FUSSBALL: REGIONALLIGA

Adam Jabiri sorgt für Jubel beim FC 05

Lange sah es nach einem Unentschieden gegen Fürth II aus, doch dann belohnte der Stürmer sein Team. Was die Nullfünfer gut machten und woran sie noch arbeiten müssen.
Bescherte dem FC 05 drei Punkte: Adam Jabiri (grünes Trikot), der hier Malik McLemore (SpVgg Greuther Fürth II) alt aussehen lässt. Foto: foto2press/Frank Scheuring

Es war die Erlösung: Als Adam Jabiri drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit einen direkten Freistoß aus etwas mehr als 16 Metern versenkt hatte, brachen bei den Schweinfurtern alle Dämme. Wenig später hatten sie die SpVgg Greuther Fürth II mit 1:0 (0:0) besiegt und feierten - nach einer lauten "Sieger-Humba" - ausgelassen mit den Fans. 

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Einer strahlte, eingehüllt in eine dicke Winterjacke, ganz besonders: Siegtorschütze Jabiri. Der neue Coach Tobias Strobl hatte ihm mit seiner Auswechslung in der 90. Minute quasi noch ein bisschen mehr Regenerationszeit eingeräumt. "Ich habe einfach gesagt, dass ich den Ball ins Torwart-Eck schießen will. Pius Krätschmer und Sascha Korb sind vorher noch über den Ball gelaufen, weil der Trainer reingerufen hatte, dass wir das machen sollen. Ich wollte aber einfach nur das Tor machen", meinte der 35-Jährige, als er gerade vom Zaun in Richtung Kabine unterwegs war. Sein Schuss hatte endgültig die Leichtigkeit zurückgebracht, die den Nullfünfern zuletzt gefehlt hatte. Lange sah es allerdings nicht ganz danach aus. Wie schon im Hinspiel warfen sich die Fürther in jeden Ball und in jeden Zweikampf, während die Gastgeber zu wenig aus ihrer teils drückenden Überlegenheit machten. Strobl, Nachfolger des unter der Woche freigestellten Timo Wenzel, hätte sich da durchaus mal die adrett sitzenden Haare raufen können. 

"Es ist unglaublich, welche unfassbaren Wege er mit 35 noch geht. Wow, wow, wow!"
FC-05-Coach Tobias Strobl über den Siegtorschützen Adam Jabiri

Letztendlich strahlte er aber übers ganze Gesicht. Seine Idee, die Schweinfurter in dem aus seinen Ingolstädter Zeiten bekannten 3-5-2-System auflaufen zu lassen, das in Offensivsituationen gar zu einem 2-4-4 werden kann, sie fruchtete. Warum? Die elf Mann auf dem Rasen nahmen die Neuerung an, verschoben noch nicht ganz so blitzschnell, aber willig. Allen voran Marco Fritscher und Benedict Laverty, die ihre Seiten erstmals über 90 Minuten alleine beackern mussten und sich von Jabiri ein Sonderlob abholen durften. "Das haben sie wirklich überragend gemacht. Der Trainer hat uns gesagt, dass wir mutig spielen sollen - das Ganze war schon sehr offensiv ausgerichtet."

Viele Eckbälle verpuffen

Von Beginn an kannte die Strobl-Elf nur eine Richtung. Das junge, diszipliniert verteidigende Fürther Team von Petr Ruman musste einige Male tief durchatmen und konnte von Glück sagen, dass Patrick Ort auf der Linie noch in einen Schuss von Tim Danhof rutschte, der von Jabiri mustergültig bedient wurde und SpVgg-Schlussmann Leon Schaffran eigentlich schon geschlagen hatte (21.) - oder Kevin Fery den Ball in aussichtsreicher Position im Strafraum doch noch irgendwie über die Latte bugsierte (74.). "Wir haben ein intensives Regionalliga-Spiel gesehen. Wir haben der Heimmannschaft sehr gut Paroli geboten. Bei unseren positiven Aktionen hätten wir einfach ein bisschen cleverer sein müssen", sagte der SpVgg-Trainer hernach.  

Stürmer Jabiri krönt seinen Auftritt

Doch immer wenn die Fürther, meist in Person des auffälligen Robin Luca Kehr (18., 30.), offensiv gefährlich wurden, war Jan Reichert zur Stelle. Wenige Minuten vor Anpfiff war der 18-Jährige zum Vertreter von Luis Maria Zwick geworden, der zwar schon auf dem Aufstellungsbogen stand, aber nicht zwischen die Pfosten konnte. "Er hatte schon am Donnerstag und Freitag immer wieder Probleme. Das ist eine muskuläre Sache, doch wir haben mit Jan auch noch einen weiteren, sehr guten Regionalliga-Keeper in unseren Reihen", erklärte Strobl, der immer wieder ertragen musste, dass sein FC 05 aus Standards - vor allem aus den vielen Ecken - viel zu wenig Kapital schlug. "Wir haben ja jetzt gesehen: Standards entscheiden Spiele. Das müssen wir dann doch mal im Training einen Ticken anreißen", gab der Coach zu. 

Doch dann kam eben der Geistesblitz von Adam Jabiri, der seinen starken, mannschaftsdienlichen Auftritt mit einem satten Schuss krönte. Das verschlug seinem Trainer dann auch fast die Sprache, aber eben nur fast. "Es ist unglaublich, welche unfassbaren Wege er mit 35 noch geht. Wow, wow, wow!" Dem gab es dann auch nichts mehr hinzuzufügen. 

Die Statistik des Spiels
Fußball, Regionalliga Bayern
FC 05 Schweinfurt - SpVgg Greuther Fürth II 1:0 (0:0) 
Schweinfurt: Reichert - Kleineheismann, Billick, Krätschmer - Fritscher, Korb, Fery (78. Awata), Danhof, Laverty - Pieper (61. Suljic), Jabiri (90. Pfarr). 
Fürth: Schaffran - McLemore, Sollfrank, Ort, Lungwitz - Adlung, Ahrend - Abouchabaka, Parker (83. Tischler), Kehr (69. Klaus) - Zahn. 
Schiedsrichter: Markus Pflaum (SV Dörfleins). Zuschauer: 907. Tor: 1:0 Adam Jabiri (87.). Gelb: Laverty, Kleineheismann - McLemore, Sollfrank, Schaffran, Ort. 

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