Fußball:

FC 05 macht's mit Geschicklichkeit

Mit Haken und Ösen: Die Reserve des FC 05 Schweinfurt (grüne Trikots) und die SG Oberschwarzach-Wiebelsberg (gestreift) trafen sich zum Favoritenduell letztlich im Spiel um Platz drei.
Mit Haken und Ösen: Die Reserve des FC 05 Schweinfurt (grüne Trikots) und die SG Oberschwarzach-Wiebelsberg (gestreift) trafen sich zum Favoritenduell letztlich im Spiel um Platz drei. Foto: Guido Chuleck

Die TG Höchberg, der TSV Rottenbauer und die Frauenmannschaft von Kickers Aschaffenburg haben im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion ihren nächsten Meisterschritt gemacht: Sie sind die Gewinner des Bezirksentscheids beim Erdinger Meister-Cup und fahren am Samstag zum Landesfinale nach Oberbayern. Über den Rahmenwettbewerb, parallel zu den Vorrundenspielen, qualifizierten sich bei den Männern der FC Schweinfurt 05 II und bei den Frauen der FC Karsbach ebenfalls fürs Landesfinale in Allershausen. Auf den dortigen Sieger wartet ein Trainingslager für 20 Personen, auf den Zweiten eine Meisterfeier, auf den dritten ein Satz Trikots.

Für die eigentliche Überraschung des Turniers sorgte der TSV Rottenbauer. Der wurde als Meister der A-Klasse Würzburg 2 erst in der Verlängerung des Endspiels vom neuen Landesligisten TG Höchberg gestoppt. „Am Schluss hat sich dann die Landesliga durchgesetzt“, räumte TSV-Trainer Marco Göpfert ein. Schon in der Vorrunde ließ der TSV aufhorchen: Einzig Türkiyemspor Schweinfurt hatte es geschafft, Rottenbauer zu schlagen. Im Viertelfinale besiegte der TSV den SV Aura (A-Klasse Rhön 1) mit 3:0 und im Halbfinale die DJK Oberschwarzach mit 2:1. Im Endspiel hatte der Würzburger Stadtteilklub dem Gegner lange Paroli geboten, 1:1 hieß es nach zweimal zehn Minuten. In der Verlängerung aber machte der zukünftige Landesligist Höchberg dem Spuk ein Ende und gewann mit 3:1. „Erst da hatten wir den Gegner richtig im Griff“, sagte TG-Trainer Anton Kramer, „da haben wir die entscheidende Schippe drauf gelegt. Im Landesfinale werden wir dann weiterhin für Furore sorgen, wir sind heiß auf das Trainingslager“. Was auch für den TSV gelten dürfte, beide Finalteilnehmer vertreten jetzt den Bezirk Unterfranken beim Landesfinale.

Für Aufsehen sorgte auch die DJK Oberschwarzach. Auf dem Weg in die Bezirksliga hatte die DJK die Kreisliga als Durchgangsstation angesehen und ist von der Kreisklasse aus durchmarschiert. Als einziges Team hatte die DJK beim Turnier alle Gruppenspiele gewonnen und sich schon im Auftaktspiel gegen den neuen Landesligisten FC 05 Schweinfurt II mit 1:0 durchgesetzt. Eigentlich hatten beiden Teams auch das letzte Spiel, also das Finale, bestreiten wollen. Im Halbfinale aber war für beide Schluss, und sie trafen sich im bedeutungslosen Kampf um Platz drei wieder. War schon das 1:0 in der Gruppenphase ein hochklassiges Match, legte die DJK im kleinen Finale noch eins drauf und ließ den Nullfünfern beim 4:2 keine Chance. Der Trainer der unterlegenen Schweinfurter zollte dem Gegner Respekt, „die haben ihre Chancen gut genutzt, während wir unsere haben liegen lassen“, so Martin Halbig. „Schade, aber nicht schlimm, das Leben geht weiter“, sagte DJK-Teammanager Werner Müller. Übrigens: Beide Teams waren in Bestbesetzung angetreten.

