Aubstadt

In Aubstadt kommt es zum Duell zweier ungleicher Dorfklubs

Aubstadts Flügelspieler Timo Pitter (rechts) scheut die Zweikämpfe nicht. Auch gegen den TSV Buchbach werden die Aubstädter wieder an die Schmerzgrenze gehen müssen, um als Sieger vom Platz gehen zu können.
Foto: Rudi Dümpert | Aubstadts Flügelspieler Timo Pitter (rechts) scheut die Zweikämpfe nicht. Auch gegen den TSV Buchbach werden die Aubstädter wieder an die Schmerzgrenze gehen müssen, um als Sieger vom Platz gehen zu können.

Fußball

Regionalliga Bayern TSV Aubstadt – TSV Buchbach (Samstag, 14 Uhr, Schulstadion)

In Buchbach wollten beim Hinspiel am 18. August 2019 viele der 619 Zuschauer wissen, „wo bitte liegt denn Aubstadt?“ Dann musste man die gänzlich unbekannten Gäste nach einem Treffer von Julius Benkenstein mit 1:0 in Führung gehen lassen und gewann durch Treffer von Mucahid Cinar und Christian Brucia am Ende doch mit 2:1. Beim Rückspiel an diesem Samstag würde man in Aubstadt wohl eine ähnliche Frage unter den maximal 200 Zuschauern hören. Hier schon einmal die Antwort: Buchbach ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn, knapp vier Mal so groß wie Aubstadt und 330 Kilometer entfernt. Sollten die Gäste erst am Samstag anreisen, würden sie die gleiche Erfahrung machen wie die Aubstädter im August 2019 nach vier Stunden Busfahrt. Wird es aber auch ein 2:1 geben? Kann sich Aubstadt (5./36) ein Stück absetzen von Buchbach (6./35) oder gibt es einen Überholvorgang?

Große Erfahrung im breiten Kader des TSV Buchbach

Beide Trainer, Victor Kleinhenz wie Markus Raupach, verweisen permanent darauf, dass sie nichts halten von Vergleichen mit Hinrunden-Ergebnissen. Zu sehr hätten sich die Kader und Mannschaften verändert. Was freilich viel deutlicher bei den Aubstädtern erkennbar ist. Benkenstein war zuletzt verletzt, ist aber wieder im Kader. Cinar verließ wie sechs weitere Spieler im Juli die Buchbacher. Dem Vernehmen nach habe sie quantitativ und positionsbezogen sieben Neue geholt.

Geblieben ist mit dem 32-jährigen Christian Brucia die leibhaftige Fußball-Erfahrung. Welcher Regionalligaspieler kann dieses Gesamt-Paket an Erfahrung schon überbieten: 21 U19-Bundesligaspiele für Eintracht Frankfurt, dann bei Waldhof Mannheim, Wacker Burghausen und seit 2013 beim TSV Buchbach. 74 Spiele in der 3. Bundesliga und 206 in der Regionalliga. Trainer Markus Raupach hat einen über Jahre gewachsenen Kern von Stammspielern. Acht bis neun ganz erfahrene Regionalliga-Hasen, die meisten bei Großvereinen im Raum München ausgebildet und mehrheitlich in diversen Nachwuchs-Bundesligen aktiv. Die Erfolge der Oberbayern haben ihre Ursache also nicht nur in ihrer Heimstärke (24 der 35 Punkte), sondern grundsätzlich im Potenzial des Personals. Ein Großteil ist im besten Fußball-Alter zwischen 25 und 32 – kaum Lehrlinge, überwiegend Gesellen und Meister.

In Buchbach bleibt man zudem lange, wenn die Qualität und der Charakter stimmen. Beispiel zwei ist Aleksandro Petrovic. Der 32-Jährige ist seit elf Jahren beim TSV, war zuvor bei den U17- und U19-Junioren des FC Bayern München und absolvierte für Dynamo Dresden 30 Einsätze in der 3. Liga. In der Regionalliga Bayern ist er Rekordhalter mit 256 Einsätzen und erzielte diese Saison bereits zehn Treffer. Mit Karl-Heinz Lappe kam im Januar ein weiterer erfahrener Spieler zu den Oberbayern. Der 33-Jährige spielte in der Jugend für den FC Bayern München und absolvierte für den FC Ingolstadt insgesamt 44 Spiele in der 2. Bundesliga. Vor dem letzten Spiel gegen Greuther Fürth II (5:0) wurde er vom Spielbericht gestrichen, weil er „unverschuldet zu spät zum Aufwärmen“ gekommen sein soll.

Personelle Situation in Aubstadt entspannt sich

Neben dem dörflichen Charakter der Vereine, Buchbach preist gerne seine familiäre Atmosphäre, und ihren Tabellenplätzen liegen ansonsten Welten zwischen beiden. Vom Spielsystem her deutet in dieser Saison alles darauf hin, dass sie ein flexibles 5-3-2 bevorzugen. Ihre Formkurve ging nach den beiden Unentschieden in Burghausen und gegen Rosenheim steil nach oben. „Wer 5:0 gegen Greuther-Fürth II gewinnt, fährt mit Sicherheit mit einer breiten Brust nach Aubstadt“, folgert TSV-Trainer Victor Kleinhenz. Womöglich war für ihn und seine Mannschaft der Tiefpunkt in Sachen Verletzungen am vergangenen Freitag in Augsburg erreicht. „Jule Benkenstein kommt wieder zurück, möglicherweise auch Christopher Bieber. Nach Gelb-Rot-Sperre ist Steffen Behr wieder dabei. Fehlen wird aber Dominik Grader. Im Tor steht wieder Lukas Wenzel“, teilt Kleinhenz mit.

Lehren aus der 0:4-Niederlage beim FC Augsburg II gezogen

Seine Lehren aus der Lehrstunde von Augsburg hat der TSV-Coach gezogen: „Wir haben erfahren, dass Unkonzentriertheiten in dieser Liga knallhart bestraft werden. Deswegen ist es wichtig, gegen Buchbach mutig, aber auch mit der nötigen Klarheit zu spielen. Ich gehe davon aus, dass Nuancen das Spiel entscheiden werden.“ So wie es auch die Tabellenplätze und Punktestände im Vorfeld zum Ausdruck bringen. „Dementsprechend freuen wir uns auf eine packende Regionalliga-Partie am Samstag in Aubstadt“, sagt Kleinhenz. Letztendlich geht es um die Spitze des breiten Mittelfelds der Regionalliga Bayern.

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