EISHOCKEY: BAYERNLIGA ABSTIEGSRUNDE

Den Mighty Dogs gelingt ein Befreiungsschlag

Beim Comeback von Simon Knaup melden sich die Schweinfurter mit einem 6:1 über Dorfen eindrucksvoll zurück. Warum der vorletzte Platz noch etwas wert sein kann.
Befreiende Führung: Torschütze Andreas Kleider (links) bejubelt mit Marcel Grüner und Markus Babinsky den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 für den ERV Schweinfurt. Foto: Marion Wetterich

EISHOCKEY

Bayernliga Abstiegsrunde

TSV Peißenberg – ESC Geretsried 3:0
ESC Dorfen – EHC Königsbrunn 3:2
EC Pfaffenhofen – EA Schongau 4:2
EA Schongau – TSV Peißenberg 3:0
ERV Schweinfurt – ESC Dorfen 6:1
EHC Königsbrunn – EC Pfaffenhofen 0:3

1. (3.) EC Pfaffenhofen 8 33 : 25 18
2. (1.) ESC Geretsried 7 29 : 18 17
3. (2.) TSV Peißenberg 8 28 : 21 16
4. (4.) EHC Königsbrunn 8 34 : 18 11
5. (5.) ESC Dorfen 8 21 : 32 10
6. (6.) ERV Schweinfurt 6 16 : 25 3
7. (7.) EA Schongau 7 14 : 36 3

ERV Schweinfurt – ESC Dorfen 6:1 (1:0, 2:1, 3:0)

Lange mussten die Anhänger der Mighty Dogs warten. Zum Auftakt der Rückspiele in der Abstiegsrunde gelang dem ERV endlich der ersehnte erste Dreier. Beim Comeback von Verteidiger Simon Knaup erkämpften sich die Schweinfurter im heimischen Icedome einen am Ende auch in der Höhe verdienten 6:1-Erfolg gegen den ESC Dorfen. Ein Erfolg, der nicht zur Unzeit kam, gewann doch auch das ebenfalls zuvor punktlose Tabellenschlusslicht aus Schongau erstmals. So aber behauptete das Team von Zdenek Vanc Platz sechs, was hinsichtlich nach wie vor wahrscheinlicher Playdowns das Heimrecht garantieren würde.

„Endlich sind wir mal in Führung gegangen“ freute sich Vanc, der im Vorfeld volle Konzentration von seinem Team gefordert hatte, um nicht wie zuletzt immer wieder einem Rückstand hinterherlaufen zu müssen. Um so schöner war, dass der Treffer durch Jeff Murray (16.), ebenso wie das 2:0 durch Kapitän Andi Kleider (24.), in Überzahl fielen. Eine Disziplin, in der die Schweinfurter häufig enttäuscht hatten. „Die Führung war gut für den Kopf. Und wenn der Kopf klar ist, sind auch die Beine schnell“, beobachtete Vanc, dass Kräfte frei wurden.

Penalty sorgt für Sicherheit

Denn in einem ausgeglichenen ersten Drittel, in dem beide Teams ihre Torchancen bekamen, hätte es durchaus auch anders ausgehen können. Mit der Führung im Rücken gewannen die Schweinfurter aber an Sicherheit, leisteten sich nach dem 2:0 aber eine Unkonzentriertheit, die von den Gästen konsequent zum Anschlusstreffer genutzt wurde (28.). „Zum Glück hat Jeff mit seinem erfolgreich verwandelten Penalty den alten Vorsprung aber schnell wiederhergestellt. Das war enorm wichtig“, wusste Vanc, dass das Selbstvertrauen in Reihen der Mannschaft immer noch fragil ist. „Danach waren wir klar die bessere Mannschaft und haben endlich genügend Tore geschossen.“

Dabei tat sich besonders Murray hervor, der mit zwei Treffern und drei Assists eine starke Leistung bot. Aber auch Simon Knaup bekam bei seinem Comeback ein Sonderlob des Trainers: „Man hat sofort gesehen, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Er spielt unheimlich intelligent, weiß wann er die Scheibe halten, und wann er passen muss. Das gibt unserer Mannschaft sehr viel Sicherheit“, war Vanc mit der Leistung des Verteidigers, der nach knapp einem Jahr Pause in der vergangenen Woche nur zwei Trainingseinheiten absolviert hatte, sehr zufrieden.

Der Routinier agierte an der Seite von Youngster Lucas Kleider in der ersten Defensiv-Reihe, wodurch sich eine Stühlerücken in allen drei Reihen ergab. Auch offensiv mischte der Trainer zumindest die zweite und dritte Reihe neu durch, da Oleg Seibel nach langer Verletzungspause wieder zur Verfügung stand. Er zeigte mit einem Tor und einer Vorlage, dass er dem ERV im Saisonendspurt weiterhelfen kann. Ohnehin fehlten im Kader nur der erkrankte Jonas Manger sowie Kevin Heckenberger – David Adam und Pierre Kracht blieben aber über 60 Minuten auf der Bank.

Die wiederkehrenden Optionen, gepaart mit dem lange vermissten Erfolgserlebnis, schüren nun zarte Hoffnungen für den Rest der Runde. „Wenn wir aus unserem Heimspiel gegen Geretsried am Freitag und den zwei Spielen gegen Schongau neun Punkte holen, könnte es klappen, die Play-Downs doch noch zu vermeiden“, seiht Vanc Chancen, eine Zitterpartie zum Saisonende abzuwenden. Mitfeiern konnte am Sonntag Stürmer Jan Kouba nicht. Er bekam kurz vor Schluss einen Schläger ins Gesicht, büßte einen Zahn ein und musste zum Arzt.

Kopecky aus dem Koma erwacht

Gute Nachrichten gibt es indes aus Oberbayern: Milan Kopecky von der EA Schongau hat die Intensivstation verlassen. Der 38-Jährige war beim Spiel gegen den ERV Schweinfurt zusammengebrochen und im Koma gelegen, aus dem er nun erwachte. Die abgebrochene Partie zwischen den beiden Teams wird am Freitag, 28. Februar, um 20 Uhr in Schongau nachgeholt.

Schweinfurt: Schnierstein – L. Kleider, Knaup, Babinsky, A. Kleider, Schneider, Pfister – Ozollapa, Murray, Kouba, Seibel, Nold, Grüner, Fröhlich, Marquardt, Bär. Schiedsrichter: Roland Wittmann (T. Egger, M. Merk). Zuschauer: 361. Tore: 1:0 (16.) Jeffrey Murray (Jan Kouba, Lucas Kleider 5-4), 2:0 (24.) Andreas Kleider (Oleg Seibel, Eugen Nold 5-4), 2:1 (28.) Timo Borrmann (Lukas Miculka, Florian Mayer 5-4), 3:1 (39.) Murray (P), 4:1 (44.) Kouba (Murray), 5:1 (55.) Seibel (Marcel Grüner, Murray), 6:1 (56.) Semjon Bär (Murray). Strafminuten: 8/16 + 10 Michael Numberger.

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