HANDBALL

Aufbruchstimmung nach dem Doppelabstieg

Marcus Thalhäuser (links, Trainer und sportlicher Leiter des MHV Schweinfurt) und Martin Feuerbacher (1. Vorsitzender). Foto: Steffen Krapf

Wie gefestigt und wie gut aufgestellt ein Verein ist, zeigt sich meist erst in der sportlichen Talfahrt. Wenn bei einem Verein die Aushängeschilder in einer Saison alle absteigen, macht sich vielerorts das blanke Chaos breit. Auflösungserscheinungen sind da keine Seltenheit. Nicht so beim MHV Schweinfurt.

In der zurückliegenden Saison – ausgerechnet im Jahr des 10. Vereinsjubiläums – musste der MHV sowohl den Abstieg der ersten Herren- als auch den der ersten Frauenmannschaft verkraften. Für die Herren ging es, nach zehn Jahren in der Bezirksoberliga, runter in die Bezirksliga. Eine von Beginn an desolate Saison – ohne echte Chancen auf den Klassenerhalt – erlebten letztes Jahr auch die Frauen des MHV in der Landesliga, die jetzt in der Bezirksoberliga vor dem Neuanfang stehen.

Wieder näher zusammengerückt

Die Katerstimmung ist aber längst überwunden. Aus den schwierigen letzten Monaten hat der Verein viele Schlüsse gezogen. An vorderster Front stellten sich dabei der erste Vorsitzende Martin Feuerbacher und der sportliche Leiter Marcus Thalhäuser, der zudem Trainer der ersten Herrenmannschaft ist, der Verantwortung. „Natürlich war nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen. So eine Situation zieht alle etwas runter“, gibt Feuerbacher zu: „Es hat aber auch dazu geführt, dass wir als MHV-Familie wieder näher zusammengerückt sind.“

Ganz aus heiterem Himmel kam der Abstieg der Herren allerdings ohnehin nicht, findet Thalhäuser, der in seine dritte Saison als MHV-Trainer geht: „Das fiel mir schon als ich hier angefangen habe auf, dass die Bezirksoberliga für alle zu sehr zur Normalität wurde. Das zeigte sich an Zuschauerzahlen, aber auch an den Leistungen auf dem Feld.“

Trotz des Abstiegs konnte der Großteil des Kaders gehalten werden. Leistungsträger Tobias Karl, wechselte höherklassig nach Baden-Württemberg, hätte Schweinfurt aber auch im Falle des Nichtabstiegs verlassen. Von den meisten anderen Akteuren kam sogar sehr frühzeitig das Signal, beim Wiederaufbau mit dabei zu sein. „Das zeigt auch, dass unser Mannschaftsgefüge absolut in Takt war,“ betont Feuerbacher. Aufgefüllt wurde das Team noch durch Spieler aus der zweiten Mannschaft, die letztes Jahr Bezirksliga spielten, durch den Abstieg der ersten, aber runter in die Bezirksklasse müssen.

„Wir wollen, ganz klar, sofort wieder hoch“
Marcus Thalhäuser, Trainer MHV Schweinfurt

„Die Jungs sind heiß auf die neue Saison“, versichert Thalhäuser. Die Saisonvorbereitung war eine Spur härter als noch im Vorjahr. „Es gibt etwas gutzumachen“, findet der Trainer: „Wir wollen, ganz klar, sofort wieder hoch. Den Schuh des Favoriten ziehen wir uns an.“

Der Betriebsunfall soll also mit der Zielscheibe auf dem Rücken wieder ausgemerzt werden. Zum Auftakt empfängt der MHV am Sonntag den letztjährigen Tabellenvorletzten der Bezirksliga DJK Nüdlingen. „Da werden wir gleich mal sehen, wie ernsthaft die Mannschaft die neue Liga annimmt“, warnt Thalhäuser davor, bloß keinen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen.

Um einiges komplizierter gestaltet sich der Neubeginn der Frauen-Mannschaft. Die letzte Spielzeit, mit nur drei Siegen und 23 Niederlagen, hinterließ deutliche Spuren. Nach dem sich letzte Saison bereits nach wenigen Spieltagen abzeichnete, dass es kaum für den Ligaverbleib reichen wird, machten sich Auflösungserscheinungen im Team erkennbar. In die neue Spielzeit gehen die MHV-Frauen nur noch mit drei Spielerinnen aus dem Vorjahr. Den Rest des Teams bilden Spielerinnen aus der – jetzt aufgelösten – zweiten Mannschaft.

„Wir sind gespannt wie die vielen jungen Spielerinnen in der Liga zurechtkommen“, sagt der Erste Vorsitzende Martin Feuerbacher. Als Trainer wird Christopher Früh weitermachen, der das Amt bereits während der letzten Saison ab Februar begleitete. Sein Ziel im Umbruchjahr, ist es das Team im Mittelfeld zu etablieren. Als ersten Gegner empfängt der MHV am Sonntag (17 Uhr) die SG Dettelbach/Bibergau, gegen die man im Pokal vor zwei Wochen eine knappe Niederlage kassierte.

Die Kader beim MHV Schweinfurt

Herren:

Torhüter: Lukas Fiedler, Sören Bernt

Feldspieler: Florian Niklas (RM/LA), Simon Zwiazek (RL/RR), Jan Scholich (KM, RA), Manuel Schmitt (RA/LA), Alexander Schmitt (RL/LA), Christian Fey (RR/KM), Paul Möslein (RM/RA), Maximilian Müller (LA/RA), Felix Landgraf (LA/RR), Cornelius Bitsch (RL, RR), Christian Kelemen (RR/RA), Luis Vollert (RM), Samuel Drescher (KM), Linus Breun (RL/KM), Simon Körner (KM/RA)

Trainer: Marcus Thalhäuser (seit Juni 2017)

Abgänge: Tobias Karl (HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim), Nicolas Seidel, Thomas Heege (beide 3. Mannschaft), Tim Feuerbacher.

Zugänge: Sören Bernt, Christian Kelemen, Samuel Drescher, Jan Scholich, Florian Niklaus (alle eigene 2. Mannschaft), Maximilian Müller (eigene 3. Mannschaft)

Frauen:

Torhüterin: Daniela Vogel, Larissa Wels, Julia Schirmer

Feldspielerinnen: Sonja Unger (RM/RL/RR), Lena Kamski (RA), Carina Bartesch (RM/RL/RR), Pia Schmitt (KM), Annika Roßberg (LA), Nina Kager (KM), Theresa Knauer (RA), Nicole Thalhäuser (RR), Annika Schmitt (RL), Kristina Rumpel (RA), Verena Höger (RL), Lena Langguth-Zeißner (RR), Marina Prowald (RL/RR), Anna Breun (RL)

Trainer: Christopher Früh (seit Februar 2019)

Zugang: Daniela Vogel (HSG Pleichach)

Abgänge: Lisa Seufert, Meike Beck, Marie Michal (pausieren), Julia Albert, Renate Brand, Anna Brand (alle HSV Bergtheim), Viola Wolz (HSG Pleichach), Maike Dietzel (Bad Brückenau), Sina Seufert (TV Hallstadt), Vera Schenk, Anna Höldl (Ziel unbekannt)

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