EISHOCKEY: BAYERNLIGA

Beim ERV: Wiederholungstäter Zdenek Vanc

Wie das zweite Engagement des Trainers bei den Mighty Dogs bis zum Sommer Früchte tragen soll. Und warum sich die Suche nach dem Coach so lange hingezogen hat.
Der alte Neue: ERV-Coach Zdenek Vanc. Foto: Marion Wetterich

Wenn neue Besen gut kehren – welches Kehrergebnis ist dann von Mighty-Dogs-Trainer Zdenek Vanc zu erwarten? Denn so wirklich neu ist der Tscheche beim ERV Schweinfurt ja nicht. Denn er tritt nach rund einem Jahr Pause wieder in die eigenen Fußstapfen. Nachdem er in der Vorsaison von seinen Aufgaben rund um die Betreuung der Mannschaft entbunden wurde, blieb er dennoch im Verein und trainierte die U-9-Junioren. „Das werde ich auch weiter machen. Sie spielen ja zum Glück nur drei Turniere in der Saison und ich bin da ja auch nicht allein. Mein Fokus liegt jetzt aber natürlich auf der ersten Mannschaft“, betont Vanc.

Von der habe er in dieser Saison 90 bis 95 Prozent aller Heimspiele gesehen und sei gut vorbereitet gewesen, seine alte, neue Aufgabe in Nachfolge von Interimstrainer Steffen Reiser kurzfristig zu übernehmen. Auch wenn alles am Ende wirklich sehr schnell ging: „Sergej Chevallier hat mir eine Nachricht geschrieben, dass der Vorstand mich sprechen möchte – nachmittags haben wir zusammengesessen. Nachdem man mir das Angebot gemacht hat, musste ich das erst einmal mit meiner Familie besprechen. Abends war mir schon klar, dass ich große Lust habe, wieder mit der Mannschaft zu arbeiten. Also habe ich am nächsten Tag zugesagt.“

Sportliche Entwicklung abwarten

Bleibt die Frage, warum die Nachfolgelösung für den ursprünglichen Trainer dieser Saison, Michael Dippold, so lange auf sich warten ließ. Zumal Vanc ja bereits im Verein war, den Verein kennt und in der Region mittlerweile verwurzelt ist, was ja einige Kriterien, die für die Trainersuche benannt wurden, abdeckt. Warum man nicht gleich eine längerfristige Zusammenarbeit vereinbarte, sondern zunächst nur bis Saisonende miteinander arbeiten will, liegt dagegen auf der Hand. Der Verein möchte sehen, ob die sportliche Entwicklung in den kommenden Wochen in die richtige Richtung geht.

Und Vanc selbst will nach seinen Erfahrungen der Vorsaison, in der sich einige Spieler gegen ihn gestellt hatten, sehen, wie sich die Dinge entwickeln. „Deshalb haben wir ausgemacht, in den kommenden zweieinhalb Monaten Vollgas zu geben und uns danach zusammenzusetzen.“

Vollgas zu geben wird sicher eine Voraussetzung für diese Zeit sein müssen, aber kaum reichen. Denn der Verein will sein sportliches Ziel erreichen, das nach dieser ernüchternden Vorrunde in erster Linie Nichtabstieg heißen muss. „Das wird schwer genug“, stellt sich Vanc auf eine schwierige Abstiegsrunde ein. „Die Mannschaften sind sehr ausgeglichen. Die Spiele sind fast alle sehr eng. Wir werden versuchen Spiel für Spiel zu gewinnen. Mehr kann ich wirklich nicht versprechen“, ist Vanc weiterhin kein Freund markiger Worte.

Vanc fordert mehr Konzentration

Dennoch strahlt er Zuversicht aus: „Wir haben zuletzt gut gespielt. Wenn alle bei jedem Wechsel konzentriert bleiben, dann habe ich keine Angst – egal vor welchem Gegner“, glaubt er an die Qualität in seinem Kader. Damit spricht er aber auch ein Problem an, dass sich bislang durch die gesamte Saison zieht: Die mangelnde Fähigkeit oder teilweise auch der Wille im Team, sich über die volle Spieldauer auf das zu konzentrieren, was der Trainer vorgibt. „Die Jungs wissen, was zu tun ist. Das haben sie in den letzten Spielen gezeigt. Jetzt müssen sie es konstant zeigen.“

Und da spiele der Kopf eine Rolle. Die Mannschaft brauche Selbstvertrauen und eine Selbstverständlichkeit auf dem Eis. Beides ergibt sich durch Siege, die aktuell aber ausbleiben. Entsprechend versucht Vanc, gemeinsam mit Steffen Reiser, den Spielern diese Dinge kommunikativ zu vermitteln. „Das Gute ist, dass wir in der Abstiegsrunde wieder bei null anfangen“, weiß Vanc, dass vom drohenden Abstieg, über das Erreichen des Saisonziels bis hin zur Qualifikation für die Pre-Play-Offs alles drin ist. Die Mannschaft ist also gut beraten, ihr Betriebssystem schnellstmöglich auf Vanc 2.0 umzustellen und somit für mehr Stabilität zu sorgen.

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