FUSSBALL: REGIONALLIGA

Tim Danhof schießt den FC 05 ins Glück

Ein später Treffer bewahrt den Regionalligisten vor einem 0:0 gegen den FC Augsburg II. Welche Schwächen trotz des Sieges offensichtlich wurden.
FC Schweinfurt 05
Der Schweinfurter Tim Danhof (Zweiter von links) jubelt mit seinen Teamkollegen über seinen Treffer zum 1:0 gegen den FC Augsburg II. Foto: Frank Scheuring

Kaum hatte der Zwölf-Meter-Schuss von Tim Danhof zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit die Torlinie passiert, brachen im Willy-Sachs-Stadion alle Dämme. Alle stürmten auf Danhof zu, begruben ihn unter sich und feierten – für einen kurzen Moment - so, als hätten sie Meisterschaft und Aufstieg eingetütet. So groß war die Last, die den Fußballern des FC 05 Schweinfurt an diesem Samstagnachmittag von den Schultern fiel. So groß war die Freude, dieses Spiel gegen den FC Augsburg II noch mit 1:0 (0:0) gewonnen zu haben.

  • Das Spiel in allen Einzelheiten: Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen

"Dieses Tor war unglaublich wichtig, für die ganze Mannschaft", jubilierte der Torschütze kurz nach Schlusspfiff, "aber eigentlich ist es egal, wer's macht. Hauptsache, wir machen eins rein." Was folgte, war ein breites Siegerlächeln. Eins, das symptomatisch dafür war, wie sehr dieser eine Schuss ins Glück dem Spiel eine Wendung verpasst hatte, die lange gar nicht in der Luft lag. 35 Minuten hatten sich die zweikampfstarken Augsburger und der FC 05 so sehr neutralisiert, dass ein 19-Meter-Freistoß von Pius Krätschmer, der in den Armen von Schlussmann Daniel Witetschek landete (35.) - und ein Versuch von Mohamad Awata (37.), den der FCA-Keeper stark parierte, die ersten Möglichkeiten waren, die irgendwas mit einer Torchance gemeinsam hatten. 

Zu viele Ballverluste in Halbzeit eins 

Gegen die bissigen Fuggerstädter, die immer wieder früh draufgingen, fand das Team von Trainer Timo Wenzel kein Rezept. Immer wieder landete der zweite oder dritte Ball beim Gegner. Weil es den Schwaben auch nicht besser erging, blieb es beim torlosen Remis. "Ich glaube schon, dass wir in der ersten Halbzeit viel investiert haben", erklärte Wenzel, der zunächst wieder die Anfangs-Elf auf den Rasen schickte. Doch erst, als Adam Jabiri nach knapp einer Stunde den bemühten Awata ersetzte, wurde es besser. "Diese Einwechslung hat das Spiel letztendlich gedreht. In den letzten 25 Minuten haben wir für zu wenig Entlastung sorgen können, sind dann immer weiter hinten reingedrängt worden", sagte FCA-Coach Josef Steinberger, der dann ansehen musste, wie Kevin Fery den Ball von der Strafraumkante an die Latte schlenzte (66.) und Witetschek einen wuchtigen Krätschmer-Kopfball nach einer Danhof-Flanke mit einer Glanzparade zur Ecke lenkte (69.). 

"Die Jungs haben Geduld gehabt, Fußball gespielt und gekämpft wie die Löwen."
FC-05-Coach Timo Wenzel über die Leistung seines Teams

Doch das 1:0 wollte einfach nicht fallen. Wenzel reagierte, brachte - recht spät - mit Amar Suljic und Benedict Laverty zwei weitere Offensivkräfte. Die richtige Entscheidung: Laverty war es auch, der mit einem starken Solo die Gästeabwehr schwindelig spielte, ehe er Danhof bediente, der mit seinem Treffer alle Augsburger Hoffnungen platzen ließ. "Eigentlich gehört der Treffer zu 90 Prozent ihm", schickte der 22-Jährige ein dickes Lob in Richtung seines Teamkollegen, das Wenzel hernach auf die ganze Mannschaft ausweitete. "Die Jungs haben Geduld gehabt, Fußball gespielt und gekämpft wie die Löwen. Das ist das, was ich erwarte. Ich freue mich unheimlich, weil wir einfach an uns glauben. Das ist ein ganz wichtiger Punkt in unserer Philosophie." 

Ideenlosigkeit in der Offensive

Und doch hätte das Spiel eine andere Wendung bekommen können, wäre der Schuss des kurz zuvor eingewechselten Kilian Jakob nicht an die Latte, sondern ins Netz gegangen (65.). Das täuschte dann auch darüber hinweg, dass bei den Nullfünfern offensiv über weite Strecken einfach die Ideen fehlten. An externe Verstärkungen, die dieses Problem lösen könnten, denkt Wenzel derweil nicht. Der Ex-Profi vertraut lieber seinem derzeitigen Kader. Kann er auch. Denn momentan ist meist einer da - einer wie Tim Danhof, der auf dem Weg in die Kabine sogar noch ein paar Autogramme geben musste. 

