TISCHTENNIS: TTBL

Andy Albert kritisiert die Art und Weise der Terminplanung

Volle Konzentration war von TSV-Bad-Königshofen-Manager Andy Albert (im Bild) bei der Telefonkonferenz der Tischtennis-Bundesliga gefordert, um Informationen zu verarbeiten und für Abstimmungen gerüstet zu sein.
Volle Konzentration war von TSV-Bad-Königshofen-Manager Andy Albert (im Bild) bei der Telefonkonferenz der Tischtennis-Bundesliga gefordert, um Informationen zu verarbeiten und für Abstimmungen gerüstet zu sein. Foto: Rudi Dümpert

Um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) ging es schwerpunktmäßig bei einer Telefonkonferenz der zwölf TTBL-Vereine, die vom Geschäftsführer der TTBL GmbH, Nico Stehle, vom Sitz in Fulda aus moderiert wurde. Insgesamt standen acht Tagesordnungspunkte auf dem Programm, bei denen unter anderem auch vom TSV Bad Königshofen Manager Andy Albert, zugleich einer der zwei Geschäftsführer der vom TSV ausgegliederten GmbH für den Spielbetrieb der Bundesligamannschaft, mehrfach zu Wort kam. Nach zwei Stunden Information und Diskussion waren die derzeit möglichen Eckpunkte fix, um, so wie seit langem geplant, die neue Saison 2020/21 Anfang/Mitte September starten zu können.

Fernsehpräsenz macht attraktiv

Wenn dies gelinge, sei Tischtennis die Sportart, die als erste einen deutschen Meister kürte und als erste die neue Saison beginnt. Selbst in dieser Feststellung Stehles kam das Ringen der TTBL im Kampf um eine vordere Platzierung auf der Bekanntheit-Skala zum Ausdruck, die eindeutig von Fußball, Basketball, Handball und Eishockey angeführt werde. Diese wiederum schlage sich in der Präsenz im Fernsehen und damit in der Attraktivität für Werbung und Sponsoren nieder. „Denn“, so Stehle, „wenn wir zwölf schon einen nicht unwesentlichen Teil unseres Etats über Zuschauer-Einnahmen generieren und diese uns womöglich ganz oder nur teilweise abgehen, müssen wir uns unseren Fans noch mehr als bisher im Fernsehen zeigen.“

Zeit für Terminplan noch nicht reif

Die Übertragung der Play-offs auf dem Spartensender Eurosport sei beste Werbung in eigener Sache gewesen. Tischtennis und Fernsehen passten gut zusammen. Es liefen Gespräche mit verschiedenen möglichen TV-Partnern wie zum Beispiel Eurosport oder Sport 1. Am liebsten wolle man natürlich wieder „maximal“ viele Zuschauer in die Hallen bekommen. Dies war auch der Ansatz dafür, dass sich die überwiegende Mehrheit der Vereine für einen möglichst frühen Saisonstart aussprach, selbst wenn sich großzügigere Lockerungen erst in der Folge ergeben. Für einen fixen Terminplan sei momentan aber die Zeit noch nicht reif „wegen des fehlenden Rahmen-Terminplans“ des Tischtennis-Weltverbands ITTF „und zu vieler weiterer Unbekannten wie zum Beispiel von ITTF-Turnieren für 2021 und sogar für 2020.“

Albert: „An uns selbst denken“

Das wiederum war Ansatz der Kritik von TSV-Manager Andy Albert. „Wir müssen endlich mal mehr an uns selber denken und unsere Liga stärken, anstatt alle unsere Pläne und Entscheidungen von der ITTF abhängig zu machen, deshalb in der Luft zu hängen und zu nehmen, was übrig bleibt an Terminen“, monierte er. Heraus komme ein für Nicht-Insider nicht nachvollziehbares, zerpflücktes Termin-Korsett mit eng gedrängten Spieltagen bis hin zu ewig langen Pausen. „Wenn ein Verein meint, er müsse einen Top-Spieler unbedingt für ein bestimmtes Turnier abstellen, dann muss eben ein Ersatzmann ran. Umgedreht sind die meisten Spieler ja auch darauf bedacht, bei uns Vereinen der TTBL unterzukommen.“

Schlussendlich stand der Plan, im September die Saison 20/21 zu starten, selbst vor weniger oder gar keinen Zuschauern, weil sonst das Termingedränge mit deutscher Meisterschaft, Europameisterschaft, Weltmeisterschaft, Olympia und sonstigen Turnieren immer enger werde. Mehrheitlich abgelehnt wurde die Möglichkeit, eine gemeinsame Zuschauer-Obergrenze festzulegen. Vielmehr wollten die Vereine sich an den regionalen, behördlichen Beschränkungen orientieren und damit das Maximale anstreben. Bis spätestens Anfang August, also mit vier Wochen Vorlaufzeit, wolle man den Terminplan festzurren, zumindest mal für die Vorrunde.

Doppel oder kein Doppel?

Als Sicherheits- und Hygienekonzept solle das Modell, das sich bei den Play-offs bewährte, zur Anwendung kommen. Die Abstimmung, ob die Doppel weiterhin zu streichen seien, ergab mit großer Mehrheit, „nach derzeitigem Stand wieder das Doppel im fünften Spiel entscheiden zu lassen, schon wegen der besonderen Attraktivität.“ Wenn Tischtennis-Doppel nicht möglich sei, könne es überhaupt keinen körperbetonten Mannschaftssport geben, glauben die Vertreter der Bundesligavereine. Wichtig sei, ein System auch die ganze Saison über durchziehen zu können.

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