KORBBALL: BUNDESLIGA SÜD

Werneck sorgt für Paukenschlag

Korbhüterin Lara Helmreich war eine Garantin beim Wernecker Erfolg über den ehemaligen deutschen Meister. Foto: Wolfgang Müller

Korbball

Bundesliga Süd Halle

 

TSV Bergrheinfeld – TSV Werneck 2:7  
SV Schraudenbach – VfL Kleinlangheim 9:6  
TSV Eßleben – TSV Bergrheinfeld 1:2  
TSV Werneck – SV Schraudenbach 5:8  
TSV Eßleben – VfL Kleinlangheim 3:1  

 

 

1. (2.) SV Schraudenbach 6 4 1 1 41 : 26 9  
2. (1.) TSV Eßleben 6 4 1 1 30 : 18 9  
3. (3.) TSV Ettleben 4 2 1 1 25 : 21 5  
4. (5.) TSV Bergrheinfeld 4 2 0 2 9 : 14 4  
5. (4.) TuS Helpup 4 1 1 2 29 : 28 3  
6. (8.) TSV Werneck 4 1 0 3 24 : 27 2  
7. (6.) VfL Kleinlangheim 4 1 0 3 22 : 29 2  
8. (7.) TuS Eisbergen 4 1 0 3 28 : 45 2  

 

Der deutsche Meister SV Schraudenbach gab sich am dritten Bundesliga-Spieltag keine Blöße und setzte sich gegen den VfL Kleinlangheim sowie Aufsteiger TSV Werneck durch. Letzterer sorgte mit einem 7:2 (2:1) über Gastgeber TSV Bergrheinfeld für einen wahren Paukenschlag. „Vor dem Spieltag hätte ich einen Punkt heute gerne genommen“, sagte Wernecks Trainer Michael Reinhart zum „verdienten Sieg. Aber deren zwei sind natürlich besser.“ Er lobte vor allem seine Korbhüterin Lara Helmreich, die eigentlich schon mit dem Korbball-Spielen aufgehört hatte. Weil sie deswegen keinen Messeintrag im Pass hatte, wurde sie vor Spielbeginn offiziell vermessen.

Bergrheinfeld hätte das Spiel vor der Pause zu seinen Gunsten entscheiden können, ja sogar müssen. Aber einiges an Versuchen landete auf dem Korbring, nicht wenige Würfe gingen deutlich daneben. Und ansonsten war Helmreich zur Stelle, die auch das 2:1 zur schmeichelhaften Pausenführung erzielte.

Aber so nach und nach hatte sich der Tabellenletzte die Führung in der zweiten Halbzeit auch verdient. Denn beim Ex-Meister, der das Spieltempo nicht sonderlich hoch hielt, lief unter dem Strich zu wenig zusammen. Die erfahreneren Spielerinnen wie Sabrina Eckert oder Hanna Rumpel übernahmen zu wenig Verantwortung. Stattdessen versuchten es Jüngere, vor allem Laura Rudloff aus der Eckposition. Dies jedoch häufig zu unpräzise in der Ausführung. Es passierten ungewohnte Passfehler beim Spielaufbau. Ein solcher an der Mittellinie leitete das 2:4 (32.) ein. „Das war der Knackpunkt“, fand Reinhart.

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Spieltag in Bergrheinfeld

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Der Aufsteiger verschleppte fortan das Tempo, spielte weitläufig um den Kreis. Geworfen wurde meistens erst, wenn vom Schiedsrichtergespann Zeitspiel signalisiert wurde. Und in einer solchen Situation machte Helmreich das beste: Schnell, flach aus Kreisnähe erzielte sie das 5:2 (35.). Bergrheinfeld öffnete jetzt die Deckung, Werneck scheiterte dann ein paar Mal an Korbhüterin Lena Hünlein. Sie kassierte aber doch noch zwei Körbe. Ihre Trainerin Kirstin Grote trug das Ganze ab dem 2:5 an der Seitenlinie mit Fassung. „Wir finden nicht zu unserer Form und lassen dann die Köpfe hängen“, sagte sie.

Sie vermutete, dass irgendwo auch noch das enttäuschende Abschneiden bei der letzten deutschen Meisterschaft (Platz vier) noch nachwirke. „Dabei sind wir die einzige Mannschaft, die unverändert ist. Wir müssten ganz vorne stehen“, so Grotes klare Worte. Immerhin: Für das zweite Spiel hatte sie ihre Mannschaft gut eingestellt. Es sah nach einem leistungsgerechten 1:1 gegen den bisherigen Tabellenführer TSV Eßleben aus, ehe zehn Sekunden vor Schluss Bergrheinfelds Mona Kegel für die Heimmannschaft den erlösenden 2:1-(1:1)-Siegtreffer erzielte. „Wenn wir das Spiel auch verloren hätten, wäre es mit der Qualifikation zur Deutschen fast vorbei gewesen“, sagte die ehemalige Bremer Korbhüterin Grote nach dem glücklichen Sieg.

Der deutsche Meister SV Schraudenbach gewann nach Startschwierigkeiten (1:3-Rückstand) gegen den VfL Kleinlangheim mit 9:6 (5:4). Immer wenn der VfL nach dem Seitenwechsel mal auf zwei Punkte Abstand verkürzt hatte, folgte die Antwort der Schraudenbacherinnen. Gegen Werneck tat sich der Meister beim 8:5 (3:2) am Anfang auch schwer. Aber ab Mitte der zweiten Halbzeit fehlten dem TSV die Körner, sprich Kondition. In der Rückwärtsbewegung zu langsam, kassierte man beispielsweise das 2:4 durch Jennifer Rumpel und 2:5 von Julia Fuchs – beide per Konter innerhalb einer halben Minute. Der Aufsteiger kam zwar zwischenzeitlich auf 4:5 heran, wurde im Anschluss aber erneut ausgekontert.

„Wenn wir das Spiel auch verloren hätten, wäre es mit der Qualifikation zur Deutschen vorbei gewesen.“
Bergrheinfelds Trainerin Kirstin Grote nach dem 2:1 gegen Eßleben

Kleinlangheim verlor das letzte Spiel des Tages gegen den TSV Eßleben mit 1:3 (1:0). „Schade, wir haben gut zusammen gespielt“, sagte VfL-Coach Leon Wilhelm. Carmen Wilhelm hatte ihr Team mit einem spektakulären Wurf aus gut 20 Metern auf den leeren Korb in Führung gebracht. Kleinlangheim war auch vor der Pause die spielerisch gefälligere Mannschaft. Danach gab der TSV allerdings mehr Gas. Laura Königer (27.) erzielte per Heber den Ausgleich. Lisa Strahl die Führung (35.), nachdem sie und Ronja Brendler bereits wenige Minuten vorher erstklassige Chancen liegen gelassen hatten. Das 1:3 war 15 Sekunden vor Schluss nur noch Kosmetik. Eßlebens Coach Frank Dittmar sieht noch Luft nach oben: „Heute wollte irgendwie der zweite Gang nicht rein. Wir haben gehemmt gespielt.“

Körbe für Bergrheinfeld: Eckert 2, M. Kegel 2; Eßleben: Strahl 3, Königer 1; Werneck: Helmreich 4, Graber 3, Hofmann 2, Riegler 2, Strobel 1; Schraudenbach: Fuchs 7, J. Rumpel 4, Blesch 3, Brietzke, T. Rumpel, Heuler je 1; Kleinlangheim: Wilhelm 5, Grafmanns 2.

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