Präziser Schuss vom Weizenglas

Neben dem Fußballgeschehen auf vier Kleinfeldern bot sich den Mannschaften die Möglichkeit, über einen Teamwettbewerb den Weg ins Landesfinale zu finden. Vier Stationen waren aufgebaut worden: Torwandschießen, Jonglieren, Geschwindigkeit und Präzision waren gefragt. Aus acht Metern musste ein Ball, der auf einem 3-Liter-Weizenglas lag, auf die Torwand geschossen werden, eine Station weiter 45 Sekunden lang jongliert werden. Eine Geschwindigkeitsanlage errechnete – natürlich – die Geschwindigkeit, mit der die Schützen den Ball in die Maschen hämmerten, und bei der Präzision musste ein Stapel Bierkisten abgeräumt werden. Trotz aller Ernsthaftigkeit blieb genug Platz für vereinsinterne Vergleiche und Wetten.

Die Organisation lag in den Händen des FC 05, und der hatte an kleinste Details gedacht: An Pfand für den Papp-Kaffeebecher, damit der Platz nicht vermüllt wurde; oder an Süßkram, den die Spieler ebenso wie Grillgut und Getränke schätzten. Einzig das Wetter wollte nicht so recht mitspielen. Am Ende stellte sich der Schweinfurter Oberbürgermeister Sebastian Remelé einer „kleinen Herausforderung“, nämlich die Siegermannschaften zu küren, „die leider nicht aus dem Schweinfurter, sondern aus dem Würzburger Raum kommen“, sagte er augenzwinkernd.

Fotoserie

Erdinger Meistercup

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Erdinger-Meistercup in Zahlen

Vorrunde

Gruppe A: 1. DJK Oberschwarzach 11:3 Tore/15 Punkte, 2. FC Schweinfurt 05 II 13:3/12, 3. SB Versbach 8:6/9, 4. TSC Zezuleben 2:5/4, 5. TSG Sommerhausen 3:8/4, 6. VfR Bibergau 1:13/0.

Gruppe B: 1. TSV Rottenbauer 7:3/12, 2. SV Türkiyemspor Schweinfurt 11:7/9, 3. SV Altfeld 8:8/7, 4. TSV Heustreu 9:13/6, 5. SpVgg Gülchsheim 5:6/5, 6. DJK Hirschfeld 5:6/4.

Gruppe C: 1. DJK Dampfach 8:3/8, 2. SV Aura 6:3/7, 3. SG Eltmann II 4:6/5, 4. TSV Reiterswiesen 3:3/4, 5. SpVgg Haard 1:7/3.

Gruppe D: 1. TG Höchberg 9:2/12, 2. TSV Nordheim/Main 8:3/9, 3. TSV Poppenhausen 11:5/6, 4. FSV Michelbach 5:8/3, 5. DJK Marktsteinach 1:16/0.

Finalrunde

Viertelfinale: DJK Oberschwarzach – TSV Nordheim 6:4 (2:2) n. 8m, TSV Rottenbauer – SV Aura 3:0, DJK Dampfach – FC 05 Schweinfurt II 0:3, TG Höchberg – Türkiyemspor Schweinfurt 1:0. Halbfinale: DJK Oberschwarzach – TSV Rottenbauer 1:2, FC 05 Schweinfurt II – TG Höchberg 6:7 (0:0) n. 8m. Um Platz 3: DJK Oberschwarzach – FC 05 Schweinfurt II 4:2.

Endspiel: TSV Rottenbauer – TG Höchberg 1:3 (1:1) n.V.

Frauen

Endstand: 1. 1. FVgg Kickers Aschaffenburg 12:3/13, 2. Spfrd Herbstadt 9:5/13, 3. TSV Frickennausen II 11:5/9, 4. FC Karsbach II 6:4/5, 5. TSV Großheubach 1:15/3, 6. SV Ostheim 2:9/1.

Rahmenwettbewerb

Dreikampf Geschwindigkeit, Treffsicherheit, Jonglieren – Männer: FC 05 Schweinfurt. Frauen: FC Karsbach.

Einzelwertung Torschuss (höchste Geschwindigkeit) – Männer: Matthias Schäfer (TSV Heustreu), 119 km/h. Frauen: Lea März (Spfrd Herbstadt), 85 km/h.

Wenn die Bierkästen fallen: Das Zielschießen war eine Disziplin im Rahmenwettbewerb des Erdinger Meistercups.
Wenn die Bierkästen fallen: Das Zielschießen war eine Disziplin im Rahmenwettbewerb des Erdinger Meistercups.

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