Schürrle mit Unterstützung in ein „neues Leben”

Andre Schürrle       -  Andre Schürrle bei den Green Awards 2020 in Berlin.
Foto: Gerald Matzka/dpa-Zentralbild/ZB | Andre Schürrle bei den Green Awards 2020 in Berlin.

Berlin (dpa) - Der ehemalige Nationalspieler André Schürrle hat sich nach seinem frühen Karriereende im Sommer für den Übergang in ein Leben ohne Profifußball Unterstützung geholt.

„Durch Corona gab es einerseits einen langsamen Übergang. Ich hatte seit Anfang Februar kein Training mehr, bin relativ zeitnah nach Berlin zur Familie gekommen”, sagte der 29-Jährige im Interview der „Bild am Sonntag”. Anderseits habe er „mit jemandem zusammengearbeitet, der mir geholfen hat, eine Struktur aufzubauen. (...) Diese Struktur hat mir geholfen, dass ich zu keiner Zeit ein Loch gefühlt habe. Im Gegenteil - es war ein Gefühl von 'Uff! Geschafft!'.”

Der ehemalige Bundesligaprofi (in Mainz, Leverkusen, Wolfsburg und Dortmund) hatte seine Entscheidung im Juli überraschend verkündet und dabei offen von den Schattenseiten des Geschäfts gesprochen. Jetzt sehe er einen „Neustart. Ich habe das Gefühl, dass ein neues Leben beginnt”, sagte Schürrle. „Ich habe meine festen Strukturen. Dazu gehört, dass ich eine Stunde vor meiner Frau und meiner Tochter aufstehe, um ein bisschen Zeit für mich zu haben. Da springe ich erst in die kalte Dusche, um den Körper in Gang zu bringen, dann mache ich ein Workout oder meditiere. Danach ist die Kleine auch schon wach - dann ist Action angesagt.”

Zuletzt hatte der Vorlagengeber für Mario Götzes Siegtor im WM-Finale 2014 bei Spartak Moskau gespielt. „Es gab nicht den einen Punkt oder den einen Auslöser”, sagte er der „BamS”. „Es war einfach das starke Gefühl, dass ich wichtigere Dinge für mich gibt - die Familie, ein anderes Leben.”

Ein Angebot von einem anderen Club hätte seine Entscheidung nicht geändert. Hätte er auch nur den „leisesten Zweifel” gehabt, „hätte ich nicht aufgehört. Dazu bin ich dem Fußball viel zu dankbar”, sagte er. „Das jetzt ist vorbei und ich freue mich, nicht mehr trainieren zu müssen, keine Vorbereitung mehr zu machen. Jede Faser meines Körpers freut sich darüber.”

Möglicherweise könnte Schürrle als TV-Experte zum Fußball zurückkehren. „Da gab es schon Gespräche mit Sendern. Irgendwann ist das auf jeden Fall eine Option”, sagte er. „Aber ich muss fühlen, dass es richtig ist. Sonst mache ich es nicht.”

© dpa-infocom, dpa:201031-99-160707/2

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