Bad Königshofen

Um Fingerbreite an einer Medaille vorbei

Kilian Ort streckt sich vergeblich: Im Viertelfinale der U21-Europameisterschaft kam für den 20-jährigen Bad Königshofener das Aus gegen den Kroaten Tomislav Pucar.
Foto: ITTF | Kilian Ort streckt sich vergeblich: Im Viertelfinale der U21-Europameisterschaft kam für den 20-jährigen Bad Königshofener das Aus gegen den Kroaten Tomislav Pucar.
Schade, es hat nicht ganz gereicht für eine Medaille. Kilian Ort vom TSV Bad Königshofen ist bei der U21-Europameisterschaft im Tischtennis im Viertelfinale gescheitert. Die Nummer fünf der Setzliste verlor am Samstagnachmittag im russischen Sotschi gegen den auf Position zwei eingestuften Kroaten Tomislav Pucar mit 2:4 Sätzen (8:11, 15:13, 8:11, 11:8, 10:12, 10:12). Ein Spiel auf Augenhöhe, das von Kleinigkeiten entschieden wurde. „Ich bin enttäuscht. Nicht, weil ich schlecht gespielt hätte. Sondern weil eine gute Chance da war, ins Halbfinale einzuziehen“, sagte der 20-jährige Grabfelder. Er nimmt aber die Erkenntnis mit auf die Heimreise vom Schwarzen Meer, ein halbes Jahr nach seinem Comeback nach einer vielmonatigen Verletzungspause, wieder in der europäischen Spitze seiner Altersklasse angekommen zu sein.
 
Wie schwer es werden würde, das Ticket für die Vorschlussrunde zu lösen, war Kilian Ort bewusst. „Ich hätte jeden anderen lieber genommen als Gegner im Viertelfinale als Pucar“, sagte er, „gegen ihn habe ich in meiner Jugendzeit dreimal gespielt und dreimal verloren.“ Der groß gewachsene Kroate spiele sehr gut und fest von beiden Seiten, wusste Ort und arbeitete mit Trainer Helmut Hampl die Taktik aus, Pucar über die Mitte zu attackieren. „Das ist mir ganz ordentlich gelungen“, fand Ort.
 
In der Schlussphase des fünften Satzes ließ der Rechtshänder zwei gute Gelegenheiten aus, das Match in seine Richtung zu lenken. „Den darf ich nie verschlagen“, grämte sich Ort über die verpasste Chance, das Ergebnis auf 10:8 zu stellen. Und bei 10:9 und Satzball Ort erwischte er einen Angriffsschlag mit dem Finger. „Der Top-Spin ist mir dann komplett misslungen.“ Auch im sechsten Satz konnte Kilian Ort, der vor kurzem sein Debüt in der deutschen A-Nationalmannschaft gefeiert hatte, einen Satzball nicht verwerten. „Ich hätte auch den fünften und sechsten gewinnen können, dann hätte ich das Ding 4:2 heimgeschaukelt. So nahe war ich noch nie dran, ihn zu knacken“, seufzte Kilian Ort. Als Halbfinalist wäre ihm die Bronzemedaille sicher gewesen. Pucar gewann am Sonntag den Titel mit einem 4:1-Sieg im Finale gegen den Deutschen Dang Qui.

Zuvor hatte sich der Bad Königshofener im Achtelfinale mit 4:2 (11:9, 3:11, 6:11, 11:8, 11:8, 12:10) gegen den 16-jährigen Griechen Ioannis Sgouropoulos durchgesetzt. Als es geschafft war, musste er erst einmal tief durchpusten. Es war ein hartes Stück Arbeit gegen den vier Jahre jüngeren Südosteuropäer, der Ort zwischenzeitlich vor große Probleme stellte. Immer wieder hatte man im Internet-Livestream in der mittleren Phase der Begegnung nach Ballwechseln „Bravo“-Rufe vernommen. Das Problem für Kilian Ort: Es war der Trainer von Sgouropoulos, den man nach Punktgewinnen seines Schützlings hörte. Nach dem gewonnen ersten Durchgang „hatte ich zwei Sätze lang überhaupt keine Chance“, räumte Ort ein. 
 
Als er beim Stand von 2:4 im vierten Satz eine Auszeit benötigte, pfefferte Kilian Ort sein schwarz-rot-goldenes Handtuch zu Boden. Der Wutausbruch half dem 20-Jährigen. Er brachte in der Folge sein Spiel besser durch und holte sich die Durchgänge vier und fünf. Beim Stand von 10:7 für den Griechen im sechsten deutete einiges darauf hin, dass die Entscheidung im siebten Satz fallen müsse. Aber Kilian Ort gab den Durchgang nicht auf, zeigte seine Qualität, gewann fünf Punkte in Folge und verließ den Tisch als Sieger: „Da war mein Gegner vielleicht noch etwas zu unerfahren und ich habe das ausnutzen können.“ Ort hatte sich am Freitag mit drei Siegen als Erster der Gruppe E für die K.-o.-Runde qualifiziert.
 
Am Samstagmorgen war Kilian Ort an der Seite von Dang Qui im Doppelwettbewerb im Achtelfinale ausgeschieden. Die Deutschen unterlagen der polnischen Paarung Zatowka/Badowski mit 1:3 Sätzen (2:11, 5:11, 11:6, 10:12). „Das war nichts“, gestand Ort ein, „die Polen haben wirklich gut gespielt.“ Die ersten beiden Sätze verschliefen Ort/Dang regelrecht. Auch die Abstimmung war nicht die beste. Über ein halbes Jahr waren die langjährigen Doppelpartner Ort und Qui nicht mehr Seite an Seite am Tisch gestanden, einige wenige Trainingspartien ausgenommen. „Es war ein 50:50-Spiel und sie haben uns kalt erwischt“, sagte Kilian Ort.
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