FUSSBALL: REGIONALLIGA

Der FC 05 will mit alten Tugenden zurück in die Erfolgsspur

Im Spiel eins nach der Freistellung von Timo Wenzel müssen die Schweinfurter gegen Fürth II ran. Wie wollen sie verhindern, dass die SpVgg-Reserve zum Stolperstein wird.
Fröhlich beim Training: FC-05-Coach Tobias Strobl (rechts) und Kevin Fery haben trotz der angespannten Situation ein Lächeln auf den Lippen. Foto: Jessica Oldenburger/FC 05

Sein Lächeln sprach Bände. Tobias Strobl wirkte bei seiner Vorstellung als Nachfolger des am Dienstag freigestellten Trainers Timo Wenzel beim FC 05 Schweinfurt locker - aber zugleich entschlossen. Schließlich ist der Job, den er angenommen hat, derzeit wahrlich kein leichter. Seit fünf Spielen hat der FC 05 in der Regionalliga Bayern nicht mehr gewonnen und ist mittlerweile nicht mehr Erster, sondern Dritter. Neben den acht Punkten Rückstand auf Tabellenführer Türkgücü München haben die Nullfünfer auch nur noch drei Zähler Vorsprung auf Platz sieben, auf dem die SpVgg Greuther Fürth II steht, die am Samstagnachmittag ins Willy-Sachs-Stadion kommt (14 Uhr).

"Diese Fürther sind eine Wundertüte", sagt Strobl, der selbst bei der zweiten Mannschaft des FC 04 Ingolstadt mit jungen, hungrigen Spielern zusammengearbeitet hat, und ergänzt: "Das ist eine technisch gut ausgebildete Mannschaft, eine interessante und aufregende erste Aufgabe für mich in Schweinfurt." Zugleich weiß man an der Niederwerrner Straße auch noch zu gut, wie herausfordernd die Zweitliga-Reserve sein kann. Beim 0:0 im Hinspiel sicherte sie sich einen Punkt und sorgte so für den ersten kleinen Knacks bei den Nullfünfern, die gegen die intensiv zweikämpfenden Fürther kein Konzept fanden. 

Adam Jabiri ist wieder fit

Ein zweites Auftreten ohne Konzept gegen die SpVgg wäre in der derzeitigen Lage Gift. Wohl auch ein Grund, dass der kurzfristig verpflichtete 32-Jährige einen deutlichen Appell vorausschickt. "Jeder soll unsere Leidenschaft spüren, jeder soll merken, dass wir uns aufopfern - für das Wappen, das auf unserer Brust steht." Er will den "Turnaround" schaffen, den Sportleiter Björn Schlicke fordert. Zusätzlichen Druck verspürt der Coach nicht. Es gehe vor allem darum, dass "wir uns auf unser eigenes Handeln auf dem Grün konzentrieren und unser Herz ausschütten." Probleme dadurch, dass er jünger als zwei seiner Spieler ist, befürchtet Strobl nicht. Schlicke wird gar noch deutlicher: "Mir wird zu viel auf dem Alter herumgeritten. Wenn ich da einen 24-Jährigen hinstelle, der auf die Mannschaft einwirken kann, dann ist er für mich in dieser Situation ein guter Trainer."

"Die Stimmung war sehr euphorisch. Die Jungs haben Lust, die Chemie passt."
FC-05-Coach Tobias Strobl über die ersten Trainingseinheiten mit dem Team

Gut für Strobl ist, dass wieder mehr Akteure fit sind. Adam Jabiri, der nach seiner Einwechslung am vergangenen Wochenende dem Spiel beim 2:2 gegen Aubstadt seinen Stempel aufdrückte, ist wieder voll einsatzbereit - wie seine Teamkollegen Amar Suljic und Luis Zwick. Ronny Philp, der lange mit Schulterproblemen zu kämpfen hatte, ist es noch nicht. Zudem gibt es einen größeren Wermutstropfen: Lamar Yarbrough musste das Training abbrechen, "bei ihm müssen wir schauen, dass er Anfang 2020 wieder mitmachen kann", erklärt Strobl. Zudem fehlen Lukas Ramser (Meniskusverletzung), Stefan Maderer (noch angeschlagen) und Christian Köppel (muskuläre Probleme).

Dass er nach dem Anruf von FC-05-Präsident Markus Wolf buchstäblich ins eiskalte Wasser geworfen wurde, stört den derzeit noch im Hotel wohnenden A-Lizenz-Inhaber nicht. "Den Bezug zur Regionalliga habe ich auch nach meinem Abgang in Ingolstadt nie verloren, habe mir die Live-Spiele angeschaut und weiß natürlich um die Qualität des Kaders, das Potenzial des Vereins, um die Fan-Kulisse und die Menschen, die den Klub in ihrem Herzen tragen." Während der bisherigen Einheiten, so Strobl, sei die Stimmung gut gewesen. "Es war sehr euphorisch. Die Jungs haben Lust, die Chemie passt. Nun gilt es, das Fürther Kollektiv und besonders Daniel Adlung, den erfahrenen Schlüsselspieler, in den Griff zu bekommen." Ob es - wie so oft in dieser Saison - einen Schweinfurter Sturm-Solisten oder zwei Spitzen geben wird, ließ er offen. "Die Tendenz hin zu zwei Stürmern ist absolut vorhanden. Wann und ob es diese Umstellung gibt, müssen wir aber mal sehen." Eins ist allerdings klar: Strobl muss - zusammen mit dem Team - jetzt allerdings schnell liefern. 

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