Bad Königshofen

Kilian Ort verletzt sich, spielt weiter und gewinnt sein Einzel

Tischtennis

Bundesliga Männer

TTC Neu-Ulm – 1. FC Saarbrücken 3:2
TTC Zugbrücke Grenzau – SV Werder Bremen 1:3
TTF Ochsenhausen – SV Werder Bremen 3:0
TTC Fulda Maberzell – 1. FC Saarbrücken 3:2
Post SV Mühlhausen – TTC OE Bad Homburg 3:0
TTC Zugbrücke Grenzau – TTC Neu-Ulm 0:3
Borussia Düsseldorf – TSV Bad Königshofen 3:1
TTC Schw. Bergneustadt – ASV Grünwettersbach 3:2

1. (1.) Borussia Düsseldorf 6 6 0 0 18 : 2 12 : 0
2. (6.) TTC Neu-Ulm 4 4 0 0 12 : 5 8 : 0
3. (2.) ASV Grünwettersbach 6 4 0 2 14 : 11 8 : 4
4. (4.) TTC Schw. Bergneustadt 6 4 0 2 12 : 11 8 : 4
5. (5.) TTF Ochsenhausen 3 3 0 0 9 : 2 6 : 0
6. (3.) 1. FC Saarbrücken 7 3 0 4 16 : 12 6 : 8
7. (7.) SV Werder Bremen 7 3 0 4 11 : 15 6 : 8
8. (8.) Post SV Mühlhausen 4 2 0 2 7 : 7 4 : 4
9. (10.) TTC Fulda Maberzell 6 2 0 4 8 : 16 4 : 8
10. (9.) TSV Bad Königshofen 5 1 0 4 9 : 12 2 : 8
11. (11.) TTC Zugbrücke Grenzau 5 0 0 5 4 : 15 0 : 10
12. (12.) TTC OE Bad Homburg 5 0 0 5 3 : 15 0 : 10
Die nächsten Spiele, Sonntag, 8. November, 15 Uhr: Neu-Ulm – Mühlhausen, Bad Königshofen – Grünwettersbach, Bad Homburg – Düsseldorf

Borussia Düsseldorf – TSV Bad Königshofen 3:1. Wenn der TSV Bad Königshofen in der Tischtennis-Bundesliga gegen Borussia Düsseldorf gewinnen will, dann muss alles passen und beim Gegner einiges nicht. Das war am Sonntag nicht der Fall. Der 30-fache deutsche Meister ließ diesmal den TSV nicht aus der Außenseiter-Rolle heraus und behielt mit 3:1 die Oberhand.

Allerdings verlor diesmal beim sechsten Saisonsieg zum ersten Mal ein Düsseldorfer Spieler ein Match. Beim 3:1 gegen Grenzau war es Trainer Danny Heister. Diesmal hinderte Kilian Ort nicht einmal eine Verletzung während des Spiels, um seinen Kollegen bei der Nationalmannschaft, Ricardo Walther, zu besiegen und seine Einzel-Bilanz auf 3:1 auszubauen.

Doch der Reihe nach: Zunächst mal lief alles wie mehr oder weniger erwartet. Filip Zeljko, der acht Tage zuvor noch so überragend spielte und begeisterte gegen den Ex-Europameister Lebesson, büßte seine weiße Weste (2:0-Bilanz) gegen den Mann der Stunde in der TTBL, Anton Källberg (jetzt 8:0), ein. „Filip ist total motiviert da rein gegangen, vielleicht übermotiviert“, hatte TSV-Manager Andy Albert beobachtet. „Er wollte fast etwas zu viel und machte zu viele Fehler. Während Källberg überragend spielte und kaum einen leichten Fehler machte.“

Dann kam es zum Klassiker Timo Boll gegen Bastian Steger. Viereinhalb Monate war Boll außer Gefecht wegen einer Verletzung. Ein 39-Jähriger, der schon alles erreicht hat bis einschließlich zwei Mal die Nummer 1 der Welt, kuriert das eben anders als ein Junger auf dem Weg nach oben. „Ich habe es geduldig auskuriert und meine Form konsequent wieder aufgebaut“, verriet Boll hinterher. Dass er es ausgerechnet am Sonntag wieder versuchen würde, war fast zu erwarten.

