Bad Neustadt

Mit diesen Erwartungen starten die Rhön-Grabfelder Tennisspieler in die Saison

So wie Rainer Eckert vom SV Herschfeld werden am Wochenende viele Spieler aus dem Landkreis nach langer Pause wieder den Tennis-Schläger schwingen.
Foto: Philipp Wohlfart | So wie Rainer Eckert vom SV Herschfeld werden am Wochenende viele Spieler aus dem Landkreis nach langer Pause wieder den Tennis-Schläger schwingen.

Am Wochenende starten Bayerns Tennisspielerinnen und Tennisspieler in die Wettspielsaison. Und das nach einem turbulenten Jahr mit abgebrochenen Ligen, unterschiedlicher Vorbereitung und ständig neuen Inzidenz-abhängigen Regelungen. Im Landkreis Rhön-Grabfeld ist man voller Vorfreude. Ein Blick zu den einzelnen Vereinen.

TC BW Bad Neustadt

"Unsere Vorfreude ist sehr groß, das gesamte Team freut sich, dass es wieder losgeht", sagt Mario Kempf, Mannschaftsführer der in der Bezirksliga spielenden Männer-50-Mannschaft. Einen Mitgliederschwund erlebte der TC nicht. "Wir konnten alle Mitglieder halten und betreiben seit einigen Jahren auch einen Spieleraustausch mit dem TC Mellrichstadt", führt Kempf fort. Erst am 5. Mai konnten die Spielerinnen und Spieler aus der Region wieder auf dem Platz trainieren.

An Doppel war da noch gar nicht zu denken. Dies ist erst seit etwa zwei Wochen möglich, seitdem die Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 liegt. Dass die Doppel ein Problem bereiten könnten, findet auch Mario Kempf: "Ich sehe da noch Verbesserungsbedarf, aber die anderen Vereine hatten ja auch nur eine kurze Vorbereitungszeit. Wir haben letztes Jahr die Runde mehr oder weniger sausen lassen und versucht, über normales Training die ausgefallenen Spiele zu kompensieren." Deshalb sei es das Ziel, in der Liga Fuß zu fassen.

Die Frauen 50 von Blau-Weiß können es kaum erwarten, wieder den Schläger zu schwingen. "Wir sind heiß auf die neue Saison", sagt Mannschaftsführerin Petra Ippach. "Als Anfang Mai das Training wieder möglich war, haben wir sofort angefangen. Meine Mannschaftskolleginnen waren und sind supermotiviert. Im Winter war ja leider so gut wie kein Trainingsbetrieb möglich." Das Team habe sich vorgenommen, die Saison in der Bezirksliga "in der goldenen Mitte abzuschließen".

TC RW Mellrichstadt

Die Vorbereitung der Männer 55, die in der Landesliga antreten, verlief sehr unterschiedlich. "Manche haben Leistungsklassen-Turniere gespielt, manche seit über einem Jahr gar nicht", erklärt Mannschaftsführer Klaus Mainberger. Durch die kurze Vorbereitung sind auch die Mellrichtstädter spielerisch noch nicht auf dem Niveau, das sie vor Corona hatten, gerade beim Doppel. Zudem sieht Mainberger noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten im Bereich Fitness. "Wir sind da noch weit hinten dran." Dennoch ist er sich sicher: "Wir werden eine gute Mannschaft zusammengestellt bekommen. Die Konkurrenz ist hart, aber wir werden versuchen, die Liga zu halten, was ich als realistisch betrachte. Auch sind wir stolz in so einer Liga mit großen Namen wie Bamberg oder Coburg spielen zu können." Platz drei oder vier soll es werden für Mellrichstadt.

Wolfgang Fell, Mannschaftsführer der Männer 55 der Bezirksklasse 1, sieht den Re-Start zwiegespalten: "Auf der einen Seite finde ich es schon schön, dass man jetzt wieder gegen andere Gegner im Wettkampfmodus spielen kann. Aber auf der anderen Seite gibt es noch so viele Unwägbarkeiten." Zum Beispiel, ob es erlaubt sein wird, die Spiele in geselliger Runde ausklingen zu lassen. "Auch die Auswärtsfahrten dürften logistisch aufwändiger werden, falls die Kontaktbeschränkungen wieder verschärft werden." Die kurze Vorbereitungszeit sieht Fell nicht als Problem, da nur der Spaß für seine Mannschaft im Vordergrund steht. "Wenn wir ein gutes Spiel machen und der Gegner schlichtweg besser ist als wir, ist das für uns auch in Ordnung. Wir sehen das locker."

