog dann mit seinen Eltern in die Nähe von Augsburg. Nach einem halben Jahr beim FC Stätzling begann seine Reise in die große Fußballwelt. Es folgten die Jugend-Stationen 1860 München, FC Ingolstadt und 1. FC Nürnberg. In Nürnberg machte er auch die Mittlere Reife. Bei den Aktiven landete er nach Don Bosco Bamberg und dem FC Pipinsried in Aubstadt und wohnt, wie die meisten seiner Mitspieler, in Würzburg.

"Eichstätt ist eine sehr starke Heimmannschaft", erinnert sich Fippl an die letzte Saison. "Dort ist einiges los. Der Platz wird in schlechtem Zustand sein, es wird nur über den Kampf gehen. Wir wissen um unsere Qualität und wollen gewinnen, wissen aber auch, wie schwer es sein wird."

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Victor Kleinhenz sieht Fippls Situation beim TSV Aubstadt als "tatsächlich unangenehm für ihn, weil unsere gestandenen Innenverteidiger ihre Sache bisher gut gemacht haben. Dann hatte er ein paar undankbare Aufgaben bei schwierigen Spielen, gegen Bayern, den Club und in Fürth, hat es immer sehr ordentlich gemacht und sich seinen Startelf-Einsatz letzte Woche redlich verdient". Er arbeite, so Kleinhenz weiter, "im Training sehr hart an sich und will sich weiter entwickeln. Er wird das auch mit seiner Disziplin, seinem Ehrgeiz und seinem jungen Alter ganz sicher".

In Eichstätt, so Kleinhenz, "hängen die Trauben hoch, wie ihre letzten Ergebnisse beweisen. Es ist eine körperlich sehr robuste Mannschaft, die aber auch individuell viel Klasse hat. Es wird eine richtig große Auswärtsaufgabe. Wir wissen aber, was wir tun müssen, um dort zu bestehen." Fehlen werden ihm dabei außer Patrick Hofmann und dem langzeitverletzten Michael Dellinger noch Christopher Bieber, Christian Köttler und Jens Trunk.

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