Sinsheim

Schalke auch als Absteiger ein Flop

Absteiger       -  Der Schalker Timo Becker ist nach der Niederlage geknickt.
Foto: Uwe Anspach/dpa | Der Schalker Timo Becker ist nach der Niederlage geknickt.

Die größte Erleichterung dürften die Fußballprofis von Absteiger FC Schalke 04 diesmal schon vor dem Anpfiff verspürt haben.

Gut zwei Wochen nach den körperlichen Attacken der eigenen Fans tauchten zwar auch vor dem Sinsheimer Stadion wieder Anhänger auf - diesmal aber, um „Auswärtssieg! Auswärtssieg!” zu brüllen und das Team friedlich auf die riesige Herausforderung 2. Bundesliga einzustimmen. „Das sind Schalker!”, sagte Vereinslegende Gerald Asamoah und so hatte der sportliche Kollaps beim 2:4 (2:0) bei der TSG 1899 Hoffenheim wenigstens eine gute Seite.

Denn eins bewies die 22. Saison-Niederlage, bei der auch ein Zwei-Tore-Polster durch Mark Uth und Ex-Weltmeister Shkodran Mustafi nicht genügte, eindeutig: Spielerisch ist von diesem Schalker Team bis Saisonende nicht mehr viel zu erwarten. Trainer Dimitrios Grammozis verwies in seinen Statements immer wieder auf „die zwei Kilometer, die wir in der ersten Halbzeit mehr gelaufen sind”. Was soll man auch sonst hervorheben, wenn der Gegner 90 Minuten das Spiel diktiert und man selbst nur zwei gute Chancen hat, die wegen gravierender Abwehrmängel mal wieder nicht reichen?

Die sportliche Führung für den Neuaufbau in Liga zwei ist inzwischen benannt, neben Sportvorstand Peter Knäbel soll der langjährige Mainzer Funktionär Rouven Schröder als Sportdirektor agieren. Offen ist derweil noch, was mit Grammozis passiert, dessen Bilanz seit Amtsantritt im März düster aussieht. „Die Fragen können Sie mehr den Verantwortlichen stellen. Ich gebe jeden Tag mein Bestes. Wir planen für die nächste Saison mit”, sagte der 42-Jährige. Ob die übrigen drei Bundesliga-Spiele Einfluss auf seine Weiterbeschäftigung haben, wollte Grammozis nicht beurteilen.

Besonders gut sind die Argumente des Ex-Profis nicht. Zwar übernahm Grammozis den Traditionsclub bereits als abgeschlagenen Letzten - es hat sich seitdem aber auch nichts wirklich verbessert. Dennoch sprach ihm Sportvorstand Peter Knäbel am Sonntag bei Sky das Vertrauen aus: „Wir haben definitiv die Absicht, mit ihm weiter zu machen. Er ist ein hervorragender Fachmann und Trainer.”

Grammozis gab sich kämpferisch: „Wir versuchen die letzten Spiele mit einer guten Art und Weise zu beenden.” Das gelang am Samstag kaum, denn nach der Pause trafen Andrej Kramaric, Kevin Akpoguma, Christoph Baumgartner und Ihlas Bebou in so dichter Abfolge, dass Schalke mal wieder mehr wie ein höflicher und chancenloser Sparringspartner aussah.

„In der ersten Halbzeit war unsere Leistung okay bis gut, die zweite Hälfte war einfach schlecht - und deswegen haben wir auch verdient verloren”, sagte Torhüter Ralf Fährmann, der den ganzen Nachmittag gefordert war. Es sei vom Absteiger „zu wenig” gewesen, fügte der Routinier an. Immerhin die Fans bewahrten diesmal die Ruhe. Als sich der schöne Frühlingstag im Kraichgau dem Ende entgegen neigte und die Teams das Stadion am frühen Abend verließen, warteten sie noch immer. Ihre Botschaft? „Liebe kennt keine Liga.”

© dpa-infocom, dpa:210509-99-525811/3

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