Ostheim

Karl-Heinz Frei verlor den Kampf gegen einen heimtückischen Gegner

Der Ostheimer Vorzeige-Sportler ist in der vergangenen Woche an seinem Krebsleiden gestorben.
Karl-Heinz Frei (am Ball) im Spiel seines TSV Ostheim gegen die Frankfurter Eintracht. Gegenspieler Werner Lorant (links) hatte bei diesem Jubiläumsspiel Freis Qualitäten kennengelernt.
Foto: Volker Gunzenheimer | Karl-Heinz Frei (am Ball) im Spiel seines TSV Ostheim gegen die Frankfurter Eintracht. Gegenspieler Werner Lorant (links) hatte bei diesem Jubiläumsspiel Freis Qualitäten kennengelernt.

Die Arme beidseitig eng am Körper, Brust raus, den Ball am Fuß, das Spiel im Blick - so schätzten die Fußballer des TSV Ostheim und des FC Reichenbach Karl-Heinz Frei in den 80er-Jahren. Kompakt und athletisch war sein Spiel, das ihn bis in die Landesliga geführt hat. In der vergangenen Woche ist der Zahntechnikermeister im Alter von 65 Jahren gestorben. An einer heimtückischen Krankheit, gegen die er elf Jahre angekämpft hatte.

Knochenkrebs im Alter von 54 Jahren diagnostiziert

Das Kämpfen musste dem gebürtigen Ostheimer keiner beibringen. "Karl-Henze", wie er gerne von seinen Weggefährten genannt wurde, hatte dieses Gen im Blut. Es half ihm nicht nur in seiner beachtlichen Fußballer-Karriere, sondern auch bis zuletzt im Umgang mit seiner Krankheit, dem Knochenkrebs. Sie wurde bei ihm im Alter von 54 Jahren diagnostiziert. Kaum einem erzählte er davon. Im Gegenteil: Er lachte und zeigte sich positiv, so wie eh und je.

Mit 17 Jahren wurde Karl-Heinz Frei aus der A-Jugend des TSV Ostheim für die Erste Mannschaft "frei" gemacht, wie dies damals bezeichnet wurde. So hatte er 1974 gewichtigen Anteil an der A-Klassen-Meisterschaft seines heimischen TSV und am Aufstieg in die Bezirksliga. Mit seinen beiden jüngeren Brüdern Manni und Udo waren sie "eine Bank" im TSV-Spiel. Das musste auch ein gewisser Werner Lorant von Eintracht Frankfurt erfahren. Karl-Heinz Frei war dessen Gegenspieler, als der Bundesligist ein Jubiläumsspiel in Ostheim absolvierte. "Der hat mich ja bis aufs Klo verfolgt!", knurrte Lorant hinterher.

Wechsel in die Landesliga im "Chalet" besiegelt

Schnell sprach sich Karl-Heinz Freis Können auch bis in die Vorrhön herum, wo der FC Reichenbach 1982 zum zweiten Male in die Landesliga aufgestiegen war. Sein Wechsel - er wurde bei einem nächtlichen Besuch im berühmten Ostheimer "Chalet" besiegelt - brachte ihn nochmals einen Schritt vorwärts in seiner Fußballer-Karriere. Seine beiden Brüder folgten ihm kurz danach nach Reichenbach. Bis 1986 spielte er drei Jahre Landesliga mit dem FC und ein Jahr Bezirksliga, 94 Spiele und zehn Tore stehen für ihn seither in der Teutonen-Statistik.

In dieser Zeit hatte der "Marktplatz-Kalle", wie ihn seine Ostheimer Brüder scherzhaft riefen, weil er gerne dort in der Sonne sitzend einen Kaffee trank, nach seinem Fach-Abi die Ausbildung zum Zahntechniker und später zum Meister gemacht. Seine Fußballer-Karriere ließ er bei seinem TSV ausklingen. Und arbeitete selbstständig für verschiedene Zahnärzte und Labore in der Rhön. "Mein halbes Gebiss stammt von ihm", sagt Volker Gunzenheimer, der ihn in der Jugend mit Willi Krauß trainiert hatte. Er beschreibt Karl-Heinz Freis besondere Gabe: "Neben seinem immensen sportlichen Ehrgeiz sorgte er für den Zusammenhalt in der Mannschaft. Kameradschaft und Hilfsbereitschaft seinen Mitspielern gegenüber zeichneten ihn aus. Als Führungsspieler war er bei allen hoch angesehen. Dazu war er stets heiter. Das brachte ihm viele Sympathien ein. Er bleibt als liebenswerter, verlässlicher und guter Kamerad in Erinnerung."

Mit dem Rad die Vorzüge der Rhön genossen

Seine Krankheit zwang ihn in den letzten Jahren sportlich kürzerzutreten. Dennoch setzte er sich auch da noch gerne aufs Fahrrad und genoss die Vorzüge der Rhön - solange es ihm möglich war. Um ihn trauern nicht nur viele Fußballkameraden aus Ostheim und Reichenbach, vor allem auch seine Angehörigen, seine Steffi und seine drei Kindern Carlo, Franziska und Hanna.

Die Beisetzung findet an diesem Freitag um 14 Uhr im Ostheimer Friedhof statt unter den geltenden Corona-Maßgaben.

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