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Aubstadt gegen Kickers: Die Freundschaft ruht für 90 Minuten

Er trifft am Dienstagnachmittag im Trikot des TSV Aubstadt auf seinen Ex-Klub FC Würzburger Kickers: Christopher Bieber (im Bild).
Foto: Rudi Dümpert | Er trifft am Dienstagnachmittag im Trikot des TSV Aubstadt auf seinen Ex-Klub FC Würzburger Kickers: Christopher Bieber (im Bild).

Fußball

Toto-Pokal Achtelfinale auf Landesebene TSV Aubstadt – FC Würzburger Kickers (Dienstag, 17.30 Uhr, Schulstadion)

In der dritten Runde des bayerischen Toto-Pokals auf Landesebene, dem Achtelfinale, empfängt am Dienstagnachmittag der Regionalliga-Vierte TSV Aubstadt den Drittliga-Drittletzten FC Würzburger Kickers zur ungewohnten Anstoßzeit um 17.30 Uhr. Würzburg ist Titelverteidiger, hatte durch den 3:0-Erfolg im Endspiel in Aschaffenburg die Hauptrunde des DFB-Pokal-Wettbewerbs erreicht und scheiterte kürzlich sehr unglücklich am Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim mit 7:8 im Elfmeterschießen. Im Landespokal haben sich die Kickers durch Siege in Mosbach (5:3) und Kasendorf (4:1) für diese Runde qualifiziert, Aubstadt durch ein 3:0 beim Würzburger FV und ein 6:0 beim SC Feucht.

Feierabendfußballer gegen Profis

Über die Favoritenrolle gibt es durch den Klassenunterschied keine Diskussion: Das ist der Drittligist. Zwischen den Feierabendfußballern von Trainer Josef Francic und den Vollprofis von Trainer Michael Schiele klafft eine vergleichbare Lücke wie zwischen Amateur- und Profifußball. Das können Welten sein. Aber je nach Entwicklung des Spiels können scheinbar unüberwindbare Berge auch zu kleinen Hügeln schrumpfen. Natürlich sprechen fast alle Vergleichswerte für den Aubstädter Kooperationspartner vom Dallenberg. Wer aber bei den Gastgebern Hoffnungen schüren will, bringt den momentanen Lauf beider Mannschaften ins Spiel und rechnet die ligaübergreifend nur sechs Tabellenplätze Unterschied zwischen dem 18. der 3. Liga und dem Vierten der Regionalliga hoch.

„Wenn es läuft, läuft es“, hat sich in Illertissen vor drei Tagen beim 2:1-Auswärtssieg der Aubstädter wieder einmal bewiesen. Dagegen haben die Kickers auch ihr jüngstes Heimspiel gegen Zwickau 0:2 verloren, davor 2:5 in Braunschweig. Bei zwei Siegen (3:1 gegen Bayern München II und 3:1 gegen Preußen Münster) gab es fünf Niederlagen und auswärts keinen Punkt.

Vereine pflegen gutes Verhältnis

Josef Francic schaute vor diesem Spiel wieder mal über den Tellerrand hinaus. „Ich habe es am Trainer von Illertissen gemerkt“, Ex-Profi Marco Küntzel. „Diese Profis tun sich viel schwerer mit einer Niederlage als unsereiner.“ Deshalb sieht er dem Spiel gegen Würzburg auch relativ gelassen entgegen. „Die Kickers sind unser Kooperationsverein, zu dem wir ein gutes Verhältnis haben. Aus dieser Kooperation heraus sollen ja beiden Vereinen Vorteile erwachsen. Aber in diesem Spiel wird nicht kooperiert, da müssen Frieden und Freundschaft für zwei Stunden hintan gestellt werden, weil beide Mannschaften weiterkommen wollen.“

Man freue sich auf diesen sportlichen Vergleich mit dem größeren Partner. „Sie sind die stärkste Mannschaft in unserer Region mit der größten Qualität. Das ist für uns wie Zuckerbrot, aber auch eine gute Vorbereitung auf die nächsten Aufgaben, lauter Jungprofis oder Vollprofis wie 1. FC Nürnberg II, Bayreuth, Türkgücü München oder Greuther Fürth II. Dafür kommt dieses Spiel gerade recht.“

Francic: „Haben zweierlei Ziele“

Francic differenziert auch: „Wir haben zweierlei Ziele. Wir müssen sehen, wie weit wir die angeschlagenen Spieler belasten können und wie weit wir die reinwerfen, die auf einen Einsatz brennen.“ Womit er seine drei Wechselspieler von Illertissen meinte, Michael Kraus, Max Schebak und Christoph Schmidt. „Die kamen alle drei mit viel Erfahrung, viel Motivation und Elan rein. Gerade solche Spiele sind für sie wichtig, sich ihre Bestätigung zu holen.“

Francic hat mit Ex-FWK-Angreifer Christopher Bieber einen Vollblutstürmer im Kader. „Er hat bei seinen zwei Startelfeinsätzen gezeigt, wie richtig es war, ihn zu holen. Wenn der läuft, sieht das womöglich ein bisschen anders aus als bei einem 18-Jährigen.“ Aber er habe den richtigen Riecher und habe Entscheidendes beigetragen zu den zwei Siegen gegen Augsburg und in Illertissen.

Schwierige Bedingungen

„Dort musste er gegen zwei Gegner spielen“, sagt Francic, „die er beide aus seiner Erfurter Zeit gut kennt. Der eine bissig, der andere zwei Meter groß und kopfballstark. Er hat sie beide vernascht bei Timo Pitters Tor, schob die Kugel in die Schnittstelle rein. Und dann erzwingt er noch einen Elfmeter.“ Dabei habe er schwierige Bedingungen in Aubstadt, „weil er allein als Stoßstürmer vorne drin ist. Er ist ein Glücksfall für uns, menschlich wie spielerisch. Ich hoffe, dass er zufrieden bei uns ist und uns macht er auch zufrieden.“ (rd)

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