Aubstadt

Aubstadt macht es mit Hingabe

Fußball

Regionalliga Bayern

FV Illertissen – TSV Aubstadt 1:2 (1:2)

Von der Fahrt ins Schwäbische zum fünften Auswärtsspiel beim etablierten Regionalligisten FV Illertissen brachte Neuling TSV Aubstadt drei wertvolle Punkte und jede Menge Entspannung mit, was den Blick auf die Tabelle betrifft. Dort grüßt der Aufsteiger mit 16 Punkten von Platz 4 und kann die nächsten Top-Herausforderungen, zunächst die zwei Heimspiele (Dienstag gegen die Würzburger Kickers im Pokal, Samstag gegen den 1. FC Nürnberg II) selbstbewusst und mit großer Gelassenheit auf sich zukommen lassen. Mit Ausflug oder gar Urlaub hatte diese Fahrt nur von einigen vergleichbaren Begleitumständen her zu tun. So zum Beispiel der Stau auf der Autobahn, der sie erst eine Stunde vor Spielbeginn hat ankommen lassen.

Anfangsphase gut überstanden

„Es ist alles schief gelaufen vor dem Spiel, was nur schief laufen konnte“, ließ Trainer Josef Francic seinem ersten Gefühlsausbruch „Wahnsinn, Wahnsinn“ folgen. „Wir sind von einem Stau in den anderen gekommen und dachten schon, das schaffen wir heute nicht mehr.“ Doch diesmal brach die Mannschaft nicht so ein wie nach der Anfahrt nach Schalding. „Wir haben uns aber schon schwer getan in der ersten Viertelstunde“, räumte er ein „und waren froh, dass wir da ungeschoren durch gekommen sind. Besonders auf der linken Seite, gegen unsere rechte, war der Gegner sehr stark. Die hatten drei Aktionen, bei denen der Ball ein Mal an der Querlatte gelandet und zwei Mal knapp am Pfosten vorbei gegangen ist.“

In der Tat schienen die Gastgeber das Missgeschick der späten Ankunft der Gäste für sich ausnutzen und legten ein Höllen-Tempo vor, „technisch stark und mit ungeheurem Pressing.“ Aber dann spielten Timo Pitter und Fortuna den Gästen in die Karten mit dem 1:0 nach zehn Minuten. Pitter wurde steil geschickt, überlief seinen Gegenspieler, zog beim dritten Kontakt mit seinem schwächeren rechten Fuß ab und der Ball war drinnen: sein erstes Regionalliga-Tor. „Dann haben wir uns etwas zu tief zurück gezogen, wurden dazu allerdings auch von einem starken Gegner gezwungen.“ Der Elfmeter, der zum Ausgleich führte, kam auch über die anfällige rechte Abwehrseite zustande. Illertissens Daniel Dewein suchte und fand den Körperkontakt zu Julius Benkenstein. „Es war aber ein berechtigter Elfmeter“, gestand Francic.

„Danach kam Biebers Szene. Christopher Bieber stellte, wie schon gegen Augsburg II, die Zeichen auf Sieg, ging bei einer Flanke in den Strafraum auf den Ball zu, schirmte ihn ab und wurde dabei gefoult. Den Elfer verwandelte Ingo Feser in gewohnt sicherer Manier mit seinem sechsten Saisontor zur erneuten Führung. „Dann war unser nächstes Ziel, die erste Viertelstunde nach der Halbzeit zu überstehen und wir haben sie überstanden, obwohl uns der Gegner mächtig unter Druck gesetzt hat“, so Francic. Danach hätten sich die Gäste alles etwas leichter machen können, wenn sie wenigstens die Hälfte ihrer vier Chancen verwertet hätten. „Da haben wir es uns selber schwer gemacht, weil uns das 3:1 nicht gelungen ist. Das soll aber nicht heißen, dass Illertissen enttäuscht hat. Im Gegenteil: Sie waren spielerisch sehr stark und hatten in vielen Situationen kein Glück. Das war wieder auf unserer Seite.“

Mit Hingabe die Aufgaben erfüllt

In diesem Spiel bewahrheitete sich wieder die Fußballer-Weisheit, wer hinten drin steckt, hat oft Pech, und wenn es läuft, läuft es halt. Ein Produkt des Glücks oder Zufalls war der Sieg aber bei weitem nicht, sondern verdient, weil jeder einzelne Spieler und alle Mannschaftsteile ihre Aufgaben zuverlässig, mit Hingabe und der von Francic zitierten Mentalität erledigten. Im Tor war der 18-jährige Nico Purtscher bei seinem ersten Startelf-Einsatz in einer Männer-Mannschaft und in der Regionalliga ein sicherer Rückhalt, wenngleich ihn seine Vorderleute vor den ganz großen Rettungstaten ebenso bewahrten wie sie es nach seiner Einwechslung gegen Augsburg II vor einer Woche getan hatten.

Mit letzter Kraft das 2:1 verteidigt

„Er war leicht aufgeregt. Diesmal hatte er mehr Zeit zum Nachdenken, hat seine Sache aber souverän gemacht. Er hatte vier, fünf Szenen, mehr nicht, aber die hat er gut gemacht“, lobte ihn sein Trainer. Und an den drei Wechselspielern, Schebak für Bieber, Kraus für Pitter und Schmidt für Trunk, zeigte sich, dass auch in dieser Liga Aubstadts Bank eine Bank ist. „Wir haben mit den letzten Kräften, ähnlich wie gegen Augsburg, das Ding verteidigt“, strahlte Josef Francic. „Sie waren wieder total platt, aber sie haben sich wieder belohnt. Es war eine gute Leistung meiner Jungs. Ich bin sehr stolz auf sie.“

Illertissen: Schmidt – Zeller, Wegmann, Maiolo (73. Luibrand), Hahn, Strobel, Dewein (63. Pangallo), Herzel, Krug, Schmid (81. Baric), Nebel. Aubstadt: Purtscher – Behr, Benkenstein, Köttler, Grader – Trunk (83. Schmidt), Müller – Thomann, Pitter (80. Kraus), Feser – Bieber (74. Schebak). Schiedsrichter: Hartl (Hacklberg). Zuschauer: 290. Tore: 0:1 Pitter (10.), 1:1 Strobel (34., Foulelfmeter), 1:2 Feser (40., Foulelfmeter). (rd)

Karten zu gewinnen

In der Regionalliga Bayern empfängt der TSV Aubstadt zum nächsten Heimspiel an diesem Samstag, 7. September, 16 Uhr, den 1. FC Nürnberg II im Schulstadion. Der bekannteste Name beim kleinen Club ist der des Trainers: Marek Mintal. Der Slowake war im FCN-Trikot in der Saison 2004/05 Torschützenkönig der Bundesliga und war Teil der Mannschaft, die in der Saison 2006/07 den DFB-Pokal gewann. Später wurde er von den Clubfans zur Mittelfeldlegende des Jahrhunderts gewählt.

Wir verlosen für das Spiel 3x2 Eintrittskarten. Um an der Verlosung teilzunehmen, schreiben Sie bis Donnerstag, 5. September, 12 Uhr, eine E-Mail an red.neustadt-sport@mainpost.de, Betreff: Club. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (dr)

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