Es ist auch ein Zeichen seines Respekts gegenüber den Bad Königshöfern, gegen die er persönlich und mit dem Team auch schon verloren hat. Die beiden Gleichaltrigen, Steger ist elf Tage jünger, verbindet in ihrer ganz langen gemeinsamen Vita sehr viel: Als Teamkollegen zwei Mal auf dem olympischen Podest und als deutsche Meister mit der Borussia miteinander – im DTTB-Trainingszentrum in Düsseldorf und in der TTBL gegeneinander.

Wie viel Zeit würde Steger bleiben um herauszufinden, was Boll schon wieder kann und was nicht. Im ersten Satz nicht viel, er ging 11:7 an Boll. Im zweiten und dritten aber spielten die beiden auf Augenhöhe, wobei der zweite der Königssatz dieses Nachmittags mit Weltklasse-Ballwechseln am Fließband war. Eine volle Halle hätte getobt. So schön es war. Bastian Steger war in beiden Sätzen ganz nah dran, hatte einen Satzball und verlor 13:15 und 9:11.

Weil keine Zuschauer da waren, entfiel die Pause und mit dem Duell Walther gegen Ort, das beide ihr Leben lang nicht vergessen werden, ging?s gleich weiter. Kilian Ort, der zwei Wochen lang kaum trainieren konnte wegen eines Eingriffs an der Fußsohle, führte nach 8:11 im zweiten Satz mit 7:2. Bei einem Vorhand-Topspin stockte den Beteiligten in der Halle und den Fans daheim am Bildschirm der Atem. Ein kurzer Aufschrei, nicht wegen des 7:3, sondern wegen einer Zerrung im rechten Rückenbereich. Ort machte noch das 8:3 und verschwand dann zur Diagnose und Behandlung in der Umkleide. Eine Aufgabe hätte Spielende nach weniger als einer Stunde bedeutet. Trainer Koji Itagaki fragte Andy Albert, ob man ihn rausnehmen solle. Der und Kilian Ort entschieden: weitermachen. Auch weil bis zum nächsten Spiel zwei Wochen Pause sind.

Ort spielte weiter, obwohl sein Bewegungsapparat alles andere als austherapiert aussah. Er rettete sich zum 11:6 und in den dritten Satz. Es war nun natürlich ein ganz anderes Spiel. Das Ort so kommentierte: „Schmerzfrei konnte ich keine Vorhand spielen, musste Ric zu kurz-kurz oder Rückhand zwingen.“ Was so einfach auch wieder nicht ist. Ohne Ausfallschritt, das rechte Bein nachziehend, zog er Walther herunter und gewann auch den dritten und vierten Satz. Und bat hinterher um Verständnis für den Gegner: „Es ist schwierig, gegen jemanden zu spielen, der limitiert ist. Ich habe so was auch noch nicht erlebt. In unseren Duellen war es immer knapp, meistens hat er gewonnen.“

Und das Gesamtergebnis bewertete Ort so: „Bastian weiß, wenn wir was reißen wollen, brauchen wir seine Unterstützung. Aber jeder hat mal einen nicht so optimalen Tag.“ Erstmals im TSV-Trikot verlor Steger (0:3 gegen Källberg) beide Spiele ohne Satzgewinn. „Aber Düsseldorf ist ja auch nicht Entenhausen“, weiß nicht nur Ort. (rd)

Ergebnisse

Anton Källberg – Filip Zeljko 3:0 (11:8, 11:8, 11:4)

Timo Boll – Bastian Steger 3:0 (11:7, 15:13, 11:9)

Ricardo Walther – Kilian Ort 1:3 (11:7, 6:11, 8:11, 10:12)

Källberg – Steger 3:0 (11:4, 12:10, 11:9)

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