Rudern

Bayerische: RC Franken mit acht Titeln zufrieden

Rang zwei im letzten Meisterschaftsrennen: der Männer-Achter der Renngemeinschaft aus Schweinfurt, Regensburg und Passau... Foto: Wolfgang Müller

Bei den bayerischen Meisterschaften, zum achten Mal vom Schweinfurter Ruder-Club Franken ausgerichtet, gewann der Akademische Ruderclub Würzburg mit deutlichem Vorsprung den „Bayerischen Löwen“ als erfolgreichste Vereinsmannschaft (15 Siege). Stark im Kommen sind die beiden Münchner Rudervereine RGM und der MRC als Zweiter und Dritter. Die Schweinfurter holten sich hinter dem ARCW Rang zwei im „Audi-Pokal“, der Erwachsenen-Wertung. Insgesamt ertönte für den Ausrichter acht Mal die Siegerfanfare.

Aus unterfränkischer Sicht standen die Nachwuchsklassen im Mittelpunkt. „Unsere Spitzenleute bei den Aktiven, Isabella Reimund und Lena Bieber, sind bei der U-23-Weltmeisterschaft in Amsterdam“, sagte Sportvorstand Hermann Greß vom Würzburger Ruderverein Bayern. Der in der Vergangenheit so erfolgsverwöhnte WRVB kam diesmal in keiner Wertung unter die Top-Drei. Dafür gewann Reimund im Vierer WM-Gold, Bieber holte im Leichtgewichtsvierer Bronze. Und Konstantin Steinhübel (ARCW) wurde Zweiter mit dem Leichtgewichtsdoppelvierer.

Fotoserie

Bayer. Meisterschaft

zur Fotoansicht
Von den Nachwuchsleuten war es für viele Teilnehmer die erste Teilnahme an der bayerischen Meisterschaft. Beispielsweise fand es der 14-jährige Schweinfurter Hannes Riegler einfach „cool“, teilgenommen zu haben – und dann noch zusammen mit dem gleichaltrigen Björn Roßberg den Jungen-Doppel-Zweier zu gewinnen. Ihr Trainer Thomas Böhme („Das werden meine Topleute“) sieht da echte Perspektiven.

Von solchen will die im Schweinfurter Mixed-Vierer siegreiche 15-jährige Juliane Fehn bisher nichts wissen. Sie ist gerne auf dem Wasser. Das Training im Winter mache ihr nicht so viel Spaß. Und mehr als zweimal Trainingseinheiten pro Woche seien nicht drin. Ihre Aktivität als Schlagzeugerin in vier Orchestern lasse der Celtis-Gymnasiastin nicht mehr Freiraum zum Rudern. Immerhin hat sie am Freitag schon mal die Münchner Olympiastrecke von 1972 berudert, beim Landesentscheid für Schulmannschaften und sich dabei für das Bundesfinale in Berlin qualifiziert.

Die Olympiastrecke dürfte in Zukunft auch zusätzlicher Austragungsort von bayerischen Meisterschaften werden, die bisher im Wechsel von Ingolstadt und Schweinfurt ausgerichtet wurden. BRV-Präsident Thomas Stamm ist aber noch vorsichtig: „Wir müssen dazu erst noch Ausrichter in München finden.“ Andreas Holz, selbst Ruderer und Präsident des Akademischen Ruderclubs Würzburg, sieht es als „Riesenanreiz für die jungen Leute“, auf einer Olympiastrecke zu starten. „Der ARCW und der Würzburger Ruderverein haben sich für München stark gemacht. Denn wir sind der Meinung, dass auch auf der Strecke mit den fairsten Bedingungen gestartet werden soll.“

Eine klare Aussage. Nicht, dass es in Schweinfurt unfair zuginge. Aber die Außenbahnen seien bei fließendem Gewässer, vor allem bei Hochwasser-ähnlichen Situationen, strömungsmäßig benachteiligt, so die leise Kritik von Athleten. Am Sonntag war es zudem noch arg böig. Ein Jungen-13-Einer kippte während des Rennens um. Das Schiedsrichterboot nahm den Jungen auf. Die Wasserwacht kümmert sich um das leere Boot.

Dickes Lob gab es für den Veranstalter von allen Seiten für das beinahe schon familiäre Flair an den Wehranlagen, das vielseitige Catering und die gute Organisation des 60 Helfer umfassenden Teams um Regatta-Leiter Manfred Neubert. So ist auch die 30- jährige, seit drei Jahren in München lebende Lehrerin Judith Obrocki gerne nach Schweinfurt gekommen. Sie wolle sich und anderen beweisen, dass Rudern auch in etwas fortgeschrittenerem Alter noch hinhaut, sagte die Honorartrainerin und frühere U-23-Weltmeisterin. „Es war mein erster Start im Einer seit sechs Jahren.“ Und trotzdem gewann sie mit 13 Sekunden Vorsprung überlegen.

Bei den Männern siegte Karl Tully, eines der Aushängeschilder des Schweinfurter Ruderclubs. Aber höher angesiedelte Regatten oder internationale Aufgaben wie die aktuelle U23-WM sind für Tully derzeit tabu. „Das Medizinstudium hat jetzt in den Anfangssemestern absolute Priorität“, sagte Vater Marcel über seinen in Dortmund studierenden Sohn. Eine Auffassung, die auch vom Schweinfurter Vorsitzenden des Deutschen Ruderverbandes, Siegfried Kaidel, absolut geteilt wird. „Mit Rudern ist kein Geld zu verdienen.“ An die Olympiakandidaten allerdings gebe es die Verbandsforderung, dem Sport im vorolympischen Jahr Priorität einzuräumen.

Georg Tully, mit seinem Bruder Karl im Männer-Zweier erfolgreich, hatte überraschend den Titel im Junioren-Einer nicht gewonnen. „Ich war platt“, gestand der Schweinfurter ein. Zu kräftezehrend sei die nur kurz davor nötige Aufholjagd im Vierer gewesen, als man auf die Münchner Konkurrenz eine knappe Länge Rückstand hatte und doch noch gewann.

ONLINE-TIPP

Mehr Bilder unter www.mainpost.de/sport/schweinfurt

Schweinfurter Sieger

Weitere bayerische Meistertitel für den RC Franken holten: Christina Roßberg, Jonas Wöhning, Nikolas Kober, Stf. Christina Scipio im Junior-Mixed-Doppelvierer m. St. B, Nikolas Kober im Leichtgewichts-Junioren-Einer B sowie Ernst Kaidel und Wilhelm Kaidel im Masters-Männer-Doppelzweier E und im Masters-Männer-Doppelvierer o. St. C/E.

Erfolgreichster Verein: Andreas Holz, der Vorsitzende des ARC Würzburg (links), erhält den bayerischen Löwen von Siegfr... Foto: Wolfgang Müller

Schlagworte

Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!