Faustball

Fabian Sagstetters Taiwan-Tagebuch

Jung-Nationalspieler Fabian Sagstetter aus Schweinfurt war neben dem Würzburger Squash-Spieler Simon Rösner (Paderborn) der einzige Unterfranke bei den World Games, den Weltspielen der nichtolympischen Sportarten. Sie wurden vom 16. bis 26. Juli auf der Insel Taiwan ausgetragen. Exklusiv für die Nutzer von Mainpost.de berichtete der 18-Jährige täglich über seine Erlebnisse auf Taiwan.

Faustball-Jung-Nationalspieler Fabian Sagstetter aus Schweinfurt war neben dem Würzburger Squash-Spieler Simon Rösner (Paderborn) der einzige Unterfranke bei den World Games, den Weltspielen der nichtolympischen Sportarten. Sie wurden vom 16. bis 26. Juli auf der Insel Taiwan ausgetragen. Für die Nutzer von Mainpost.de berichtete der 18-Jährige täglich über seine Erlebnisse auf Taiwan.

10.Tag
Montag, 20. Juli
Bitteres Ende der Medaillen-Träume

Hallo,
unser Spiel um Platz drei gegen Österreich lief nicht so, wie wir wollten. Leider lieferten wir unser schwächstes Spiel bei diesen World Games ab und Österreich sein mit Abstand stärkstes. Ab dem dritten Satz spielte ich hinten rechts und, dann auf der Mitte bis zum Ende durch. Aber an der 1:4-Niederlage änderte das nichts. So wurde es nichts mit unserer erhofften Medaille.
Heute Abend gibt es für uns noch ein offizielles Abendessen von der IFA (International Fistball Asociation) und einen Empfang der deutschen Botschafterin. Morgen früh ist dann Abflug nach Hongkong. Von dort geht es dann wieder zurück nach Deutschland. Sodass ich gegen Mittwoch Mittag wieder in Schweinfurt am Bahnhof ankommen werde.
Gruß Fabian

9. Tag
Sonntag, 19. Juli
Endspiel denkbar knapp verpasst

Hallo,
heute morgen hatten wir wie schon am Vortag die Möglichkeit, individuell zum Frühstück zu gehen, da der erste Termin für uns die Besprechung für das Österreich-Spiel um 9:30 Uhr im Hotel war. Danach bereiteten wir uns auf das Spiel vor.
Nach den gewonnen ersten beiden Sätzen, die uns schon zum Weiterkommen reichten, schalteten wir einen Gang zurück und alle Spieler kamen zu ihrem Einsatz, wobei ich wieder am Zuspiel mein Können zeigen durfte. Wir verloren am Ende aber noch mit 2:3.
Ab dem Abpfiff lag unsere Konzentration auf dem zweiten Spiel gegen die Schweiz. jeder von uns hatte Zeit eine Massage zu genießen oder sich auf dem Hotelzimmer auszuruhen, ich hatte mich dafür entschieden, mich eine halbe Stunde hin zulegen.
Das Halbfinale gegen die Schweiz über vier Gewinnsätze entwickelte sich zu einem starken Spiel von beiden Seiten, indem ich im siebten und entscheidenden Satz auf der Position hinten rechts eingewechselt wurde und bis zum Ende durchspielte. Mit dem denkbar knappen Ergebnis 3:4 und 10:12 im letzten Satz mussten wir das Spiel leider abgeben. Schade, für uns wäre das Finale auf jeden Fall drin gewesen. Nun müssen wir trotzdem weiter machen und uns voll und ganz auf unser Ziel, die Medaille konzentrieren. Dazu müssen wir Österreich am Montag im kleinen Finale schlagen. Um das enge Spiel zu verdauen, gehen wir nun ins Deutsche Haus und werden dort Abendessen und Massagen genießen.
Gruß aus Taiwan
Fabian

