FUßBALL: LANDESLIGA NORDWEST

Euerbach: Trainer Baumann findet seinen eigenen Nachfolger

Der SV Euerbach hat in dem Ex-Aubstadter Julian Grell einen neuen Co-Trainer und Spieler. Warum der aktuelle Coach kürzer treten will und an der Suche beteiligt war.
Wird im Sommer der neue Euerbacher Cheftrainer: Der frühere Aubstadt-Kapitän Julian Grell (links, hier im Duell mit dem Bamberger Christopher Kettler). Foto: Anand Anders

Die Nachricht, dass Julian Grell mit sofortiger Wirkung vom Fußball-Regionalligisten TSV Aubstadt in die Landesliga zum SV Euerbach/Kützberg wechseln wird, war sicherlich eine Überraschung. Zunächst als spielender Co-Trainer des aktuellen Coaches Ulli Baumann für die restliche Saison, ab Sommer wird Grell dann das Cheftraineramt übernehmen. Eine entscheidende Rolle hat Baumann selbst gespielt – von ihm ging die Initiative zur Verpflichtung Grells aus.

Zunächst stand der Beschluss Baumanns, ab Ende der Runde kürzer zu treten, um mehr Zeit für die Familie zu haben: „Manchmal verschieben sich Prioritäten und ich hätte nicht sicher sagen können, ob ich das Traineramt die komplette Saison hindurch mit der notwendigen Intensität hätte ausführen können.“ Natürlich hätte er weitergemacht, wäre kein geeigneter Kandidat für seine Nachfolge zur Verfügung gestanden, stellt Baumann aber ebenso klar.

Jedoch war ihm bekannt, dass Grell nach seiner aktiven Zeit ins Trainergeschäft einsteigen wolle – und so machte sich Baumann hinsichtlich des 33-jährigen Stürmer schlau: „Ich habe mich zunächst nach seinen Trainerqualitäten erkundigt, habe ja gute Verbindungen zum TSV Aubstadt. Da habe ich nur Positives gehört und daraufhin Kontakt zu ihm aufgenommen.“

Trainer überzeugt den Vorstand

Nach einem zweistündigen Gespräch herrschte Einigkeit zwischen beiden, anschließend fragte Baumann bei den SV-Verantwortlichen nach, die ebenfalls ihre Zustimmung zu dieser Lösung gaben. Der Nutzen liegt für den aktuellen Trainer auf der Hand: „Es ist die seltene Gelegenheit, die kommende Saison mit meinem Nachfolger zu planen. Das erlaubt uns einen fairen Umgang mit den Spielern und einen reibungslosen Übergang für den Verein.“

Grell selbst spricht von einer „Riesenchance“ und einer reizvollen Aufgabe: „Ich denke, dass wir durch Ullis und meine Kontakte etwas Gutes hier aufbauen können.“ Von Zielen will der designierte Baumann-Erbe noch nicht reden, zu viel sei noch in der Schwebe – und zunächst gehe es sowieso erst einmal um den Klassenerhalt in der Landesliga. „Das halbe Jahr mit Ulli gibt mir die Chance, noch einmal eine andere Art des Arbeitens und eine andere Ansprache als unter Josef Francic zu erleben. Ich hoffe, dass ich da Einiges mitnehmen werde“, freut sich Grell auf die Zusammenarbeit.

Neben der aktuellen Runde laufen die Arbeiten für die neue Saison bereits auf Hochtouren: „Unsere Hauptaufgabe ist die Kaderplanung. Ich versuche, die Spieler glaubwürdig und ehrlich davon zu überzeugen, dass das eine tolle Sache hier werden kann.“ Auch persönlich will sich Grell weiterentwickeln.

Die Prüfung steht an

Bereits im Mai wird er die Prüfung zur DFB-Elite-Jugend-Lizenz absolvieren, nach deren erfolgreichen Abschluss peilt er die DFB-A-Trainerlizenz an. Seine bisher gesammelten Erfahrungen beim TSV Aubstadt sollen ihm helfen: „Ich habe dort ja auch schon viel übernommen, beispielsweise als Josef in der Vorbereitung im Urlaub war und denke, dass ich für Mannschaftsführung ein gewisses Gefühl entwickelt habe. Aber natürlich muss ich mich erst einmal als Trainer beweisen.“

Aus den Kreisen der Vereinsführung hört man bislang ebenfalls nur positive Töne über den Neuen. Erleichtert ist Fußball-Abteilungsleiter Stephan Brunner zunächst über den Neuzugang Grells als Fußballer: „Wir spielen ja nicht schlecht, aber uns fehlt nach vorne die Durchschlagskraft, wie ein Blick auf das Torverhältnis zeigt.“ Überzeugt von den Trainerqualitäten ist Brunner ebenfalls, will aber seinen alten Coach nicht einfach so gehen lassen: „Wir hoffen, dass wir Ulli in irgendeiner Form halten können und haben uns auf Gespräche im Februar-Trainingslager geeinigt.“

Wie diese weitere Zusammenarbeit aussehen könnte, steht noch in den Sternen. Dies hänge, so Brunner, davon ab, was Baumann an Aufwand betreiben könne oder wolle. Auch Grell, der im Sommer endgültig an die Seitenlinie wechseln wird, äußert Hoffnungen: „Ich würde es sehr begrüßen, wenn er uns als eine Art Sportleiter erhalten bleibt.“

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