Gelsenkirchen

Huntelaar Schalker Hoffnungsträger gegen Bayern

Hoffnungsvoll       -  Die Schalker um Stürmer Klaas-Jan Huntelaar (l) und Trainer Christian Gross bleiben zuversichtlich.
Foto: Marius Becker/dpa | Die Schalker um Stürmer Klaas-Jan Huntelaar (l) und Trainer Christian Gross bleiben zuversichtlich.

Und jetzt auch noch der FC Bayern. Nach der deprimierenden Last-Minute-Pleite gegen den 1. FC Köln droht dem FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga der nächste schwere Schlag.

Vier Monate nach dem 8:0-Spektakel mit den Hauptdarstellern Leroy Sané und Serge Gnabry im Hinspiel streben die Münchner gegen das Schlusslicht vor wegweisenden Wochen mit Club-WM und Königsklasse die Rückkehr zur Leichtigkeit aus dem Triplejahr an.

„Das Hinspiel ist nullkommanull in unseren Gedanken”, versicherte Bayern-Trainer Hansi Flick vor dem Auswärtsspiel am Sonntag (15.30 Uhr/Sky). Schalke-Coach Christian Gross erstaunte die Frage, ob auch diesmal sogar eine zweistellige Klatsche folgen könne. „Was soll ich darauf antworten?”, sagte der 66-Jährige.

Flick warnte am Freitag vor den am Abgrund zur 2. Liga stehenden Schalkern. „Ich denke, dass Schalke eine Mannschaft mit guten Einzelspielern und mit Qualität hat, wie es der aktuelle Tabellenstand nicht widerspiegelt”, sagte der Erfolgscoach, der sich auf unangenehme Platzverhältnisse in Gelsenkirchen einstellt. Von seinem zuletzt in Augsburg (1:0) und gegen Freiburg (2:1) von Pfosten und Latte geretteten Spitzenreiter will er gegen den Tabellenletzten eine weitere Leistungssteigerung sehen - und damit das „mulmige” Gefühl von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verschwinden lassen.

„Ich bin davon überzeugt, dass, wenn die Champions League wieder losgeht, wenn die wichtigen großen Spiele kommen, die Mannschaft konzentrierter zu Werke gehen wird und wieder ihr wahres Gesicht zeigt”, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bei „Bild live”.

Doch was ist das „wahre” Bayern-Gesicht in dieser Saison? Das vom traumhaften Hinrundenstart, als Dreifachtorschütze Gnabry und der Sané wie einst Franck Ribéry und Arjen Robben zauberten? Oder das der schwerfälligeren letzten Auftritte? Natürlich dominieren wir die Gegner nicht so wie früher, aber man darf auch nicht alles schlecht reden. Jetzt haben wir zwei Spiele in Folge gewonnen”, sagte Nationaltorhüter Manuel Neuer. Wie Leon Goretzka und Alexander Nübel spielte auch Neuer lange für Schalke. Vor der ersten Nübel-Rückkehr nach Gelsenkirchen lobte Flick den Ersatztorwart als „absoluten Profi und ganz feinen Menschen”.

Die Bayern kämpfen sich nach Pleiten in Kiel und Gladbach durch eine schwierige Phase, nicht nur die Flügelstars Gnabry und Sané sind dabei klar von der Gala-Form aus dem September entfernt. Gnabry traf nach dem furiosen 8:0 nur noch einmal und wartet seit zehn Spielen auf ein Liga-Tor. Der rund 50 Millionen Euro teure Neuzugang Sané, der in der Jugend und als Jungprofi für Königsblau wirbelte, konnte die Erwartungen nach dem Super-Einstand nicht erfüllen. Damals erzielte er ein Tor und bereitete zwei weitere vor.

„Leroy hat ein großes Talent, das hat ihm der liebe Gott in die Wiege gelegt”, sagte Rummenigge, der die Frage nach einem vorzeitigen Verkauf des bis 2025 gebundenen Nationalspielers als „Blödsinn” abtat. „Das große Talent muss Leroy von sich selbst fordern, aber auch fördern, um das große Vertrauen, das der ganze Verein in den Transfer reingesteckt hat, auch zu rechtfertigen.”

Vor 20 Jahren verpassten die Schalker nur um wenige Minuten im Fernduell mit München die Meisterschaft. In dieser desaströsen Saison fehlt einem dagegen fast schon die Fantasie, wie die Gelsenkirchener den Absturz in die 2. Liga noch verhindern sollten. Rückkehrer Klaas-Jan Huntelaar ist großer Hoffnungsträger für eine Initialzündung zum Beginn der Rückrunde. „Im Fußball hat man immer eine Möglichkeit. Es ist ein neues Spiel, eine neue Dramaturgie”, sagte Gross. Nach dem späten K.o. gegen Köln ist der Abstand zum Relegationsplatz auf acht Punkte angewachsen.

Huntelaar könnte nach Wadenproblemen nun das Debüt geben. Die persönliche Bilanz des Niederländers gegen den Triplesieger ist allerdings ernüchternd. Von 14 möglichen Spielen verpasste er sechs, von den restlichen acht gewann er nur das erste und verlor danach sieben. Ein Tor gegen die Münchner hat der „Hunter” in der Bundesliga weder geschossen noch vorbereitet.

© dpa-infocom, dpa:210122-99-129219/4

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