8. Tag
Samstag, 18. Juli
Ein Taifun sorgt für Verzögerung

Hallo,
gestern Abend gab es beim Abendessen im Deutschen Haus, nicht wie üblich in unserem Hotel, endlich mal wieder etwas Normales zum Essen. Brot oder Wasser mit Kohlensäure, Dinge die wir in der letzten Woche nie zu sehen bekamen.
Heute morgen, als wir aufgewacht sind, erwartete uns eine große Überraschung. Nach der Abschlußbesprechung für das Brasilien Spiel wurde uns noch im Hotel mitgeteilt, dass der Platz unbespielbar ist. In der Nacht hatte nämlich der angekündigte Taifun begonnen, sodass es in der Nacht so stark geregnet hat, dass nun das Wasser auf dem Rasen steht. Nun regnet es zwar nicht mehr, aber es nun stürmt. Auf den Straßen sind keine Menschen mehr zu sehen. Der Platz wird gerade von ungefähr 100 Taiwanesen mit Schwämmen und Wassereimern bearbeitet, um ihn einigermaßen bespielbar zu machen.
Um 12 Uhr konnten die Spiele dann endlich beginnen. Der Rasen war kaum mehr nass, da wir auf dem Ausweichfeld spielten. Der Wind begann aber immer stärker zu blasen. Vor allem in den ersten beiden Sätzen kamen die Brasilianer einfach besser mit den schwierigen Verhältnissen zurecht. Am Ende des zweiten Satzes durfte ich dann auch ran, wurde aber im dritten wieder ausgewechselt. Letztendlich haben wir dann aber mit 1:3 verloren, es wäre aber auf jeden Fall mehr für uns drin gewesen.
Durch die Verschiebung hatten wir bis zum zweiten Spiel lediglich eine Stunde Zeit. Im Spiel gegen die Schweiz leisteten wir uns einen klassischen Fehlstart und verloren den ersten Satz. Danach fingen wir uns wieder und gewannen die nächsten drei Sätze in Folge. ich wurde diesmal nicht eingesetzt.
Österreich verlor im darauf folgenden Spiel gegen Brasilien deutlich mit 0:3, sodass uns morgen gegen die bislang schwachen Österreicher zwei Sätze zum Weiterkommen ausreichen würden.

7. Tag

Freitag, 17. Juli
Ein guter Start mit zwei Siegen und zwei Einsätzen

Endlich geht es los! Die Eröffnungsfeier der World Games gestern Abend war der Wahnsinn. Kurz bevor es los ging, hörte es wieder auf zu regnen. Ins komplett ausverkaufte Stadion einzulaufen, war schon ein tolles Gefühl.

Heute morgen dann hatten wir unser erstes Spiel gegen Chile, die sich als Sechster der Weltmeisterschaft für die World Games qualifiziert hatten. Von Anfang an durfte ich nicht spielen, wurde aber dann zum dritten Satz bei 2:0-Führung für uns eingewechselt. So habe ich das Spiel noch beendet, und wir haben damit die ersten beiden eingeplanten Punkte geholt.
Gleich im Anschluß konnten wir das erste Spitzenspiel zwischen Schweiz und Österreich ansehen, das die Schweizer mit 3:1 gewannen.
In unserem zweiten Spiel gegen Taiwan durfte ich dann von Anfang an ran. Nach einem starken Beginn haben wir uns sofort eine 2:0-Satzführung geholt. Den dritten Satz gewannen wir nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten auch, wobei ich ab Mitte des Satzes auf der ungewohnten Position hinten rechts gespielt habe.
Im darauf folgenden Spiel gab es fasst eine Sensation zu sehen. Der Weltmeister, Europameister und amtierende World-Games-Sieger Österrreich gewann sein Spiel gegen Chile nur knapp mit 3:2.
Somit stehen wir nach dem ersten Tag mit den beiden eingeplanten Siegen gegen die vermeintlich leichten Gegner auf Platz eins der Tabelle. Nun sind wir wieder im Hotel, und gehen gleich ins Deutsche Haus zum Abendessen.
 

