Bad Königshofen

Im Spiel bei Werder Bremen: Lerneffekt für Bad Königshofen

Bastian Steger (Archivbild) gewann in Bremen gegen Aguirre,  verlor aber gegen Falck.
Foto: Rudi Dümpert | Bastian Steger (Archivbild) gewann in Bremen gegen Aguirre,  verlor aber gegen Falck.

Die 1:3-Niederlage des TSV Bad Königshofen in der Tischtennis-Bundesligisten bei Werder Bremen, einem Halbfinalisten der vergangenen TTBL-Saison, sollte kein Beinbruch sein. Die Wiedergutmachung für die 0:3-Schlappe in der vergangenen Runde ist halbwegs gelungen. Es war eine solide Vorstellung des TSV-Trios , die den knappen Unterschied zwischen den beiden Teams mit etwas weniger Pech noch knapper hätte darstellen können, wenngleich der Sieger kein unverdienter war.

Filip Zeljko durfte nur zuschauen, weil Abdel-Kader Salifou erstmals zur Verfügung stand, gleich im ersten Einzel gegen den Vizeweltmeister Mattias Falck in die Box musste und unter seinen Möglichkeiten blieb. Kilian Ort fehlten ein paar wenige glückliche Augenblicke anstelle unglücklicher Entscheidungen und er hätte gegen Kirill Gerassimenko auch gewinnen können. Allein Bastian Steger dominierte in seinem ersten Einzel gegen Marcelo Aguirre in überaus beeindruckender Weise hin zum 1:1-Zwischenstand, um im vierten Einzel gegen Falck im Duell der körperlich Ungleichen den Kürzeren zu ziehen.

Salifou sucht vergeblich nach der Normalform

Da Salifou in der vergangenen Saison zwei Mal gegen Falck gewonnen hatte, schien der Aufstellungs-Poker aufgegangen zu sein. Doch der Franzose rang vergeblich um seine Normalform. Für ihn war dieser psychologische Vorteil nach wenigen Ballwechseln dahin, aufgehoben durch die physischen und psychischen Folgen seiner Erkrankung. Noch dazu im mit Spannung erwarteten, verschobenen ersten Einsatz für den TSV.

Für den Dauer-Spieler Falck entschieden seine sehr viel größere Wettkampfpraxis, der mit den kurzen Außennoppen erzeugte Effet und letztlich auch die größere Schnelligkeit im Kopf. Salifous Widerstand bröckelte von einem Satz zum anderen mit acht, dann fünf und vier eigenen Punkten gegen elf.

Steger macht mit Aguirre kurzen Prozess

Eine bärenstarke Demonstration seiner Stärke war die kurze Vorstellung von Bastian Steger gegen den jüngsten Olympiateilnehmer (mit 15) im Tischtennis aller Zeiten, Marcelo Aguirre aus Paraguay. Die letzte Begegnung mit dem 27-Jährigen hatte Steger noch verloren. Am Freitagabend machte er mit 11:4/11:6/11:0 kurzen Prozess.

Jetzt musste Kilian Ort gegen Kirill Gerassimenko in den Ring und es zeichnete sich ab, dass das Duell der Dreier das mögliche Schlüsselspiel sein könnte: Zwei Spieler, die sich von ihrer Spielanlage, dem Spielplan und der Spielstärke her sehr gleichen. In den ersten zwei Sätzen musste Ort dafür büßen, dass er seinen Gegner am Anfang auf 1:4 bzw. 1:5 enteilen ließ, diesen Rückständen nachrannte und bis 9:9 bzw. 10:10 viel Kraft und Konzentration investieren musste. 9:11 und 10:12 waren die Folge.

Fortuna kommt Ort nur ein Stückchen entgegen

Im dritten Satz neigte sich ihm Fortuna wenigstens ein Stückchen entgegen. Er wehrte drei Matchbälle ab, dann half ihm ein Netzroller über 11:10 zum Satzgewinn. Doch im vierten Durchgang war Fortuna wieder Werderanerin. Es blieb bei Nuancen, aber auch ein paar taktischen Fehlern, die zum 9:11 führten – 2:1 für Bremen.

Jetzt hätte Bastian Steger schon Sensationelles leisten müssen. Denn der Weltranglisten-Neunte Falck scheint sich kurz vor seiner Teilnahme an den Bubble-Turnieren mit dem Weltcup-Finale in China seiner WM-Form zu nähern. Der Schwede ließ den Oberpfälzer überhaupt nicht ins Spiel kommen, zog seine Taktik durch, über einen starken Aufschlag und bärenstarken Rückschlag schnell in die Offensive zu kommen, so dass Steger mehr der Reagierende blieb.

Und hinterher, ganz nahe am letzten Ballwechsel, sehr enttäuscht war: „Ich habe hier nicht so gut gespielt. Es war ein schweres Spiel, das war klar. Ich habe einfach nicht meine Leistung gebracht, fand keine Mittel, war ratlos.“

Albert nimmt das Team in Schutz

TSV-Manager Andy Albert nahm seinen Leader und die ganze Mannschaft in Schutz: „Bastian hat alles probiert. Für Salifou war es unter den Umständen eine sehr schwere Aufgabe, aber da musste er durch. Und Kilian hat im Schlüsselspiel alles versucht. Aus diesem Spiel kann er viel lernen.“

Andreas Köber, einziger TSV-Fan (ein Bad Königshöfer aus Köln) unter den 80 Zuschauern, brachte es auf den Punkt: „Der Knackpunkt war Kilians Spiel. Er war nicht der Schlechtere, sondern der Unglücklichere.“

Ergebnisse:

Mattias Falck – Abdel-Kader Salifou  3:0 (11:8/11:5/11:4)

Marcelo Aguirre – Bastian Steger 0:3 (4:11/6:11/0:11)

Kirill Gerassimenko – Kilian Ort 3:1 (11:9/12:10/10:12/11:9)

Mattias Falck – Bastian Steger 3:0 (11:5/11:7/11:6)

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