FUßBALL: KREISKLASSE 2

Vier Platzverweise und vier Tore in Röthlein

Rotsünder Luis Schenk von der SG Traustadt/Donnersdorf stand am Dienstag trotz zu erwartender Sperre mit auf dem Trainingsplatz. Foto: S. Krapf

Was war denn am vergangenen Sonntag beim Kreisklassenspiel zwischen dem FC Röthlein/Schwebheim und der SG Traustadt/Donnersdorf los? Am Ende eines kuriosen Spiels standen nur noch 18 Spieler auf dem Feld. Unter der Woche waren die beteiligten Mannschaften bemüht, das Geschehene noch einmal zu rekapitulieren.

„Bis zur 14. Minute hatten wir das Spiel eigentlich gut im Griff“, erzählt Markus Böhnlein, der für die Gäste von der SG auf dem Rasen stand. Dann ereignete sich das erste Kuriosum des Tages. Es blieb beileibe nicht das einzige. Ein Abschlagversuch des Traustädter Schlussmanns Patrick Papke verunglückte dermaßen, dass der Röthleiner Stürmer Sebastian Schenker nur noch mühelos ins verwaiste gegnerische Gehäuse zum 1:0 einschieben musste.

Versehen oder Tätlichkeit?

Sieben Zeigerumdrehungen später der nächste Aufreger: Fabian Götz vom FC Röthlein/Schwebheim flog mit Rot vom Feld. Sein Trainer Michael Keller beschreibt die Situation wie folgt: „Fabian hatte an der Außenlinie den Ball, als ein Gegenspieler per Grätsche anrauschte, sprang er hoch und bei der Landung traf er seinen Gegenspieler am Oberschenkel. Da war natürlich gar keine Absicht dabei.“ Schiedsrichter Horst Wolf bewertete die Aktion anders. „Tätlichkeit“ stand später im Spielbericht. Das Kreis-Sportgericht muss nun über über die Dauer der Sperre entscheiden. Es war nicht der einzige Fall aus Röthlein vom letzten Spieltag, der dort auf dem Tisch lag.

In der Luft lag das in einer fairen und vergleichsweise ruhigen ersten Halbzeit aber noch nicht. Kurios ging es, als die Heimelf mit einem Mann weniger auskommen mussten, weiter. „Ich weiß nicht, was da mit uns los war“, rätselt der Traustadter Böhnlein immer noch: „Da haben wir einfach aufgehört Fußball zu spielen. Jeder dachte, er ist der freie Mann.“ Zu sehen war im Grunde ein Klassiker des Fußballs, in dem die Mannschaft in Unterzahl alle Reserven herausholt, das numerisch überlegene Team weniger investiert und seinen vermeintlichen Vorteil nicht zu nutzen weiß. Den zehn Röthleinern gelang es bis zur Pause, das Ergebnis durch Tore von Julian Bähr (27.) und Lukas Pohli (33.) auf 3:0 hochzuschrauben. „In der Pause haben wir uns vorgenommen, das Ding noch einmal umzubiegen“, verrät Böhnlein.

Auch Röthleins Cheftrainer Keller war zur Pause längst nicht siegesgewiss: „Wir haben in der Vergangenheit schon oft eine hohe Führung aus der Hand gegeben.“ Diesmal nicht. Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff holte Gästekeeper Papke Angreifer Julian Bähr elfmeterwürdig von den Beinen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Torjäger Pohli zum 4:0. Der Gefoulte musste mit einer Schulterverletzung direkt ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Diskutable Entscheidungen

Anschließend wurde es hitzig und wild. Unfair wurde es aber nie, wie beide Parteien explizit betonen. Die bloße Statistik lässt freilich anderes vermuten. Von der 57. bis zur 67. Minute schickte der Unparteiische Wolf gleich drei Spieler der SG Traustadt/Donnersdorf zum Duschen, mit durchaus diskutablen Entscheidungen. Luis Schenk (Notbremse) und Christoph Ruß (grobes Foulspiel) sahen Rot, Michael Kieshauer Gelb-Rot. „Der hatte irgendwann gar keine Linie mehr“, sagt Böhnlein, der sich auch am aus seiner Sicht „arroganten Auftreten“ Wolfs stört: „Von uns Vereinen wird immer verlangt, respektvoll mit den Schiedsrichtern umzugehen. Das können wir aber auch umgekehrt verlangen.“ Eine deutliche Ansage. Die Röthleiner, die am Ende ein klares 4:0 eingefahren hatten. sahen die Sache etwas gelassener. „Die Schiris haben es in den unteren Ligen, ohne Linienrichter, auch nicht einfach“, findet Keller.

Mit nur noch sieben Feldspielern gelang es den Gästen, tief stehend am eigenen Strafraum, zumindest keinen weiteren Treffer mehr zu kassieren. In den Stunden nach dem Spiel war Papierkram angesagt. Die SG Traustadt/Donnersdorf schickte eine Stellungnahme zum Kreis-Sportgericht, um langen Sperren ihrer Spieler entgegenzuwirken. Ein Urteil und damit der späte Schlusspunkt eines denkwürdigen Fußballspiels, steht noch aus.

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