6. Tag
Donnerstag, 16. Juli
Ein Berg Reis und zehn Eier zu Mittag

Guten Morgen,
nach dem Frühstück um 8.30 Uhr gingen wir um 9.15 Uhr zum Training, das Stadion liegt lediglich zwei Minuten von unserem Hotel entfernt. Zum Training heute hatten wir nochmals „super“ Bedingungen, 30 Grad und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit, die uns zu schaffen macht. Zum Mittagessen gingen wir noch gemeinsam. Dort trafen wir einen Bodybuilder, der zum Mittagessen nur einen Berg Reis und 10 Eier gegessen hat.
Danach hatten wir aber den kompletten Nachmittag zur freien Verfügung. Meine Freizeit habe ich mit Schlafen, Telefonieren und im Internet surfen verbracht. Um 16.30 Uhr haben wir für heute die letzte Besprechung für die anstehenden Spiele gegen Chile und Taiwan morgen, und gehen dann von dort aus um 17.15 direkt zur Eröffnungsfeier der World Games.
Da aber nun der Taifunregen einsetzt und man wegen dem starken Regen nicht mal mehr die andere Straßenseite sehen kann, wissen wir noch nicht, ob wir bei der Eröffnungsfeier einlaufen und uns in den Regen stellen oder das Ganze locker von der Tribüne aus anschauen. Darüber dann morgen mehr.
 

5. Tag
Mittwoch, 15. Juli
Ein vermeintlicher Sumo-Ringer

Heute konnten wir nach dem Frühstück das erste Mal unser Stadion sehen, wo wir ab Freitag spielen werden. Der Rasen hier ist ähnlich wie in Europa und extra für die World Games angelegt worden. Gleich nach dem Stadionbesuch schauten wir im Deutschen Haus vorbei, wo sich alle deutschen Athleten treffen können. Einen guten Eindruck konnten wir dort allerdings nicht hinterlassen, da unser Delegationsleiter „Wiggi“ einen etwas kompakteren Offiziellen der gerade eintreffenden Kanuten begrüßte und dabei verkündete: „Die Sumo-Ringer sind auch da.“
Nach dem Mittagessen hatten wir zum ersten Mal Freizeit und konnten uns in der Innenstadt umschauen. Am Nachmittag hatten wir das erste Mal Training im Stadion auf den Einspielfeldern, da der Center Court erst ab Freitag bespielt werden darf. Neben uns trainierten die Brasilianer, und gegen Abend hin hatten wir uns auch immer besser an das extreme Klima gewöhnt.
Nach dem Abendessen sind wir noch kurz zur World Games Plaza gefahren, einem riesigen Bereich am Ufer mit Ständen und Bühnen, auf denen am Abend mächtig Programm geboten wird. Dort wurden wir auch ständig von Einheimischen zu Fotos gebeten.
Nach einer kurzen Besprechung haben wir nun Bettruhe.

4. Tag
Dienstag, 14. Juli
Ein Verkehrschaos durch Rollerfahrer

Hi, Schweinfurt,

als wir heute morgen aufgewacht sind, war der Regen wieder weg. Nach dem Training hatten wir die erste Trainingseinheit. Der Platz war wieder komplett trocken, obwohl am Abend vorher das Wasser noch auf dem Rasen stand. Nach der schweißtreibenden Trainingseinheit, da 30 Grad im Schatten, wurden wir nach Kaohsiung gebracht. Zuerst ging es zur Akkreditierung. Danach sollten wir eigentlich zu unserem Hotel gebracht werden, doch unser Busfahrer hatte sich verfahren. So haben wir für den eigentlich 15 Minuten langen Heimweg eineinhalb Stunden gebraucht. Kaohsiung ist eine riesige Stadt mit einem totalen Verkehrschaos. Hier fahren tausende Roller ohne Rücksicht auf geltende Verkehrsregeln und ihre eigene Sicherheit. Nach dem Abendessen in einem Fünf-Sterne-Hotel wurden wir mit unserem eigenen Shuttlebus mit Polizeieskorte wieder zurück ins Hotel gebracht.
Morgen Nachmittag werden wir das erste Mal im Faustballstadion trainieren.


