Fußball: Regionalliga Bayern

FC 05: Tobias Strobl geht weiter volles Risiko

Die Erkenntnisse aus dem Trainingslager in der Türkei stimmen den Schweinfurter Coach optimistisch. Warum die zweite Reihe aber am Dienstag gegen Erlangen nachsitzen muss.
Kann auch grimmig schauen: FC-05-Trainer Tobias Strobl geht mit seiner Mannschaft fokussiert in die Regionalliga-Restrunde. Foto: PresseFoto Evans / EvRy

Mediterrane Temperaturen waren's nicht im türkischen Belek. Doch Fußball-Regionalligist FC 05 Schweinfurt weilte ja nicht im Urlaub, sondern - bei vier bis elf Grad - eine Woche im Trainingslager. Die Mannschaft verlor dort ein Testspiel gegen den Zweiten der Oberliga Mittelrhein, den FC Düren, mit 1:2, und gewann mit 1:0 gegen den Nord-Regionalligisten TSV Havelse. Wieder zuhause, zog Trainer Tobias Strobl ein positives Fazit. Und wie 05-Präsident Markus Wolf ("wir schaffen das noch") glaubt er noch an die Meisterschaft. Nicht nur, weil beim acht Punkte besser dastehenden Spitzenreiter Türkgücü München tief gestapelt wird; dessen Trainer Rainer Maurer hatte gesagt, Borussia Dortmund habe schließlich auch einmal neun Punkte Vorsprung auf die Bayern verspielt.

Wie lief das Trainingslager?

"Das war extrem wichtig", so Strobl. "Die Eindrücke, gerade für mich, der ich neu bin, waren viel intensiver." Die Gruppendynamik und das Verhalten der Mannschaft bei den Spielen, den Einheiten und auch den gemeinsamen Abenden sei für ihn als Trainer aufschlussreich gewesen. In der Partie gegen Havelse ("dieses Spiel hat uns weiter gebracht") habe sie gute Momente gehabt. Gegen Düren freilich konnte der starke Wind nicht als Ausrede dienen: "Da war viel Sand im Getriebe. Schade, weil vor allem Spieler aus der zweiten Reihe die Chance bekommen sollten, sich zu beweisen." Deswegen sollen diese Akteure in einem kurzfristig angesetzten Test gegen Bayernligist ATSV Erlangen (Dienstag, 18.30 Uhr) nochmals auf sich aufmerksam machen dürfen.

Ist der Kader zu schmal?

"Es sollte nicht mehr viel in der ersten Reihe passieren", spielt Strobl auf die Langzeitausfälle Amar Suljic (Adduktoren-OP) und Bendict Laverty (Pfeiffersches Drüsenfieber) an - und den mäßigen Auftritt gegen Düren. Andererseits hätten einige Stammspieler sich inzwischen als variabler erwiesen, als sie bis dato eingesetzt worden sind. Neuzugang Maximilian Bauer, als Rechtsverteidiger geholt, "kann in der Dreierkette alle drei Positionen spielen, zudem auf beiden Außenbahnen". Jetzt läge die Aufgabe bis zum Rückrunden-Auftakt am 7. März in Heimstetten darin, das Bild der Mannschaft aufgrund dieser Erkenntnisse neu zu zeichnen. Überraschend schnell scheint sich Stefan Maderer (Patellasehne) zurück zu melden, Strobl traut ihm schon in Heimstetten einen Kurzeinsatz zu.

"Eine Fünferkette gibt es nur, wenn ein Gegner große Dominanz an den Tag legt. Dann hätten wir etwas falsch gemacht."
FC-05-Trainer Tobias Strobl zur Dreierketten-Diskussion

Ist der Aufstieg realistisch?

Im Verein ist Aufbruchstimmung spürbar. Vorstand, Mannschaft und Trainer-Team sind überzeugt, dass die acht Punkte München in den zwölf ausstehenden Partien noch aufzuholen sind. Es scheint, als hätten alle Beteiligten den mentalen Kick der letzten 20 Minuten gegen Rosenheim mit über die Winterpause gerettet, als der FC 05 aus einem 0:3 ein 4:3 gemacht hatte. "Diese Stimmung wollten wir erzeugen", weiß Strobl, wozu er nach der Oktober-Krise und der Trennung von Coach Timo Wenzel geholt worden ist. Vier Siege in Serie sorgen für Schweinfurter Selbstvertrauen. Strobl zu den anvisierten zwölf weiteren Siegen: "Du brauchst Ziele, die dich anspornen. Wir wollen diesen Funken auf die Stadt übertragen."

Bleibt der Trainer System und Risiko treu?

Der FC 05 Schweinfurt steht unter Tobias Strobl für bedingungslosen Offensivfußball. "Und bei dieser Strategie bleiben wir." Im Trainingslager hat der Trainer mit der Mannschaft auch Theoriestunden abgehalten, positive Rückmeldung auf das 3-1-4-2-System erhalten. "Die haben sich da reingedacht." Die Diskussion, ob eine Dreier-Abwehrkette auch eine verkappte Fünferkette sein könne, hat er den Spielern ausgeredet: "Eine Fünferkette gibt es nur, wenn ein Gegner große Dominanz an den Tag legt. Dann hätten wir etwas falsch gemacht". Strobl geht demnach weiter volles Risiko.

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