Bad Königshofen

Fällt diesmal der Groschen beim TSV Bad Königshofen?

Gegen zwei Spitzenmannschaften der Liga gefordert: Kilian Ort vom TSV Bad Königshofen.
Foto: Rudi Dümpert | Gegen zwei Spitzenmannschaften der Liga gefordert: Kilian Ort vom TSV Bad Königshofen.

Tischtennis

Bundesliga Männer TSV Bad Königshofen – TTC Schwalbe Bergneustadt (Sonntag, 15 Uhr, Shakehands-Arena)

So funktioniert Tischtennis international und in der Folge national. Und so steht zu befürchten, dass die Sportart nie aus ihrem Schattendasein wird heraustreten können. Da plant die nationale Liga eine Saison, natürlich in Abstimmung mit dem internationalen Rahmen-Terminplan. Dann terminiert der Weltverbands mitten in diese Saison hinein mehrere Bubble-Events in China, eine Turnierserie mit den weltbesten Spielern in einer abgeschotteten Blase: einen World-Cup und das Grand Final plus Quarantäne vor Ort.

Und der Tischtennis-Bundesliga bleibt nichts übrig, als die Spiele der Vereine zu verlegen, die diese weltbesten Spieler unter Vertrag haben. Der TSV Bad Königshofen gehört nicht dazu. Erst kündigen einige dieser Sportler ihre Absage an, dann sind die Verlockungen doch zu groß. Zurück bleibt eine an sich höchst attraktive Liga, die aber einen völlig zerrissenen Spielplan mit wochen- bis monatelangen Pausen und in wenige Wochenenden gepressten Spielen aufweist.

Nach dem 3:0 gegen Fulda folgte die Ernüchterung auf dem Fuß

Für den TSV Bad Königshofen bedeutet dies konkret vier Spiele innerhalb von zehn Tagen, davon ein Heimspiel. Nachdem der Auftaktsieg des TSV gegen Fulda (3:0), wenn auch ohne Zuschauer, wieder einige Euphorie ausgelöst hatte, folgte die Ernüchterung auf den Fuß, allerdings gegen zwei Großkaliber der Liga: 1:3 in Bremen und 0:3 im Pokal-Achtelfinale in Düsseldorf. Die zwei Gegner dieses Wochenendes sind kaum schwächer. Die TTF Ochsenhausen spielten jahrelang die zweite Geige hinter Borussia Düsseldorf. 2019 gewannen die Tischtennisfreunde das Double aus Meisterschaft und Pokal, 2020 wurden sie Vizemeister. Und Schwalbe Bergneustadt, das am Sonntag nach Bad Königshofen kommt, ist immer ein Kandidat für die Play-offs, gewann seine ersten zwei Spiele und verlor sein drittes: gegen Düsseldorf – mit 0:3 wie die Bad Königshöfer. Am Donnerstagnachmittag kam die Nachricht: Das Spiel in Ochsenhausen ist abgesagt.

Ort und Steger trainierten unter der Woche mit dem Nationalkader

Kilian Ort schrammte in Bremen denkbar knapp an einem Sieg gegen Kirill Gerassimenko vorbei. In Düsseldorf durfte er pausieren. Von Montag bis Donnerstag nahmen er und Bastian Steger an einem Lehrgang des DTTB-National-Kaders an ihrem Wohnort Düsseldorf teil. „Ich habe da in zwei Tagen mehr trainiert als in den vier Wochen davor“, machte Ort am Mittwoch einen geschafften Eindruck. Ort und die zu seiner körperlichen Verfassung passende individuelle Trainingssteuerung sind so eine Sache. Der Lehrgang endete am Donnerstagnachmittag. Dann setzten sie sich in den Zug und fuhren nach Ochsenhausen. Abdel-Kader Salifou kam aus Saarbrücken mit dem Auto, Filip Zeljko und Coach Koji Itagaki aus Bad Königshofen ebenfalls. Nach einer Übernachtung geht?s gemeinsam ins Grabfeld zum Spiel gegen Bergneustadt.

Drei Ochsenhausener unter den Top 30 der Weltrangliste

Kilian Ort schwört ja nicht gerade auf die Aussagekraft von Weltranglisten-Platzierungen. Doch vor Ochsenhausen führt er diese selbst ins Feld: „Irgendwo sieht man schon, mit welchem Gegner wir es zu tun haben.“ Hugo Calderano ist die Nummer 6, Simon Gauzy die 19 und Kanak Jha 27. Bei Bad Königshofen ist Steger auf 125, Salifou auf 179, Ort auf 198 und Zeljko auf 276. „Das ist schon ein Brett, das wir vor uns haben. Alle drei zieht es nach China. Ich gehe deshalb davon aus, dass sie alle drei gegen uns spielen.“ Die beiden Finalisten von April, Ochsenhausen und Saarbrücken, sowie Bergneustadt sind auch die einzigen TTBL-Teams, gegen die der TSV noch nie gewonnen hat. „Wir werden aber in Ochsenhausen ebenso alles geben wie am Sonntag daheim gegen Bergneustadt, wo endlich der Groschen mal fallen soll.“

120 Zuschauer in der Halle und viele daheim am Bildschirm

Und als er „endlich wieder mal vor Zuschauern“ hinzufügt, hellt sich sichtbar seine Stimme auf. „Natürlich freuen wir uns auf unsere Zuschauer, wenn wir auch bedauern, dass nicht mehr als 120 rein dürfen. Wir werden auch für die kämpfen, die zuhause am Bildschirm mitfiebern.“ Bei Bergneustadt schätzt Kilian Ort besonders Benedikt Duda, wie er selber ein Eigengewächs des Vereins. Es ist für diese beiden ein Alleinstellungsmerkmal in der TTBL. „Sie haben sich mit Stefan Fegerl einen ausgesprochenen Blockspezialisten dazu geholt, gegen den es sehr unangenehm ist zu spielen, weil er extrem viele Bälle auf den Tisch spielt. Alvaro Robles tut das natürlich auch.“

Der Linkshänder aus Spanien ist amtierender Vizeweltmeister im Doppel. „Er spielt sehr intelligent. Dazu kommt, dass ihr Trainer Lei Yang auch beim DTTB in Düsseldorf angestellt ist. Er sieht Bastian Steger und mich Tag für Tag beim Training und wird das für seine Mannschaft zu nutzen wissen. Wir sind aber voll motiviert, um von diesem Wochenende was mitzunehmen.“

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