3. Tag
Montag, 13. Juli
Ein Essen mit zwölf Gängen

Hallo Deutschland,

wir sind gut in Kaoshiung angekommen. Dort sind wir am Flughafen abgeholt worden, und nach Pingtung gebracht worden. Pingtung liegt ungefähr eine dreiviertel Stunde außerhalb von Kashsiung. Hier hat es bei strömenden Regen 30 Grad. Wobei es in der Nacht nicht abkühlt und genauso warm ist.

Am Abend wurden wir von der taiwanesischen Delegation zum Essen eingeladen. Wobei ein Essen in Taiwan aus 12 Gängen besteht und es als unhöflich betrachtet wird, nicht jeden Gang mindestens einmal zu probieren. Dass es einem beim Essen schmeckt, zeigt man vor allem durch lautes schmatzen und rülpsen, also genauso wie in Deutschland. Die meisten Einheimischen hier sprechen kein Englisch, nur einige Studenten, die dann für uns übersetzen. Der Höhepunkt des Taifuns wird in den nächsten Tagen erwartet, dass heißt zu dem Regen wird auch noch starker Wind kommen.

Heute morgen hatten wir unser erstes Training mit der Nationalmannschaft von Taiwan. Schon beim Aufwärmen schwitzt man heftig, obwohl wir heute nur locker trainiert haben sind allen die Zeitverschiebung und die extremen Temperaturen noch anzumerken.

14: 55 Uhr: Hab gerade Mittagspause und werde dann gleich zum Training heute Nachmittag gehen.

15:00 Uhr: Training fällt aus, auf dem Sportplatz steht das Wasser. Deswegen haben wir bis heute Abend Freizeit. Jetzt müssen wir leider die riesigen Whirlpools auch mal ausprobieren.

2. Tag
Sonntag, 12. Juli
Ein Beitrag für die Mannschaftskasse

Hallo Deutschland,

schreibe gerade aus dem Flugzeug von Hongkong nach Kaoshsiung. Heute morgen sind wir nach dem Frühstück direkt zum Flughafen abgefahren. Zum Treffpunkt für die Abfahrt zum Flughafen sind drei Spieler zu spät gekommen, unter anderem auch ich, die nun einen kleinen, aber nicht unbedeutenden Beitrag in die Mannschaftskasse zahlen müssen. Am Flughafen musste ich heute beim Check in meinen Rucksack unter der Aufsicht des Sicherheitsbeamten öffnen, da er bei der ersten Kontrolle nicht durch gelassen wurde, beim zweiten Versuch hat es dann aber geklappt. Im Flugzeug gab es dann Essen, nach einer dreiviertel Stunde sind wir nun schon wieder im Landeanflug auf Kaoshiung. Eigentlich sind wir nur zum Mittagessen geflogen, sonst hätten wir gar nicht gewusst wo wir essen sollen.

Den Laptop muss ich jetzt ausschalten, da die Stewardess mich schon zum zweiten Mal darum gebeten hat.

15:15 Sind sicher in Kaoshsiung gelandet. Es regnet gerade, hat aber trotzdem 32 Grad.

Am Flughafen warteten auch schon unsere Dolmetscher und Busfahrer, mit denen wir nun zu unserem Hotel, ein Stück außerhalb von Kaoshsiung in Pingtung, fahren.

Fotoserie

Fabian Sagstetter

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1.Tag

Samstag 11.Juli
Eine Toilette mit schöner Aussicht

Heute sind wir von Frankfurt kommend um 6:30 Uhr zum Zwischenstopp in Hongkong gelandet. Als wir aus dem klimatisierten Flughafen gekommen sind, hat es einige von uns fast umgeworfen, obwohl wir nur mit 28 Grad, aber 93% Luftfeuchtigkeit zu kämpfen hatten. Nach unserer Ankunft haben wir die Stadt besichtigt, schlafen durften wir nicht, da laut unserem Mannschaftsarzt sonst unser Schlafrhythmus gestört würde.

Die Stadtbesichtigung wurde aber zu einer endlosen Busfahrt, da wir uns ständig in den falschen Bus setzten und ziellos umher gefahren sind.

Abends haben wir uns die Skyline bei Nacht angeschaut, und eine Bar besucht ,von deren Toilette man die komplette Stadt überblicken konnte.

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