FUßBALL: KREISKLASSE 2

Türkiyemspor Schweinfurt strebt nach Höherem

Der 2012 gegründete Verein wechselte in der Winterpause nahezu die gesamte Vorstandschaft. Diesen Rückenwind wollen die neuen Verantwortlichen zum Aufschwung nutzen.
Gochsheim       -  Lang ist's her: Suat Tuncer (links) in der Saison 2005/06 im Trikot des TSV Gochsheim. Jetzt ist er neuer zweiter Vorsitzender bei Türkiyemspor Schweinfurt.
Lang ist's her: Suat Tuncer (links) in der Saison 2005/06 im Trikot des TSV Gochsheim. Jetzt ist er neuer zweiter Vorsitzender bei Türkiyemspor Schweinfurt. Foto: Marion Wetterich

Es herrscht Aufbruchstimmung beim Schweinfurter Fußballverein Türkiyemspor SV-12. Vor rund drei Monaten wechselte nahezu die komplette Vorstandschaft. Nur Ülgül Yusuf als erster Vorsitzender blieb. Um ihn herum hat sich aber nun ein Team formiert, mit dem die Rot-Weißen in den kommenden Jahren das vorhandene Potenzial am Hutrasen ausschöpfen möchten. Vor allem die Jugendarbeit wollen Yusuf und Co. voranbringen und die erste Mannschaft in die Bezirksliga führen. Auch Rassismus spielt eine große Rolle in den Zukunftsplanungen.

Suat Tuncer kennt sich im regionalen Fußball aus. Der gebürtige Gochsheimer arbeitet im Hauptberuf als Vertriebsassistent bei einer großen Versicherung, scoutet nebenberuflich für den Drittligisten FC 04 Ingolstadt. Auf seine Expertise hin wechselten unter anderem die Schweinfurter Talente Damian Downs und Berkay Öztürk in das Leistungszentrum der Schanzer. Auch den Main Soccer Cup, der seit vier Jahren am zweiten Januar-Wochenende im Schweinfurter Umland stattfindet und an dem nahezu ausschließlich Bundesliga-Nachwuchsteams teilnehmen, organisiert Tuncer. Seit rund drei Monaten ist er nun auch stellvertretender Vorsitzender bei Türkiyemspor SV-12.

Tuncer neuer zweiter Vorsitzender

„Ich war in den letzten Jahren regelmäßig bei Spielen und pflege gute Kontakte zu den Leuten dort. Allerdings habe ich bisher immer verneint, aufgrund meiner diversen Tätigkeiten, mich im Verein zu engagieren“, erzählt der Gochsheimer. Denn, wenn er etwas mache, dann richtig. Und diesen Zeitpunkt sah er im Winter nach weiteren Gesprächen gekommen. Es standen Wahlen an, zu denen die bisherige Vorstandschaft mit Ausnahme Yusufs nicht mehr antrat. Tuncer ist nun sein Stellvertreter. Mit Mehmet Cetinkaya und Murat Akgün als Abteilungsleiter sitzen zukünftig weitere türkischstämmige Größen des Schweinfurter Fußballs im Führungsgremium des Vereins.

„Wir haben ein neues, junges Team zusammengestellt, das aufgrund seiner Vergangenheit ein sehr gutes Netzwerk hat. Das war uns wichtig“, so Tuncer. Und das erste Highlight hätte schon im April stattfinden sollen. Nämlich ein internationales U-14-Jugendturnier mit den beiden Istanbuler Vereinen Galatasaray und Basaksehir sowie namhaften Teams aus dem Umkreis. Damit wollte die neue Vorstandstand ein erstes Zeichen setzen, einerseits gegen Rassismus und für eine multikulturelle Gesellschaft, andererseits für eine deutlich bessere Jugendarbeit.

Nicht nur türkische Kinder

Aufgrund der aktuell schwierigen Lage wegen der Auswirkungen des Coronavirus musste die Veranstaltung abgesagt werden, doch der Grundgedanke bleibt. „Wir wollen das Jugendkonzept erweitern und einen Talenttag machen“, so Tuncer, der die Kinder, nicht nur türkische, auf die Fußballfelder am Hutrasen holen möchte. Denn das Gelände sei herausragend mit zwei Spielfeldern und einer Veranstaltungsfläche. Nur genutzt worden sei es in der Vergangenheit nicht. Auch das Drumherum passe mit dem modernisierten Vereinsheim.

„Dieses Potenzial wollen wir in der Zukunft ausschöpfen, wollen natürlich vornehmlich türkische Spieler anlocken, aber eine gesunde Mischung haben“, so die Pläne der neuen Führungsriege, die innerhalb der nächsten fünf Jahre mit der Männer-Mannschaft in die Bezirksliga vorstoßen möchte. Der Verein wolle zeigen, dass auf dem ehemaligen VfR-Gelände etwas vorwärtsgeht. Auch auf das aktuelle Team, das in der Kreisklasse um den Klassenerhalt kämpft, sei der Funke bereits übergesprungen.

Gleich eine Bestandsaufnahme

Nach starkem Start mit vier Siegen aus sechs Spielen folgten in der ersten Saisonhälfte neun Spiele ohne Erfolg. Das soll sich nun ändern. „Wir wollen unbedingt den Ligaverbleib schaffen. Verletzte sind wieder zurück und das Team wird alles dafür tun“, sagt Tuncer. Die ersten Gegner FC Fahr und TSV Heidenfeld sind gleich die erste Bestandsaufnahme, an welchen Schrauben die Rot-Weißen noch drehen müssen. Am liebsten wäre Tuncer natürlich an ganz wenigen, um vielleicht schon frühzeitig die ersten Spitzenmannschaften ärgern. Ein Ziel, dass er eigentlich erst für die kommende Saison ausgegeben hat.

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