Aubstadt

Zufriedenheit sieht anders aus

Packender Zweikampf zwischen Aubstadts Chris-Stephan Dierke (2. von rechts) und Abtswinds Nicolas Engelking (2. von links). Max Wolf (links) und Ingo Feser (rechts) können nicht eingreifen. Beim 2:0-Erfolg konnte der Regionalligist nur in den ersten 30 Minuten überzeugen.
Foto: Rudi Dümpert | Packender Zweikampf zwischen Aubstadts Chris-Stephan Dierke (2. von rechts) und Abtswinds Nicolas Engelking (2. von links). Max Wolf (links) und Ingo Feser (rechts) können nicht eingreifen.

Fußball

Testspiel
TSV Aubstadt – TSV Abtswind 2:0 (1:0)

Im sechsten Testspiel gegen einen Verbandsligisten, diesmal gegen den Bayernliga-14. TSV Abtswind im Steigerwaldstadion von Gerolzhofen, gelang dem TSV Aubstadt der dritte Sieg. War eine Woche zuvor gegen die SpVgg Ansbach noch die letzte halbe Stunde der beste Abschnitt der Aubstädter, so waren es diesmal die ersten 30 Minuten. Was die Auswahl des Regionalliga-Siebten danach allerdings zu bieten hatte, ließ bei Trainer Victor Kleinhenz bisweilen die Zornesröte ins Gesicht treiben.

Nur in den ersten 30 Minuten guter und erfrischender Fußball

Über die vollen 90 Minuten konnte ihn seine Mannschaft bisher noch nie zufriedenstellen. Freilich fehlten wieder einige Leistungsträger wie Trunk, Köttler und der Langzeitverletzte Dellinger. Was ihn aber am meisten störte, war, dass es im Angriff immer noch nicht nach Wunsch läuft, während diesmal sogar in der Abwehr schludrig gearbeitet wurde.

„Die erste halbe Stunde war es guter, erfrischender Fußball. Das, was wir sehen wollten. Wir haben gute Angriffe über beide Seiten vorgetragen, alle Spieler waren sehr gut im Spiel. Was wir besser gemacht haben als vor einer Woche war das Konter-Verteidigen. Danach haben wir leider den Faden verloren. Die zwei Tore haben mir sehr gut gefallen, waren fein über die Flügel raus gespielt.“ Seine Meinung über das, was ihm nicht gefallen hat, kündigte er seiner Mannschaft bereits vor dem Auslaufen an. Er war jedenfalls ziemlich ungehalten und wollte seine Spieler als einzige Zuhörer haben.

Führung logische Konsequenz der klaren Überlegenheit

Dabei hatte seine Startelf Koob – Seufert, Benkenstein, Behr, Grader – Müller, Volkmuth – Pitter, Feser, Langhans – Hofmann vielversprechend begonnen und den Gegner total im Griff. Wie aus dem Bilderbuch Abteilung Torvorbereitung fiel das 1:0 in der 19. Minute, die logische Konsequenz der Überlegenheit. Nach einem Pass von Lennart Seufert drang Timo Pitter bis zur Grundlinie durch und legte in den Rücken der Abwehr für Patrick Hofmann auf. Der Neuzugang vom Würzburger FV verwandelte sicher. Er war der vierte oder fünfte Versuch als Sturmspitze. Obwohl einer der Besseren, der perfekte Mann war er in dieser für ihn ungelernten Rolle aber auch nicht. Wenn er von etwas tiefer kommt, kann er der Mannschaft mehr helfen. Ebenso kommt von Leonard Langhans mehr Wirk- und Strahlkraft, wenn er als Außenverteidiger anstatt als Außenbahnspieler wirbeln darf.

Kollektive Verunsicherung

Es war jedoch bis zur halben Stunde fast alles besser als alles Bisherige. Als aber in der 32. Minute André Koob mit einer Glanzparade einen Schuss von Max Wolf aus dem Winkel kratzen musste, reichte das schon zur kollektiven Verunsicherung. Die Angriffswucht entwich zunehmend aus dem Spiel der Grabfelder. Dennoch war die 1:0-Halbzeit-Führung ebenso verdient wie viel zu niedrig. Nach dem Seitenwechsel kam Leicht für Volkmuth und nach 65 Minuten das Angriffsduo Bieber/Dierke für die beiden Außenverteidiger Seufert/Grader mit entsprechender Neuverteilung der Positionen. Natürlich waren das typische Testspiel-Wechsel, die, egal wie sie ausgehen, auf jeden Fall Erkenntnisse liefern.

Jetzt war aber die Zeit angebrochen, in der die Abtswinder eine Reihe von Möglichkeiten liegen ließen, um mindestens den Ausgleich zu erzielen. Wobei der Abwehrverbund bei Aubstadt diesen Solidität versprechenden Namen eigentlich nicht verdiente. Das Schlimme dabei: Die individuellen Fehler bei Standards und das Gefummel mit dem Ball im und am eigenen Strafraum mit einer Reihe von Ballverlusten. „Hier hätte mehrfach das 1:1 fallen können“, stellte Victor Kleinhenz fest. Er hätte vielleicht noch hinzufügen können, „wenn unser Torwart André Koob nicht einige Riesen-Paraden gezeigt hätte.“ Wie zum Beispiel bei einer Direktabnahme von Adrian Dußler aus fünf Metern per Fußabwehr - Manuel Neuer ließ grüßen. Auf dieser Position hat Aubstadt kein Problem.

Der Trainer jubelt nicht, sondern grübelt

Doch die 1:0-Führung hielt nicht nur, sie wurde noch ausgebaut. Alban Peci leistete die Vorarbeit auf der linken Außenbahn. Seine Eingabe landete sicher bei Daniel Leicht und der legte seine ganze Kraft in seinen Schuss, gegen den sein ehemaliger Teamkollege Felix Reusch keine Chance besaß. Die Mannschaft jubelte, als sei es ein wichtiges Punktspiel, wusste doch jeder, dass man einer Blamage soeben noch hatte ausweichen können. Kleinhenz jubelte nicht, er grübelte: „Wir hätten mehrfach das 1:1 kassieren können. Vom Ergebnis lasse ich mich nicht blenden. Zufrieden ist anders. Es gibt noch Luft nach oben, aber wir haben noch drei Wochen Zeit.“

Tore: 1:0 Patrick Hofmann (19.), 2:0 Daniel Leicht (79.).

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