Bad Königshofen

Eine Liebeserklärung, aber kein glückliches Ende für Bad Königshofen

Tischtennis

DTTB-Pokal Achtelfinale Borussia Düsseldorf – TSV Bad Königshofen 3:0

Man kennt sich eben aus dem Effeff, wenn man, sprich Bastian Steger und Kilian Ort, das ganze Jahr in Düsseldorf trainiert, in derselben Halle wie der Gastgeber dieses Pokal-Achtelfinales. „Deshalb“, so Bastian Steger, „hat Kilian heute mal ausgesetzt, weil unser Abdel-Kader Salifou schon zwei Mal gegen Walther gewonnen und Filip Zeljko immer sehr gut gegen Källberg gespielt hat. Und ich habe zuletzt in Maxhütte gegen Karlsson gewonnen.“ Solche Rechnungen macht man im Tischtennis zwar gern auf. Ob sie dann auch aufgehen, ist eine andere Frage. „Nein, wir müssen überhaupt nicht enttäuscht sein“, hielt er hinterher fest. „Wenn wir diese Mannschaft schlagen wollen, was uns schon zwei Mal gelungen ist, dann muss bei uns alles passen und bei denen wenig.“

Für das Teambuilding waren die gemeinsamen drei Tage in Bremen und Düsseldorf auf jeden Fall förderlich, wenn auch das Pokal-Aus schon wieder in der ersten Runde kam. Der Kommentator des Spiels lobte die Gäste eingangs als „eine mega-sympathische Mannschaft in der TTBL mit fantastischem Teamspirit“ und wurde darin auch, trotz der Niederlage, bestätigt. Was Filip Zeljko betrifft, stimmten die Prognosen. Er war der Nummer 57 der Welt Anton Källberg vier Sätze lang ein ebenbürtiger Gegner. Källberg, ein Tempo-plus-Härte-Spieler mit 3:0 Siegen bisher, befindet sich momentan vielleicht in der Form seines Lebens. Bei 3:10-Rückstand zeigte Filip Zeljko dann erstmals sein sympathisches Kämpfer-Gesicht, kam auf 8:10 heran, verlor zwar, holte sich aber seine Emotionalität rein ins Spiel.

Noch ohne sichtbaren Erfolg im zweiten Satz (5:11), aber im dritten und vierten erreichte er das Niveau, selbst diesen Schweden zu knacken. Druck jedweder Art ist der Kroate ja gewohnt. Diesmal kam er, ohne Not, sondern mit Kalkül, zum Zug und enttäuschte nicht. Zeljko fand die Mischung zwischen heiß und cool, lief auch im dritten Satz einem Rückstand nach und gewann ihn mit 11:9. Im vierten schickte ihn Coach Koji Itagaki nach einer Auszeit bei 0:3 zurück an den Tisch. Er spielte sich mit neuem Konzept in einen Rausch zum 11:6 und Satzausgleich. Um im fünften völlig einzubrechen, in dem Källberg alles gelang, der keinen Fehler mehr machte, nur auf die von Zeljko wartete – 0:1.

Im Klassiker hatte es Basti Steger mit Kristian Karlsson zu tun. Der Weltranglisten-24. scheint nach seiner Ellbogen-OP noch einmal zugelegt zu haben an Schlaghärte. Während der Kommentator „die Rückhand von Steger eine Liebeserklärung an den Tischtennissport“ nannte. Satz 1, das Suchen der beiden Strategen nach der rechten Taktik auf Augenhöhe, entschieden Nuancen für Karlsson. Im zweiten hatte Steger seinen Matchplan gefunden, gewann 11:6. Der dritte lief ihm (3:11) davon. Steger nutzte ihn mit dem Ziel, sein Vertrauen in die eigene Stärke zurückzuholen. „Zwischen uns sind das immer offene Spiele. Er war am Ende halt einen Tick stärker.“

Im Dreier-Duell traf der Neu-Königshöfer Salifou auf Ricardo Walther, der seine aktuelle Bilanz auf 4:0 ausbaute. Bei Salifou war schon ein Fortschritt zu seinem Auftritt am Freitag in Bremen erkennbar. Nicht nur, weil er seinen ersten Satz im TSV-Trikot gewann. Bastian Steger nahm überwiegend Positives mit nach Hause in sein Düsseldorfer Domizil: „Wir haben eigentlich eine gute Leistung gezeigt und gegen einen sehr starken Gegner verloren.“ (rd)

Ergebnisse: Anton Källberg – Filip Zeljko 3:2 (11:8/5:11/11:9/6:11/11:1), Kristian Karlsson – Bastian Steger 3:1 (11:9/6:11/ 11:3/11:9), Ricardo Walther – Abdel-Kader Salifou 3:1 (11://11:8/9:11/11:7).

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