LAUFEN: RGC

Beim Herschfeldlauf ist für jeden etwas dabei

Benedikt Beck (von links), Klaus Arnold und Klaus Mauer hatten sich verabredet, um in Herschfeld gemeinsam auf die Hauptlaufstrecke zu gehen.
Benedikt Beck (von links), Klaus Arnold und Klaus Mauer hatten sich verabredet, um in Herschfeld gemeinsam auf die Hauptlaufstrecke zu gehen. Foto: Angela Bleichner

Was gibt es zu berichten über einen abgesagten Lauf? Der Herschfeldlauf erlebte eine sehr ungewöhnliche 13. Auflage. Sie wird vielleicht gerade deshalb in besonderer Erinnerung bleiben. Keine Wettkampfatmosphäre wie sonst, keine Zeitnahme, somit keine Ergebnislisten und auch keine Siegerehrungen. Dafür die Chance, an drei Tagen von Freitag bis Sonntag eine der gewohnten Strecken zu laufen oder zu walken.

Die Freude an der Bewegung steht für viele im Vordergrund

Bei sommerlichen Temperaturen und ein paar Wolken am blauen Himmel füllte sich in den Abendstunden des Freitags die Liste der Teilnehmer. Als eine der ersten gingen Elisabeth und Helmuth Scholtyssek vom TSV Saal auf die Walkingstrecke. Von ihnen müsse man kein Foto machen. „Wir sind doch keine schnellen Läufer“, riefen sie. Doch gerade das macht die Läufe beim Rhön-Grabfeld-Cup (RGC) aus. Für jeden ist etwas dabei, ob schnell, ob langsam, ob Läufer oder Walker. Und gerade in diesem Jahr ohne Wettkampfdruck steht die Freude an der Bewegung, mehr Zeit für die schönen Strecken rings um Herschfeld und Zeit für Gespräche mit Lauffreunden, die sich am Sportheim einfanden, im Vordergrund.

Für die Läuferinnen und Läufer des SV Herschfeld waren die Vorbereitungen in diesem Jahr reine Routine. Es wurden die einzelnen Strecken präpariert, markiert und im Vorfeld zusammen abgelaufen. Zur Begrüßung der Teilnehmer fanden sich genug Helfer, die an allen drei Tagen vor Ort waren und allen, die den Lauf absolviert haben, ein kleines Präsent überreichten. Beim 13. Herschfeldlauf sind die verschiedenen Strecken insgesamt 200 Mal gelaufen und gewalkt worden, die größte Läufergruppe waren die Herschfelder Gastgeber mit 55 Teilnahmen. Alexander Kamerzel vom SV Herschfeld lief die große Runde (acht Kilometer) in beachtlichen 34 Minuten. Stephanie Philipp-Schirmer, die Vorsitzende des SV, hat es sich nicht nehmen lassen, am Lauf ihres Vereins teilzunehmen und walkte auf der Hauptlauf-Strecke.

Günter Straub kommt wie immer mit dem Fahrrad zum Lauf

Unermüdlich und bei fast allen RGC-Läufen dabei kam auch diesmal Günter Straub vom TSV Rannungen wie immer mit dem Fahrrad. Der 74-Jährige ließ es sich nicht nehmen, gleich am Freitag den Hauptlauf unter die Füße zu nehmen. „Für mich gehört das Laufen und Sport überhaupt zum Leben ganz normal dazu.“ Das ist auch das Motto von Inge Drescher von der DJK Leutershausen, die mit 68 Jahren inzwischen aus reiner Freude am Laufen ebenso regelmäßig zu den RGC-Läufen kommt. „Ich laufe immer ohne Uhr, ich will einfach dabei sein.“ Lachend antwortete sie auf die Frage, welche Strecke sie laufen wolle: „Na selbstverständlich den Hauptlauf.“

Dass die Strecken an drei Tagen gelaufen werden konnten, inspirierte Mike Hasenpusch, den Hauptlauf gleich viermal an den drei Tagen zu laufen. „Das waren super Vorbereitungsläufe für meinen K30 beim Borderland Ultra im September. In der Summe konnte ich viele Höhenmeter zusammenbekommen.“ Eine Runde hatte 170 Höhenmeter und der letzte Anstieg vor dem Sportplatz, kurz vor dem Ziel, hatte es noch einmal ganz schön in sich. Andreas Grau vom SV Herschfeld hatte bereits 20 Kilometer in den Beinen, als er am Sportheim ankam. Nachdem er einen Läufer auf seiner Runde begleitet hatte, traf er Lauftrainer Albrecht Wilm am Sportheim. „Komm, ich laufe noch einmal mit dir, zieh dich um.“ Und so ging es ein weiteres Mal auf die Hauptlaufrunde.

Es kamen sowohl Familien, die gemeinsam liefen, als auch Freunde, die sich zum Lauf verabredet hatten. So trafen sich Klaus Arnold vom SC Ostheim, Benedikt Beck von der SG Hilders-Simmershausen und Klaus Mauer vom TSV Hausen. Benedikt Beck freute sich besonders auf den gemeinsamen Lauf, da die Läufe seines Laufcups, bei dem er sonst am Start ist, wegen Corona ersatzlos abgesagt wurden. „Es ist hier eine tolle Möglichkeit, wieder im kleinen Rahmen zusammen zu laufen.“

Herrlicher Blick auf den Kreuzberg und das Rederkreuz

Den Sportlerinnen und Sportlern stellten sich verschiedene Fragen: „Vermisse ich das Wettkampfgefühl? Vermisse ich die vielen anderen Läufer auf der Strecke, mit denen ich mich messen kann?“ Die Antworten: ja und nein. Auf der einen Seite mache es einfach Spaß, sich ab und an auch wieder mal so richtig zu fordern, auf der anderen Seite habe gerade die letzte Zeit, in der so vieles anders war, gelehrt, mehr im Moment zu leben und zu laufen. Man konnte die Aussicht auf den Kreuzberg genießen, die sich drehenden Windräder beobachten, schräg gegenüber das Rederkreuz entdecken und innerlich am Anstieg fluchen.

Auf den waldigen Passagen im Schatten lief es sich einfach so dahin. Etwas vermisst wurde ein Fahrradbegleiter, der vor den folgenden Anstieg Mut machte und zu Ruhe mahnte. Vermisst wurden auch die Freiwilligen der Feuerwehr, die sonst immer eine Wasserdusche angeboten hatten. Auch die Helfer, die sonst die Wasserstände betreuten, wurden vermisst.

Regelmäßiger Sport ohne Leistungsdruck tut gut

In den letzten Jahren hat sich in der Laufszene einiges verändert. Wettkämpfe sind nicht nur für die ganz schnellen Läuferinnen und Läufer da. Dabei sein und mit ihnen an einer Startlinie zu stehen, macht viel vom Reiz des Laufens aus, egal, wie schnell oder wie alt jemand ist. Und Corona hat innehalten lassen und aufgezeigt: Regelmäßiger Sport trägt viel zum Wohlgefühl bei. Die Vereine melden die Teilnahmen gesammelt an den RGC, der Lauf kann auch unter rgcfamilie@gmx eingetragen werden, unabhängig davon, ob auf den Originalstrecken oder an einem anderen Ort gelaufen wurde.

Elisabeth und Helmuth Scholtyssek vom TSV Saal gingen als eine der ersten am Freitagabend auf die Walking-Strecke.
Elisabeth und Helmuth Scholtyssek vom TSV Saal gingen als eine der ersten am Freitagabend auf die Walking-Strecke. Foto: Angela Bleichner

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