Eine geplante Frauen-Mannschaft musste der TC wegen Spielerinnen-Mangels nicht zustande. Auch fehlt es dem TC Rot-Weiß an Nachwuchsspielerinnen und Nachwuchsspielern. Doch dieses Problem ist der Verein schon angegangen. "Wir sind gerade dabei, unsere Jugend mit einem neuen Trainer wieder aufzubauen", sagt Mainberger.

TC RW Bad Königshofen

"Es ist schön, dass endlich wieder Mannschaftssport im Wettkampfmodus möglich ist. Ich denke, jeder bei uns im Team freut sich, dass es wieder losgeht", sagt Florian Lehmann, Mannschaftsführer der Männer 30 in der Bezirksklasse 2. Seine Mannschaft wird in der gleichen Besetzung wie letztes Jahr antreten. Eine richtige Vorbereitung war jedoch nicht möglich. "Unser Training bestand nur daraus, ein paar Ballwechsel miteinander zu spielen. Wir haben nicht mit einem Trainer zusammengearbeitet." Die Zeit ohne Wettkämpfe habe jeder innerhalb seiner Mannschaft individuell genutzt. "Viele sind gejoggt oder Fahrrad gefahren", sagt Lehmann.

Auch die Juniorinnen 18 der Bezirksklasse 1 um Mannschaftsführerin Anna Semineth freuen sich auf den Re-Start. Vor allem das Mannschaftsgefühl und der Kontakt mit den Mitspielerinnen hat Semineth sehr gefehlt. Die Vorbereitungszeit war auch für die Jugend sehr kurz. "Wir haben versucht, uns zu Hause via Workouts fit zu halten. Dennoch sind wir selbstverständlich nicht so gut vorbereitet wie in den vorherigen Jahren. Körperliche Bestleistungen werden in diesem Jahr nicht möglich sein", sagt sie schmunzelnd.

Die Frauen 30 starten nach erfolgreichen Jahren in der Bayernliga in dieser Saison in der Landesliga. Die Gründe für den Rückzug aus der höchsten bayerischen Spielklasse hatte Katrin Blechschmidt bereits im April erläutert. Nina Kühlwein-Tüchert erwartet ein Kind und kann in dieser Saison nicht spielen. Die übrigen Akteurinnen müssen aufrücken. In dieser Konstellation sei das Team eine Klasse tiefer besser aufgehoben.

SV Herschfeld

In Herschfeld kann man es gar nicht erwarten, den gelben Tennisball den Gegnern wieder um die Ohren zu hauen. "Wir sind ganz heiß und drängen schon auf das erste Spiel", sagt Steffen Pretscher, der Mannschaftsführer der Männer 40, die in der Bezirksklasse 2 spielen. "Weil so lange nichts war, steigt die Vorfreude von Tag zu Tag, dass wir wieder spielen können", ergänzt er. SVH-Spieler Kai Steinmetzer ist froh, dass wieder "ein Hauch von Normalität" einkehrt. "Das wird eine ganz spannende Saison. Keiner weiß, wo er steht. Ich bin gespannt, wie die anderen Vereine aus der Pause rauskommen", so Steinmetzer.

Die Herschfelder hatten in ihrer Saisonvorbereitung ein Handicap. "Wir sind aktuell sehr abhängig vom Wetter, da unsere Wasserpumpe am Platz defekt ist. So können wir in Herschfeld nur trainieren, wenn es feucht genug ist", sagt Pretscher. "Ich und manch andere sind deshalb manchmal auf Plätze in der Umgebung, zum Beispiel nach Bad Neustadt, ausgewichen." Beeindrucken lassen wolle man sich davon nicht, sagt Pretscher: "Tennis ist wie Radfahren, das verlernt man nicht."

TC BW Sulzfeld

Wie bei allen anderen Vereinen auch, freut man sich nach sehr langer Wettkampf-Abstinenz auch in Sulzfeld, in den Punktspielbetrieb starten zu können. Peter Hümpfner, Mannschaftsführer der Männer 40 in der Bezirksklasse 1, sagt: "Bei uns sind noch alle mit an Bord." Der Trainingsbetrieb in Sulzfeld lief etwas schleppend. Das erste gemeinsame Training fand erst am vergangenen Mittwoch statt, Doppel konnten dementsprechend auch noch nicht trainiert werden. Hümpfner sieht das gelassen: "Der Spaßfaktor steht über dem Gewinnen."

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