Fußball: Regionalliga Bayern

Kommentar: FC-05-Kapitän Kleineheismann als Symbolfigur

Spätestens seit der zweiten Halbzeit gegen München müssen die Schweinfurter verinnerlicht haben, dass der Weg zum Titel nur über leidenschaftliche Fußball-Arbeit führt.
Befreiender Jubel: Die Schweinfurter (von links) Almar Suljic und Tim Danhof feiern den Torschützen und FC-05-Kapitän Stefan Kleineheismann. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Eines darf man der Mannschaft von Trainer Timo Wenzel attestieren: Sie ist in der Lage, Fehler zu verarbeiten und Reaktion zu zeigen. Mit der zweiten Halbzeit hat der FC 05 Schweinfurt bewiesen, dass er den Larifari-Fußball der vorangegangenen drei Wochen als untauglich einordnen konnte, und dass er weiß, dass in der Regionalliga der Weg über die Physis führt. Immerhin heißt das Vereins-Motto ja "wir arbeiten Fußball".

Den Punkt im Spitzenspiel hat sich das Team erarbeitet. Jetzt muss die Erkenntnis folgen, dass diese Tugenden gerade gegen vermeintlich schwächere Kontrahenten notwendige Basis für Erfolg sind. Türkgücü hat im Willy-Sachs-Stadion demonstriert, dass man ein nahezu kompletter Titelanwärter ist. Der Aufsteiger wird in seiner Kompaktheit nicht reihenweise Punkte liegen lassen. Ein gutes Beispiel war - neben dem Auftritt in Schweinfurt - das 2:1 der Münchner in Burghausen, als sie die nach der Pause beherzt anrennenden Gastgeber kaum näher als 25 Meter vor ihr Tor gelassen hatten.

  • Hier geht's zur Analyse des Spiels: Arbeiter-Fußball soll das Markenzeichen des FC 05 werden

Und dann dieser Torjubel beim 0:1 am Montagabend - als hätte man den Drittliga-Aufstieg eingetütet, feierte alles, was Halbmond trug, wie entfesselt. Da ist Leidenschaft im Spiel, der hundertprozentige Fokus auf das eine Ziel. Zwei Faktoren, ohne die auch der FC 05 nicht Meister werden kann. Diese Lektion sollten die Spieler in der ersten Oktober-Hälfte und auch in der ersten Halbzeit gegen Türkgücü, als vorzeitig die Felle wegzuschwimmen drohten,  verinnerlicht haben.

Es liegt an Trainer Wenzel, den Pegel an Kampf- und Laufbereitschaft, Leidenschaft, Aggression und Zielstrebigkeit stets bei 100 Prozent zu halten. Aber auch an Führungsspielern wie Sascha Korb, Lukas Billick, Adam Jabiri oder allen voran Kapitän Stefan Kleineheismann. Letzterer sollte im Herbst 2019 zur Symbolfigur taugen. Nach schwierigen Wochen mit unbefriedigenden Einsatzzeiten, war er am Montag auf den Punkt da. Hinten rackernd, vorne treffend, ein Motivator. Daran müssen sich nun auch die Jungen aufrichten. Zumal schon in zwei Wochen, nach dem ebenfalls schweren Eichstätt-Spiel, der nächste große Charaktertest ansteht - in Aubstadt. Der TSV verkörpert nämlich Leidenschaft pur und kann auch kicken.

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