REITEN

Wie Ronja Schmittfull zum aufstrebenden Reit-Talent wurde

Ronja Schmittfull aus Schleerieth ist bayerische Vizemeisterin im Vielseitigkeitsreiten. Wie es der 14-Jährigen gelang, in der "Königsdisziplin" der Reiter zu überzeugen.
Konzentriert: Ronja Schmittfull aus Schleerieth überzeugte mit ihrer Stute Pamun auch beim Vielseitigkeitsturnier in Hambach.
Konzentriert: Ronja Schmittfull aus Schleerieth überzeugte mit ihrer Stute Pamun auch beim Vielseitigkeitsturnier in Hambach. Foto: Tina Keller

Als großes Talent im Vielseitigkeitsreiten entpuppt sich die erst 14 Jahre alte Ronja Schmittfull aus Schleerieth. Die letztjährige fränkische Meisterin ihrer Altersklasse auf dem Pony holte sich zum Ende dieser Saison mit der Stute Pamun die bayerische Vizemeisterschaft in der "Königsdisziplin" des Pferdesports aus Dressur, Springen und Geländeritt. Und mit der bayerischen Mannschaft landete sie bei den deutschen Meisterschaften in Warendorf auf Platz vier.

Ihre hochgesteckten Ziele hat die junge Reiterin in diesem Jahr erreicht. Auch wenn es insgesamt durchwachsen war, wie sie zugibt. Denn ausgerechnet bei der Fränkischen konnte sie ihren Titel nicht verteidigen, weil ihr Pferd stolperte und sie stürzte. "Und dabei lag ich nach der Dressur auf dem ersten Platz", erinnert sich Schmittfull.

Tägliches Training auf dem elterlichen Hof

Das Ereignis habe aber ihr Vertrauen zur Stute Pamun nur gestärkt, meint die 14-Jährige. Seit drei Jahren reitet sie das nun achtjährige Pony mit einem Stockmaß von 1,42 Metern. Fast täglich trainiert sie nach der Schule mit ihm auf dem Gelände des elterlichen Bauernhofs in Schleerieth, gelegentlich auch auf der Geländestrecke des Reitvereins Sulzthal, dem sie sich angeschlossen hat.

"Sie hat das Pferd selbst so weit gebracht, wie es heute ist", zeigt sich Mutter Maria Häfel-Schmittfull, selbst ehemalige Reiterin, stolz auf ihre jüngste Tochter. Ganz im Gegensatz zu manchen Vierbeinern, die - wie bei der deutschen Meisterschaft - von den Reitern für die jeweiligen Turniere geleast werden, wie Mutter und Tochter dort erstaunt feststellten.

Mit Pamun hat Schmittfull Anfang des Jahres auch die L-Dressur bestritten und beim Turnier in Coburg - gegen Großpferde - gleich einen zweiten Platz errungen. "Die Schritt-Galopp-Übergänge haben sich gesteigert, die Lektionen sind am Punkt", erklärt sie. Auch beim ersten L-Springen über 1,20-Meter-Hindernisse holte sie beim Landespony-Turnier in Ansbach auf Anhieb den dritten Platz.

Die Nachwuchs-Reiterin wird von ihrer Schwester Kristina Ehrlich (26) gecoacht, die selbst erfolgreich reitet und Ronja unterstützt. Mutter Maria begleitet sie zu den zahlreichen Turnieren in Bayern, Thüringen und Hessen, beim Springen, der Dressur oder dem Geländeritt. "Ich finde es wichtig, in allen Disziplinen zu üben. Aber das Gelände macht einfach am meisten Spaß", meint Ronja.

Berufung in den Bayernkader

36 Platzierungen hat sie in diesem Jahr errungen, neun Mal stand sie auf dem Siegerpodest ganz oben. Mit Pamun war sie 29 Mal erfolgreich, mit dem Nachwuchspferd Amelie, einem Großpferd, schon sieben Mal. Ihr persönliches Highlight war die bayerische Meisterschaft Ende Juli - trotz strömenden Regens und schweren Bodens. Mit null Fehlern beim Springen und als Sechste in der Dressur ging sie mit Pamun in das schwierige Gelände. Zehn Sekunden fehlten ihr dort letztendlich zum Sieg. Aber "mich freut’s trotzdem sehr, weil ich alles gegeben habe".

Die Aufmerksamkeit des Bayern-Trainers ist der jungen Schleerietherin, die bereits im Frankenkader startete, gewiss: Anfang des Jahres wurde sie in den Kader berufen. Wertvolle Erfahrungen sammelte Schmittfull bei glühender Hitze bei der deutschen Meisterschaft, aber auch beim Internationalen Vielseitigkeitsturnier in Hambach, wo sie mit dem einzigen Pony unter 70 Großpferden startete. Mit Olympiateilnehmerin Ingrid Klimke, die mit fünf Jungpferden angetreten war, ritt sie im gleichen VA**-Turnier und war ihr sogar ein Mal überlegen, was die 14-Jährige stolz macht.

Für das kommende Jahr will die junge Vielseitigkeitsreiterin wieder bei der deutschen Meisterschaft dabei sein. Aber "auf dem höherem Niveau" einer CCIP**-Strecke - hofft sie.

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