Bad Königshofen

Spielverlegungen sind unumgänglich

Es hatte sich ein kleines Grüppchen von Verantwortlichen zusammengefunden in der Geschäftsstelle des Tischtennis-Bundesligisten TSV Bad Königshofen, um der Telefonkonferenz der TTBL (Tischtennis-Bundesliga) mit Sitz in Fulda mit Vertretern ihrer zwölf aktuellen Vereine zu lauschen. Der Grund ist nachvollziehbar: Der eigene Einfluss gehe zwar über eine Stellungnahme nicht hinaus. Man wolle aber so schnell wie möglich auf Änderungen reagieren können und erörtern, wie mit der jüngsten Mitteilung der ITTF (Internationale Tischtennis-Föderation) umzugehen sei. Diese hat nämlich seit dem Lockdown im März keine internationalen Turniere mehr durchgeführt. Kurzerhand beschloss diese nun den Re-Start, gleich mit einer Serie von drei hochrangigen Turnieren, in China/Macau. Eines davon hätte eigentlich in Düsseldorf stattfinden sollen. Verlieren könnten Teilnehmer keine Weltranglistenpunkte, gewinnen schon. Und Preisgelder, so hoch wie sonst nie.
Das Problem bei der Geschichte: Spieler stehen bei Vereinen unter Vertrag und haben da in der Regel ihr Haupteinkommen. Die TTBL wiederum möchte es ihren Spielern natürlich ermöglichen, an derart hochrangigen Wettbewerben teilzunehmen. Kein Problem ist das bei frühzeitiger Termin-Koordination zwischen dem internationalen und den nationalen Verbänden. Doch ein Problem indes, wenn gleich drei dieser Turniere zeitlich und örtlich verschoben werden und, wie im Fall Tischtennis-Bundesliga, ein Loch von bis zu sechs Spieltagen in die Vorrunde reißen. 


Die wiederum sollte laut Spielordnung und auch am 31. Dezember des Jahres, konkret heuer am 22. Dezember, beendet sein, weil international ab Januar kaum Platz ist. Da müssten neben der gesamten Rückrunde mit elf Spieltagen national auch noch die Pokal-Final-Four und die Play-Offs ausgetragen werden. International stehen u.a. die Fortsetzung der Championsleague, Qualifikationsturniere für die WM und die Olympischen Spiele und diese selbst sowie diverse Weltcupturniere auf dem Programm. Das seinerseits wieder jederzeit durch eine negative Infektionsentwicklung gekippt werden kann. 
Der Geschäftsführer der TTBL, Nico Stehle, leitete die Konferenz und hatte wohl noch nie eine solche Vielfalt von Interessen unter einen Hut zu bringen. Eines wurde deutlich: Eine gemeinsame Linie gibt es nicht, weil die Interessen der Vereine äußerst vielgestaltig sind. Solidarität innerhalb der Liga lautet daher das Stichwort, und diese wird in der TTBL seit je großgeschrieben. Da hatte die ITTF zunächst geplant, die Spieler in einer „Bubble“, einer Quarantäne-Blase, ab 20. Oktober abzuschotten. Als sie den Widerstand der Nationalverbände spürte, war von einer Verkürzung der Quarantäne (ab 29. Oktober) sowie, für manche Spieler, von nur noch zwei Turnieren die Rede. Dadurch nun sind manche Vereine und Spieler ins Schwimmen gekommen, ob sie ihre Absage aufrecht erhalten oder nicht.
Nach derzeitigem Stand haben von Ochsenhausen Hugo Calderano, Kanak Jha und Simon Gauzy  gemeldet. Saarbrückens Patrick Franziska und der Ex-Königshöfer Darko Jorgic haben in Bezug auf die ersten Konditionen abgesagt, ebenso Mattias Falck von Werder Bremen und Quadri Aruna von Fulda. Ungewiss blieb, wie sie auf das Entgegenkommen der ITTF reagieren. Timo Boll (Düsseldorf) habe definitiv abgesagt. Mindestens vier Wochen würden trotz der Reduzierung die Teilnehmer für den Bundesliga-Spielbetrieb ausfallen. Das habe zur Folge, dass immer noch drei Spieltage, der 6., 7. und 8. betroffen sind. Angesprochen, nicht beschlossen, wurden verschiedene Varianten, zum Beispiel das Pokal-Viertelfinale vorzuverlegen. Nicht betroffene Vereine könnten den achten Spieltag durchziehen, die anderen würden verlegen. 
Für den TSV Bad Königshofen würde der aktuelle Stand bedeuten, dass der sechste (8.11., gegen Grünwettersbach) und siebte Spieltag (15. 11., in Ochsenhausen) verlegt werden müssten. Am achten (22. 11., in Mühlhausen), ebenso am neunten (29. 11., gegen Grenzau) träfen zwei unbeteiligte Vereine aufeinander. Bei den Planungen wurde, die Quarantäne betreffend, berücksichtigt, dass Deutschland für China Risiko-Land ist, China für Deutschland aber nicht – noch. (rd)

 

 

 

 

 

 

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