TISCHTENNIS: REGIONALLIGA

TSV Bad Königshofen: Mit offenen Armen aufgenommen

Johannes Stumpf, Neuzugang für das Regionalliga-Team des TSV Bad Königshofen, vor seinen Vorbildern Kilian Ort und Mizuki Oikawa.
Johannes Stumpf, Neuzugang für das Regionalliga-Team des TSV Bad Königshofen, vor seinen Vorbildern Kilian Ort und Mizuki Oikawa. Foto: Rudi Dümpert

Manchmal wird man auch zu seinem Glück gezwungen. Beim Neuzugang für die zweite Tischtennis-Mannschaft des TSV Bad Königshofen, Johannes Stumpf, hat sich diese aus der Erfahrung geborene Weisheit bisher zur Hälfte bewahrheitet. Die zweite Hälfte kann er selber mit beeinflussen. Johannes Stumpf kommt aus Schwabach, ist 18 Jahre jung und spielte bisher in der zweiten Mannschaft des Zweitbundesligisten TV Hilpoltstein, mit dem die Königshöfer Erste und Zweite schon mehrfach die Klingen gekreuzt haben.

Wie kommt es dazu, dass ein Schwabacher aus der mittelfränkischen Tischtennis-Hochburg in die unterfränkische wechselt? Im Gespräch mit dieser Redaktion verriet er die Zusammenhänge. Eigentlich wähnte er sich auf dem richtigen Weg in seinem jungen Leben, beruflich wie sportlich. Wirtschaftsschule, dann Lehre zweites Ausbildungsjahr in einer Schwabacher Bank, Nummer 6 in der Oberliga-Meistermannschaft des TV Hilpoltstein, eine halbe Stunde von Schwabach entfernt. „Dann wurde mir auf den letzten Drücker eröffnet, dass man einen weiteren Tschechen verpflichten werde, womit mein Platz im Regionalliga-Team besetzt war. Man versprach mir ein paar Einsätze, es kam aber nicht einmal dazu. Das bedeutete für mich, einen neuen Verein suchen zu müssen. Und da war natürlich erst mal Bad Königshofen ganz oben auf meiner Liste. Junge Mannschaft, gute Jugendarbeit im Verein, da geht was zusammen.“

TSV-Manager Andy Albert nahm ihn mit offenen Armen auf. Für Johannes Stumpf schien sich sein Traum in Kürze komplett erfüllen zu können. Er sah gute Aussichten, „dass ich mein drittes Lehrjahr hier in einer Bank absolvieren kann, die zudem im Sponsor-Pool des Vereins engagiert ist. Das hätte für mich bedeutet, nach Bad Königshofen umziehen und Beruf und Sport unter einen Hut bringen zu können.“ Heißt, jeden Tag beim großen Lehrmeister Koji Itagaki und „mit sehr guten Sparringspartnern trainieren zu können, von denen ich einige von direkten Vergleichen her schon kenne.“ Stumpf erfüllte mit seiner bisherigen Entwicklung und seiner Jugend das Anforderungsprofil von Albert und von Itagaki. „Und meine Eltern waren auch einverstanden.“

Doch dann kam die Absage der Bank, erledigte sich das Thema Umzug von selbst. „An meiner Absicht, nach Bad Königshofen zu wechseln, änderte sich aber nichts. Ich fahre nun jedes Wochenende hierher zum Training. Ansonsten trainiere ich zwei Mal die Woche in Schwabach mit Yevgenij Christ, der beim Drittligisten TTC Wohlbach spielt. Meinen Urlaub werde ich komplett in Bad Königshofen verbringen bzw. mit Richard Vyborny zum Lehrgang nach Tschechien fahren.“

An seiner positiven Einstellung konnte die aktuelle Entwicklung jedenfalls nichts ändern. Johannes Stumpf wäre auch nicht der Erste, der unter den Fittichen von Koji Itagaki noch einmal einen großen Schritt vorwärts gemacht hat und deshalb zu seinem Glück gezwungen wurde. (rd)

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