Die Statistik des Spiels
Fußball, Regionalliga Bayern
FC 05 Schweinfurt - FC Augsburg II 1:0 (0:0)
Schweinfurt: Zwick - Fritscher, Kleineheismann, Billick, Köppel - Fery, Korb - Danhof, Krätschmer (84. Suljic), Maderer (76. Laverty) - Awata (58. Jabiri). 
Augsburg: Witetschek - Asta, Stanic, Jürgensen, Lannert - Hofgärtner, Schuster (46. Pöllner) - Ganda, Nappo (82. von Schrötter), Petkov (63. Jakob) - Malone. 
Schiedsrichter: Andreas Dinger (TSV Bischofsgrün). Zuschauer: 1048. Tor: 1:0 Tim Danhof (88.). Gelb: Awata, Köppel, Fritscher, Fery - Lannert. 

Rückblick

  1. FC 05: Tobias Strobl geht weiter volles Risiko
  2. Kommentar: Längst fällige Großspurigkeit des FC 05
  3. FC-05-Präsident Markus Wolf: "Wir schaffen das noch!"
  4. Wie eine Idee Maximilian Bauer zum FC 05 brachte
  5. Adam Jabiri: Der Architekt und etwas andere Fußballer
  6. Jan Gernlein stellt beim FC 05 nicht nur die Hütchen auf
  7. FC 05: erst Neujahrsempfang, dann ab ins Trainingslager
  8. Kevin Fery zaubert beim 3:0-Sieg des FC 05 Schweinfurt
  9. Dieter Kölbl wird neuer Trainer beim FC 05
  10. FC 05 verpflichtet Maximilian Bauer
  11. FC 05 Schweinfurt mit gutem ersten Test
  12. Björn Schlickes turbulentes Jahr beim FC 05
  13. Ein euphorischer FC 05 glaubt noch an seine Titel-Chance
  14. FC 05 startet ohne Sechs und testet einen Verteidiger
  15. Christian Köppel findet auch im Fußball Nächstenliebe
  16. Sieben Testspiele stehen für den FC 05 auf dem Programm
  17. Florian Pieper schießt den FC 05 ins Glück
  18. FC 05 will das Spaß-Level hochhalten
  19. Türken stören die FC-05-Gala
  20. FC 05: Für Nicolas Pfarr ist schon Weihnachten
  21. Der FC 05 redet wieder zaghaft von Euphorie
  22. FC 05 setzt auch in Burghausen auf Offensive
  23. Adam Jabiri sorgt für Jubel beim FC 05
  24. Der FC 05 will mit alten Tugenden zurück in die Erfolgsspur
  25. Wie Tobias Strobl seine Aufgabe beim FC 05 angeht
  26. Kommentar: FC 05 muss den Spaß am Kicken zurückgewinnen
  27. FC 05: Trainer Timo Wenzel muss gehen, Tobias Strobl kommt
  28. Kommentar: FC 05 braucht mehr als nur Jabiri
  29. FC 05 legt Aufstiegstraum auf Eis
  30. Der FC 05 will im Derby wieder jubeln
  31. Aubstadt gegen FC 05 - ein Derby auf Augenhöhe
  32. Zorn des FC 05 richtet sich gegen den Schiedsrichter
  33. Beim FC 05 wird wieder von Charakter geredet
  34. Kommentar: FC-05-Kapitän Kleineheismann als Symbolfigur
  35. Arbeiter-Fußball soll das Markenzeichen des FC 05 werden
  36. Der FC 05 nur als moralischer Sieger
  37. Ein Endspiel für den FC 05
  38. Die Münchner Türken träumen von der Zweiten Liga
  39. Kommentar zum FC 05: Die Mentalität steht auf dem Prüfstand
  40. FC 05 mitten in der Herbst-Krise
  41. Schnüdel-Stürmer Mohamad Awata trägt Bombensplitter im Kopf
  42. Jetzt sind die Typen gefragt beim FC 05
  43. Emotionsloser FC-05-Auftritt macht fassungslos
  44. Der FC 05 will den Vorsprung ausbauen
  45. Schwache Halbzeit kostet FC 05 das Pokal-Halbfinale
  46. Im Pokal keine Experimente
  47. Taktische Kniffe bringen dem FC 05 den "Dreier"
  48. Der FC 05 wird seiner Rolle vollends gerecht
  49. Der FC 05 peilt den nächsten Dreier an
  50. Tim Danhof schießt den FC 05 ins Glück

Schlagworte

  • Schweinfurt
  • Dominik Großpietsch
  • 1. Fußballclub Schweinfurt 1905
  • Adam Jabiri
  • FC 05 Schweinfurt
  • FC Augsburg
  • Fußball-Regionalliga Bayern
  • Kevin Fery
  • Kilian Jakob
  • Willy-Sachs-Stadion
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
2 2
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!