FUSSBALL: A-KLASSE

Die dritte Turner-Garde geht in Mechenried unter

Nicht zu stoppen: Der Rügheimer Doppeltorschütze Leon Berthold (rechts) setzt sich gegen den Schweinfurter Kevin Lausenmeyer durch. Foto: Ralf Naumann

Nein, zum Jammern hatte Jürgen Berthold keinen Grund. Sein „die letzten Gegentore hätten nicht mehr sein müssen“ nach dem Abpfiff war nur eine Feststellung. Der 47-jährige Routinier verwies lediglich auf einen Schönheitsfehler eines ansonsten – aus Sicht der SG Rügheim/Mechenried – tollen Fußballnachmittags am Samstag auf dem schmucken Sportgelände des SV Mechenried, wo die Spielgemeinschaft den 75 Zuschauern gerade einen 7:3-Erfolg in der A-Klasse Schweinfurt 4 gegen die FT Schweinfurt III präsentiert hatte.

Beim Stand von 7:1 sorgte der Gäste-Goalgetter Ernest Gutwirt aber noch mit zwei Treffern für Ergebniskosmetik, so dass die Partie nicht ganz so negativ für die Gäste ausfiel. „Die Jungs“, damit meinte Jürgen Berthold seine Mitspieler, hätten seiner Meinung nach fast alles richtig gemacht. „Ich würde sagen, das war auch in der Höhe verdient“, lautete sein Fazit.

Dass der erst in der 37. Minute für Mitia Klüpfel eingewechselte Berthold mit „geile Kiste“ aber nicht nur den siebten Dreier seiner Mannschaft – gleichzeitig der bislang höchste Saisonsieg – gegen die bisherige Überraschungsmannschaft aus Schweinfurt meinte, war verständlich: Er stand immerhin für knapp eine Stunde gemeinsam mit seinem Sohn Leon, dem Kapitän der SG, auf dem Platz. „Das war schon immer mein Ziel und heute hat es geklappt“, freute er sich.

Und weil beide Bertholds auch noch Tore zum Kirchweih-Erfolg beisteuerten (Leon sorgte per Strafstoß für das 5:1 und erzielte auch das 7:1, während Vater Jürgen dazwischen das halbe Dutzend vollmachte), war es ein gelungener Nachmittag. Auch für den bisherigen Spielertrainer Robert Hoffmann, der nach einem Kreuzbandriss wohl nur noch Coach der Spielgemeinschaft sein wird. „Wir waren die bessere Mannschaft und haben uns auch belohnt“, freute er sich über die „Torflut“ – und auch darüber, dass die Hausherren den schnellen 0:1-Rückstand durch Michael Pfunt sofort weggesteckt hatten. Und wie: Maximilian Diem sorgte nur weitere drei Minuten später bereits für den Ausgleich, ehe Klüpfel den neuen Tabellenfünften erstmals in Führung brachte.

Für den schönsten Treffer aber war Michael Kettler verantwortlich, der die Aufforderung seiner Teamkollegen („zieh ab, zieh ab“) sehr ernst nahm: Der Angreifer drehte sich erst um seinen Gegenspieler – und dann flog der Ball bei seinem Schuss aus gut 25 Metern über FTS-Schlussmann Lukas Glaser hinweg zum 3:1 in die Maschen (23.). „Man muss auch einmal aus der Distanz einen Schuss wagen“, gab es von Hofmann für das „Tor des Tages“ ein Sonderlob.

Ernüchterung bei den Turnern

So sehr sich der 35-Jährige über diesen gelungenen Nachmittag freute, so ernüchtert zeigte sich sein Gegenüber Burkard May, der anstelle von Ernst Gehling (dieser war zeitgleich mit der ersten FTS-Garnitur in Coburg) an der Seitenlinie stand. „Das Ergebnis war sicherlich deutlich“, räumte er die verdiente Niederlage seiner Elf ohne Wenn und Aber ein. Doch ein Aspekt wurmte ihn besonders: Das Abwehrverhalten. Aus seiner Sicht resultierten fünf der sieben Gegentore aus individuellen Fehler der eigenen Mannschaft.

„Es wäre sonst mehr drin gewesen.“ Wobei: „Das Problem bei uns ist halt die Trainingsbeteiligung“, die „sehr zu wünschen übrig lässt.“ Gerade einmal zwei Spieler aus dem Samstags-Kader würden regelmäßig zu den Übungseinheiten kommen. „Den Rest habe ich schon wochenlang nicht mehr gesehen“, stellte er fest. Dass im Laufe einer Partie dann Kondition sowie Konzentration nachlassen und Fehler entstehen, ist die logische Folge.

Nach diesem deutlichen Erfolg, mit dem im Vorfeld eigentlich keiner rechnen konnte, verabschiedet sich die SG nun in die Winterpause. Danach, so der Plan, soll noch einmal „nach oben hin“ angegriffen werden. „Mal schauen, was noch geht“, sagte Hoffmann, wohl wissend, dass ein Sieg am 22. März beim Spitzenreiter Untertheres/Ottendorf/Buch ein unrealistisches Ziel ist.

Ob es dann eine Revanche für die deftige 0:9-Pleite im ersten Aufeinandertreffen gibt, scheint eher unwahrscheinlich. Aber im Kampf um die vorderen Plätze will die SG – wenn möglich – noch einmal einige Duftmarken setzen.

Die Statistik des Spiels

Fußball, A-Klasse Schweinfurt 4

SG Rügheim/Mechenried – FT Schweinfurt III 7:3 (5:1)

Rügheim: Butterhof – Arnold, L. Hein, Brochloß-Gerner, Ankenbauer, Ledermann, Diem, Gehrig, L. Berthold, Klüpfel, Kettle. Eingewechselt: J. Berthold, F. Hein, Rambacher.

Schweinfurt: Glaser – Leoncenko, Radkiewicz, Lausenmeyer, Marquardt, Pfunt, Bilir, Redzic, Gutwirt, Danilischin, Kotkowskij. Eingewechselt: Söllner, Hernadez, Elmore.

Schiedsrichter: Christopher Allen (Ebelsbach). Zuschauer: 75. Tore: 0:1 Michael Pfunt (3.), 1:1 Maximilian Diem (6.), 2:1 Mitia Klüpfel (18.), 3:1 Michael Kettler (23.), 4:1 Mario Gehrig (28.), 5:1 Leon Berthold (45.+1, Elfmeter), 6:1 Jürgen Bertold (55.), 7:1 Leon Berthold (70.), 7:2, 7:3 Ernest Gutwirt (88., 90.+2).

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